Kishor Patil KPIT (rechts, hier im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Chefredakteur Alfred Vollmer): „Ich denke, dass die Position eines unabhängigen Software-Integrators als Partner für OEMs und Tier-1s eine größere Rolle spielen wird. Wir glauben, dass genau hier KPIT seine Stärken hat.“

(Bild: Alfred Vollmer)

Herr Patil, wie liefen die Geschäfte bis 2019?

Kishor Patil: Seit über zwei Jahrzehnten verzeichnet KPIT im Bereich der Embedded-Software ein beträchtliches Wachstum. Software im Fahrzeug ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal für Automobilhersteller, da sie damit mehr Kunden gewinnen und ihre Umsätze über die Lebensdauer des Fahrzeugs steigern können. Im Jahr 2019 hat KPIT seinen Fokus im Bereich Software für das Mobilitäts-Ökosystem geschärft.

Kishor Patil KPIT (rechts, hier im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Chefredakteur Alfred Vollmer): „Ich denke, dass die Position eines unabhängigen Software-Integrators als Partner für OEMs und Tier-1s eine größere Rolle spielen wird. Wir glauben, dass genau hier KPIT seine Stärken hat.“

Kishor Patil (rechts, hier im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK-Chefredakteur Alfred Vollmer): „Ich denke, dass die Position eines unabhängigen Software-Integrators als Partner für OEMs und Tier-1s eine größere Rolle spielen wird. Wir glauben, dass genau hier KPIT seine Stärken hat.“ Alfred Vollmer

Die Automobilindustrie durchläuft gerade eine instabile Zeit und eine Art Neuorientierung. Obwohl einige Automobilhersteller im Moment einen geringeren Fahrzeugabsatz verzeichnen, investieren sie aber dennoch immense Mittel in Technologien für anstehende Produkteinführungen – in Technologien für den Weg in eine elektrische, autonome und vernetzte Zukunft.

Dabei sind aber zwei zentrale Aspekte zu berücksichtigen: Erstens, wie schnell und präzise können Automobilhersteller softwaregesteuerte Funktionen implementieren, damit ihre Produkte rechtzeitig auf den Markt kommen und keine Marktanteile und Marktpositionen verloren gehen? Zweitens, wie können Automobilhersteller hohe Qualität sowie ein auf Anhieb fehlerfreies Produkt gewährleisten und gleichzeitig die Kosten im Auge behalten? An genau dieser Schnittstelle spielt KPIT eine aktive Rolle, welcher auch der Grund für unsere starken Partnerschaften mit OEMs, Tier-1s und anderen Kunden aus dem Mobilitätsbereich ist.

Obwohl die Covid-19-Pandemie in den nächsten Quartalen einige Beeinträchtigungen für die Branche mit sich bringen wird, werden unserer Einschätzung nach mittelfristig die Industrie- und Geschäftsgrundlagen solide sein. Wir werden flexibel, anpassungsfähig und innovativ sein müssen, um während dieser Zeit entsprechend auf die Kundenbedürfnisse reagieren und zu ihrem Erfolg beitragen zu können. Unsere Geschäftsbasis ist sehr gut und wir liefern weiterhin stabile Ergebnisse.

Welche Umsätze erzielt KPIT?

Kishor Patil: Wir sind ein globales Technologieunternehmen mit Kompetenzzentren in den USA, Europa, Indien, China, Japan, Korea und Thailand. Unser globales Liefermodell ermöglicht uns, Know-how aus der ganzen Welt für die Programme unserer Kunden einzusetzen. Wir arbeiten an Programmen, die für Europa oder beliebig andere Regionen aus der ganzen Welt bestimmt sind. Ich möchte nicht genauer auf die Umsatzzahlen eingehen, sondern es ein bisschen anders ausdrücken: Bei KPIT arbeiten mehr als 6000 Ingenieure im Bereich CASE, also in den Themengebieten Connectivity, Autonomy, Shared Mobility und Electrification, und CASE macht 90 Prozent unseres Geschäfts aus. Es gibt wahrscheinlich nur sehr wenige Unternehmen auf der Welt, die solche Zahlen im CASE-Bereich aufweisen. Wir sind daher im Bereich der zukunftsweisenden Mobilität gut positioniert und konzentrieren uns ausschließlich auf Software.

Welche Softwarebereiche deckt KPIT ab?

Kishor Patil: Wir entwickeln Softwarekomponenten und Softwarefunktionen im CASE-Bereich. Wir haben uns auf Anwendungssoftware, Middleware-Gerätetreiber, Basissoftware-Plattformen und diverse andere Softwareaspekte spezialisert. Gleichzeitig sind wir auch ein Softwareintegrator. Vom Prototyp über die Softwareentwicklung bis hin zum Validieren und Testen: wir stellen sicher, dass die Software so funktioniert, wie sie in der Entwicklung konzipiert wurde. Wir verstehen die Herausforderungen im Engineering und die verschiedenen Nuancen, die Auswirkungen auf produktionsreife Software haben können.

Genau das ist unser Geschäft: einerseits die Entwicklung von Software und andererseits, diese bereit für den produktiven Einsatz zu machen. Die Automobilindustrie hat den dringenden Bedarf einer umfassenden Softwarekompetenz – sowohl hinsichtlich Skalierbarkeit als auch in Bezug auf Expertenwissen – und genau dies ist das Wertangebot von KPIT. Wir versprechen und liefern Leistung und einen Mehrwert. Dabei kommen unsere profunden Kenntnisse der Automobilindustrie und ein ausgeprägtes Verständnis der CASE-Domäne zum Tragen, besser als vielleicht bei vielen anderen Softwareunternehmen.

Mit welchen Fakten untermauern Sie dieses Statement?

Kishor Patil: Software spielt eine ausschlaggebende Rolle für die Funktionalität eines Fahrzeugs. Während in einigen Fällen die Rolle der Software nur auf die Leistungsoptimierung beschränkt ist, kann in anderen Fällen die Rolle der Software von sicherheitskritischer Relevanz sein. Daher ist die Erfahrung mit der Erstellung von produktionsreifer Software für den Automobilsektor der Schlüssel zum Erfolg.

Wir unterhalten seit vielen Jahren erfolgreiche Partnerschaften mit den führenden Automobilherstellern. KPIT hat Milliarden Codezeilen für Hunderte von Fahrzeugprogrammen geschrieben und Software geliefert, die bereits in zahlreichen Fahrzeugmodellen auf der Straße im Einsatz ist. Der erfolgreiche Abschluss zahlreicher komplexer Projekte bestärkt uns, noch anspruchsvollere Aufgaben in Angriff zu nehmen. Die Automobilindustrie ist sich bewusst, dass Softwarekenntnisse von entscheidender Bedeutung sind, weshalb sie auch enstprechende Schlüsselkompetenzen intern entwickelt. Sie benötigen jedoch auch einen Partner, der ihnen hilft, ihre Ziele schneller zu erreichen, mit den aktuellen Standards Schritt halten zu können und sicherzustellen, dass die Software in der Produktion genauso funktioniert wie vorher im Prototyp. Wir sind einer der größten softwarefokussierten Accelerator & Integrator – sowohl hinsichtlich der Größe als auch bezüglich des Know-hows innerhalb der neuesten Technologiebereiche. Desweiteren bringen wir auch eine breite Domain-Expertise im Bereich Mobilität mit.

Wie sich KPIT bei zentralisierten Fahrzeug-Architekturen einbringt und welche Bedeutung Deutschland und Europa für das Unternehmen haben, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Wie hat KPIT das Domain-Know-how erworben?

Kishor Patil: Wir haben unser Domain-Know-how durch unsere klare Fokussierung auf die Automobilindustrie und sehr enge Beziehungen zu unseren Kunden erworben. Unsere Kunden sind jeweils führend in ihrem Bereich, und sie konzipieren Funktionen, die der Endkunde dringend benötigt. Wir haben Software für zahlreiche Produktionsprogramme geliefert. Wir verstehen, was die Kunden brauchen – wir arbeiten nicht nur mit den OEMs, sondern auch mit Tier-1s und helfen, Programme zu beschleunigen und in der passenden Größenordnung zu liefern.

Wir liefern Lösungen, die sehr präzise auf die individuellen OEM/Tier-1-Anforderungen zugeschnitten sind; aus diesem Grund habe ich auch das umfassende Domain-Know-How erwähnt. Wir entwickeln unsere internen Talente, da die benötigten Fähigkeiten und Fachkenntnisse nicht ohne weiteres verfügbar sind. Wir investieren in erheblichem Umfang in Infrastruktur, Schulung und in die Kompetenzentwicklung.

Den zentralisierten Fahrzeug-Architekturen gehört die Zukunft. Wie bringt sich KPIT dort ein?

Kishor Patil: Obwohl die Covid-19-Pandemie in den nächsten Quartalen einige Beeinträchtigungen für die Branche mit sich bringen wird, werden unserer Einschätzung nach mittelfristig die Industrie- und Geschäftsgrundlagen solide sein. Kishor Patil, KPIT

Obwohl die Covid-19-Pandemie in den nächsten Quartalen einige Beeinträchtigungen für die Branche mit sich bringen wird, werden unserer Einschätzung nach mittelfristig die Industrie- und Geschäftsgrundlagen solide sein. Kishor Patil, KPIT Alfred Vollmer

Kishor Patil:  Die OEMs arbeiten daran, die Anzahl der Mikrocontroller und ECUs zu reduzieren. Zwei Aspekte sind dabei sehr wichtig: Der eine ist die Architektur des Hardwareprodukts; der Softwarelieferant muss diese verstehen, um eine robuste Software liefern zu können. Zweitens sind solide Kenntnisse in den Bereichen Autosar, Softwarearchitektur, Integration etc. erforderlich – und genau diese Kombination bietet KPIT.

Die zentralisierte Architektur schafft eine neue Welt, in der wir als unabhängiges Softwareunternehmen weit mehr Möglichkeiten haben. Immer mehr OEMs achten darauf, dass sie eine gemeinsame Architektur für alle Lieferanten haben und ziehen in einigen Bereichen einen unabhängigen Softwarepartner hinzu.
Nehmen wir das Beispiel eines OEMs, der drei oder vier ECUs im Bereich des elektrischen Antriebsstrangs zu einer Einheit zusammenfassen möchte. Bei solchen Anwendungen haben wir die Möglichkeit, uns voll einzubringen. Die Integration in One-Box-Solutions hat gerade erst begonnen, eröffnet uns aber eine Menge Möglichkeiten.

Welche Bedeutung haben Europa und Deutschland für KPIT?

Kishor Patil:  Deutschland und Europa sind für KPIT von zentraler Bedeutung. Wir sind mit 700 Mitarbeitern in Europa gut vertreten, wovon die meisten in Deutschland ansässig sind. Wir arbeiten eng mit einigen der führenden OEMs und ihren Lieferanten in Bezug auf Spitzentechnologien zusammen. Es ist ein wirklich globales Kompetenzzentrum, bestehend aus einem internationalen Ingenieur-Team mit über 25 verschiedenen Nationalitäten. Unser Kompetenzzentrum in Deutschland verfügt über Fachwissen in den Bereichen Autonomes Fahren, Elektrifizierung des Antriebsstrangs, Autosar und Diagnose.

Vor acht Jahren habe ich Sie in Pune/Indien an Ihrem Hauptsitz schon einmal interviewt. Welche wesentlichen Veränderungen haben sich seitdem ergeben?

Kishor Patil:  Wir haben sehr wichtige Geschäftsbeziehungen zu deutschen OEMs und Tier1s aufgebaut. Vor sieben Jahren hat Europa weniger als zehn Prozent zu unserem Umsatz beigetragen, und heute ist es unser größter Wachstumsmarkt. Vier unserer zehn wichtigsten Kunden stammen nun aus Europa, und wir arbeiten sehr eng mit ihnen zusammen; drei davon haben ihren Sitz in Deutschland. Sieben unserer zehn größten Kunden sind OEMs, und drei davon sind Tier-1s.

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir intensiv in die Plattform- und Technologie-Entwicklung in den Bereichen Elektrifizierung des Antriebsstrangs, digitales Cockpit und automatisiertes Fahren miteinbezogen werden. Wir leisten sehr wichtige Beiträge zur Software-Roadmap unserer Kunden. Früher hatten wir wahrscheinlich weniger als 20 Prozent Umsatz aus den CASE-Bereichen, heute sind es mehr als 80 Prozent.

Als wir vor acht Jahren miteinander gesprochen haben, hatten wir kein Entwicklungszentrum in Deutschland, sondern arbeiteten eher auf Projektbasis. Wir haben ein paar Nischenunternehmen übernommen und unsere Präsenz ausgebaut. Das deutsche Know-how diente als Keimzelle und Magnet, der Experten aus aller Welt angezogen hat. Heute arbeiten Menschen aus über 25 verschiedenen Nationalitäten für KPIT in Deutschland. Deutschland ist ein wichtiges Kompetenzzentrum. Darüber hinaus verfügen wir über Kompetenzzentren in Indien, Detroit, Shanghai, Tokio und Thailand.

Wieviel Prozent der Entwickler bei KPIT sitzen in Indien?

Kishor Patil:  In Indien haben wir die meisten Mitarbeiter. Abhängig von den Anforderungen der Kunden legen wir fest, wie wir unsere gesamte globale Belegschaft einsetzen, um Skalierbarkeit, Fachwissen und vieles mehr optimal einbringen zu können. Die Mitarbeiterkonzentration variiert auch je nach Technologiebereich. 35 Prozent unserer Belegschaft arbeitet aktuell außerhalb von Indien. Aber in einigen wenigen Fällen wie zum Beispiel im Bereich elektrische Antriebe, haben wir mehr Experten in Deutschland als in anderen Kompetenzzentren.

Auf der nächsten Seite finden sie mehr Informationen über die Auswirkungen von Covid-19 auf KPIT und wo das Unternehmen jetzt besonders investieren will.

Welche Trends sehen Sie in der Branche jenseits von CASE?

Kishor Patil:  Ich denke, dass die Position eines unabhängigen Software-Integrators als Partner für OEMs und Tier-1s eine größere Rolle spielen wird. Wir glauben, dass genau hier KPIT seine Stärken hat. Fehlerfreie Software wird zweifellos eine viel wichtigere Rolle spielen als bisher. Die Markteinführungszeit muss verkürzt werden. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die Software in der Produktion genauso funktioniert wie in der Prototypenphase – die Qualität der Software und die Integration von Software und Hardware sind der Schlüssel. All dies erfordert grundsätzlich Zeit und Erfahrung, weshalb der Bedarf an einem Software Accelerator & Integrator  steigen wird.

Kishor Patil von KPIT: Wir haben uns auf Anwendungssoftware, Middleware-Gerätetreiber, Basissoftware-Plattformen und diverse andere Software­aspekte spezialisert. Kishor Patil, KPIT

Wir haben uns auf Anwendungssoftware, Middleware-Gerätetreiber, Basissoftware-Plattformen und diverse andere Software­aspekte spezialisert. Kishor Patil, KPIT Alfed Vollmer

Ein Fahrzeug ist in der Regel etwa zwölf Jahre im Einsatz, manchmal sogar länger. Mit der heutigen Elektronik können wir neue Funktionen auch mit Over-the-Air-Updates einführen. So lassen sich trotz sinkender zyklischer  Neuwagenkäufe trotzdem gute Umsätze erzielen. Endverbraucher benötigen neue Funktionen, was in der Praxis neue Software bedeutet. Dies kann zu verschiedenen Geschäftsmodellen für höhere Lebenszyklusumsätze und Erträge aus Daten und Dienstleistungen führen.

Wie beeinflusst der Wechsel vom Verbrennungs- zum E-Antrieb das Geschäft von KPIT?

Kishor Patil:  Der Wechsel vom konventionellen zum elektrischen Antrieb variiert je nach Land. Während in Ländern, in denen die Rohölpreise niedriger sind, die Umstellung länger dauern wird, werden die umweltbewussteren Länder diesen Wandel vorantreiben.

Elektrofahrzeuge benötigen viel Software: für das Batteriemanagement, Charger, Inverter und für die Motorsteuerung. Desweiteren besteht bei der Software für Elektroautos ein großer Bedarf an Virtualisierung und Validierung. Wir sind kein Anbieter von Tools, aber wir verwenden diese Tools, um Programme für unsere Kunden zu implementieren. Hierfür nutzen wir auch unsere speziellen Algorithmen, die wir ebenfalls integrieren.

In welchen Bereichen investiert KPIT besonders?

Kishor Patil:  Das Hauptaugenmerk liegt für uns darauf, so weit wie möglich fehlerfreie Software zu entwickeln. Der Schwerpunkt Nummer zwei liegt auf der schnelleren Markteinführung der Lösungen – sowohl in Bezug auf Funktionen als auch in Bezug auf Produkte. Genau hier investieren wir weiterhin, in eine solide Entwicklung und in einen geeigneten Support für unsere Kunden.

In der Praxis bedeutet dies, das wir besonders im Middleware-Bereich investieren, wo wir die meisten Komponenten auf den Markt bringen können. Wir integrieren auf schnelle Weise die Basissoftware und die Middleware und erstellen dann relevante Funktionen, die der OEM nicht unbedingt selbst entwickeln muss. Das steht im Einklang mit unserer Vision, innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre der weltweit führende Software Accelerator & Integrator für die Automobil- und Mobilitätsbranche zu werden.

Dies bedeutet, dass wir uns sehr auf unsere Talente konzentrieren müssen – auf Schulungen und Kompetenzentwicklung. Deshalb pflegen wir unter anderem auch viele Partnerschaften mit wichtigen Universitäten. Wir verfügen auch über eine interne Ingenieur-Akademie, um unseren Mitarbeitern die relevanten Kenntnisse vermitteln zu können. Die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter ist ein wesentlicher Schwerpunkt bei KPIT. Ich verbringe fast 40 Prozent meiner Zeit mit diesem höchst kritischen Aspekt bezüglich der Kompetenzentwicklung. Das ist sehr viel für einen CEO, aber es ist jede Sekunde wert, weil es unsere Zukunft ist.

Was ändert sich durch die Covid-19-Pandemie, und wie geht es weiter?

Kishor Patil:  Wir müssen genau beobachten, wie sich die Covid-19-Pandemie insgesamt auf das Ökosystem der Mobilität auswirkt. Während es einerseits so aussieht, dass der Bedarf an individueller Mobilität kurzfristig steigt, könnte möglicherweise, aufgrund der Gefahr von Virenübertragung der Bereich Shared Mobility etwas negativ beeinflusst werden.

Die Einnahmen der meisten Akteure innerhalb des Mobilitäts-Ökosystems werden kurzfristig beeinträchtigt sein, aber mittelfristig erwarten wir eine Erholung. Dies wird sich auch auf bestimmte geplante Investitionen auswirken – beispielsweise, dass einige Fahrzeugmodelle nicht weiter entwickelt werden. Die Investitionen in die Elektrifizierung werden voraussichtlich fortgesetzt. Es wird eine Neuausrichtung und Neupriorisierung der Technologieausgaben geben. Ich denke, dass die Investitionen in das digitale Cockpit erheblich steigen werden.

Neue Arbeitspraktiken, wie die Lieferung von überall aus der Welt – insbesondere für Software – werden an der Tagesordnung sein. Das wird zu vielen neuen Arbeitsweisen führen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass der Charakter von Software und die Notwendigkeit einer starken Software-Expertise sowie eines unabhängigen Software-Integrationspartners sich nicht ändern werden. Wir beobachten diese sich herausbildenden Trends aufmerksam und werden uns flexibel anpassen, um den Erfolg unserer Kunden weiterhin sicherzustellen.

Alfred Vollmer

Chefredakteur AUTOMOBIL-ELEKTRONIK

(aok)

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