Geburtstag am 27.2.

Klaus Conrad: 90 Jahre und Conrad Electronic

Klaus Conrad hat die Entwicklung von Conrad Electronic über Jahrzehnte geprägt. Am 27. Februar 2026 feiert er seinen 90. Geburtstag. Sein Lebensweg ist eng mit dem Wachstum des Unternehmens und dem Engagement in der Oberpfalz verbunden.

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Klaus Conrad feiert am 27. Februar 2026 seinen 90. Geburtstag. Seit seinem Eintritt in das Familienunternehmen im Jahr 1954 hat er die Entwicklung von Conrad Electronic über Jahrzehnte hinweg maßgeblich begleitet.
Klaus Conrad feiert am 27. Februar 2026 seinen 90. Geburtstag. Seit seinem Eintritt in das Familienunternehmen im Jahr 1954 hat er die Entwicklung von Conrad Electronic über Jahrzehnte hinweg maßgeblich begleitet.

Klaus Conrad hat die Entwicklung von Conrad Electronic über Jahrzehnte geprägt. Am 27. Februar 2026 feiert er seinen 90. Geburtstag. Sein Lebensweg ist mit dem Wachstum des Unternehmens und dem Engagement in der Oberpfalz eng verbunden.

Das Familienunternehmen Conrad besteht seit 1923 und hat mehrere wirtschaftliche Umbrüche durchlaufen. Die Entwicklung vom Katalogversand zu einem europaweit tätigen Handels- und Beschaffungsunternehmen erfolgte in unterschiedlichen Etappen. Der 90. Geburtstag von Klaus Conrad markiert einen Anlass, diese Entwicklung in ihrem historischen Kontext zu betrachten.

Stationen eines Unternehmerlebens

Klaus Conrad wurde am 27. Februar 1936 in Berlin geboren. 1945 floh die Familie vor der heranrückenden Front in die Oberpfalz, wo Hirschau zum neuen Lebensmittelpunkt wurde. Die Erfahrungen von Flucht und Neuanfang fielen in eine Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit und prägten die frühen Lebensjahre.

1954 trat Klaus Conrad nach einer Banklehre in das Unternehmen seines Vaters Werner Conrad ein. In den Nachkriegsjahren waren Materialknappheit und Kostenbewusstsein prägend für den Geschäftsalltag. Verpackungen wurden mehrfach genutzt, Abläufe pragmatisch organisiert und Strukturen schrittweise angepasst. In diesem Umfeld übernahm Klaus Conrad zunehmend operative Aufgaben und brachte eigene Vorstellungen in die Weiterentwicklung des Betriebs ein.

In den 1960er-Jahren entstand ein Netz von „Technischen Kaufhäusern“ (TeKa) in der Oberpfalz. Insgesamt wurden 18 Standorte aufgebaut, die das Versandgeschäft ergänzten. Damit reagierte das Unternehmen auf veränderte Konsumgewohnheiten und stärkte seine regionale Präsenz.

Wie entwickelte sich Conrad Electronic unter seiner Leitung?

1976 übernahm Klaus Conrad im Alter von 40 Jahren die Leitung von Conrad Electronic. Das Unternehmen beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 240 Mitarbeitende. Mit dem Bau der ersten eigenen Logistik in Hirschau begann eine Phase struktureller Veränderungen, die auf eine stärkere Professionalisierung der Abläufe abzielte.

1977 wurde eine EDV-Anlage eingeführt, die die bis dahin geführte Karteiverwaltung ersetzte. Die Investition von 200.000 D-Mark bedeutete einen tiefgreifenden Eingriff in bestehende Prozesse. In der Folge stieg die Zahl der täglich versendeten Pakete von 150 auf 1.000. Die Digitalisierung einzelner Abläufe schuf die Grundlage für weiteres Wachstum im Versandhandel.

Ab Mitte der 1980er-Jahre expandierte das Unternehmen mit Filialen in mehreren europäischen Ländern. In der Hochphase existierten 30 Standorte. 1988 wurde mit CEI Hongkong eine Einkaufsgesellschaft gegründet, um Beschaffungswege zu diversifizieren und unabhängiger von Zwischenhändlern zu agieren. Diese Schritte spiegeln die zunehmende Internationalisierung des Geschäftsmodells wider.

1995 wurde das Logistikzentrum in Wernberg-Köblitz eröffnet, das in den Folgejahren erweitert wurde. 2014 ging dort ein vollautomatisches Shuttlelager in Betrieb. Aktuell werden durchschnittlich rund 50.000 Pakete pro Tag versendet, in Spitzenzeiten bis zu 75.000. Die Entwicklung der Logistik verdeutlicht die wachsende Bedeutung effizienter Warenströme im Unternehmen.

Engagement in Region und Gesellschaft

Die Oberpfalz blieb über Jahrzehnte ein zentraler Standort des Unternehmens. 1989 entstand mit dem sogenannten „Glasbau“ das Headquarter in Hirschau. Auch die Übernahme und Sanierung der Burg Wernberg im Jahr 1992 steht im Zusammenhang mit der regionalen Verankerung; 1998 wurde dort ein Hotelbetrieb aufgenommen.

Für Mitarbeitende wurden unter anderem eine Sportanlage sowie eine Tagesstätte für Kinder eingerichtet. Darüber hinaus wurde 1985 die Conrad Sportförderung gegründet, die insbesondere den Jugend- und Breitensport in der Region unterstützt. Die Maßnahmen zeigen, dass unternehmerisches Handeln mit regionaler Infrastrukturentwicklung verbunden wurde.

2001 gründeten Klaus und Gertrud Conrad die „Klaus und Gertrud Conrad-Stiftung“. Sie unterstützt Projekte in der Region sowie internationale Hilfsorganisationen. Gefördert werden unter anderem Einrichtungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, medizinische Projekte sowie soziale Initiativen. Das Engagement ist langfristig angelegt und institutionell organisiert.

Welche Auszeichnungen erhielt Klaus Conrad?

Für sein unternehmerisches und gesellschaftliches Wirken erhielt Klaus Conrad zahlreiche Ehrungen. Dazu zählen das Verdienstkreuz am Bande (1981) sowie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1988). Hinzu kommen die Staatsmedaille für besondere Verdienste um die bayerische Wirtschaft, der Bayerische Verdienstorden sowie die Ehrenbürgerschaft der Stadt Hirschau. Die Auszeichnungen dokumentieren die öffentliche Anerkennung seines Engagements auf verschiedenen Ebenen.

Conrad Electronic heute

Conrad Electronic ist weiterhin ein familiengeführtes Unternehmen mit Hauptsitz in Hirschau. In der Conrad Gruppe sind rund 2.300 Mitarbeitende tätig. Das Unternehmen ist in 17 europäischen Ländern vertreten.

Das Sortiment umfasst mehrere Millionen Produktangebote im Bereich Technik und Elektronik. Neben dem klassischen Vertrieb spielen digitale Beschaffungsprozesse eine zunehmende Rolle. Geschäftskunden, Hersteller und Distributoren werden über entsprechende Plattformlösungen miteinander vernetzt.