ams Osram verkauft sein Geschäft mit CMOS-Bildsensoren (CIS) an Indie Semiconductor. Der Kaufpreis beträgt insgesamt rund 40 Mio. Euro. Davon entfallen 35 Mio. Euro auf eine Barzahlung, weitere 5 Mio. Euro auf eine Verkäufernote, die nach zwei Jahren fällig wird. Der Abschluss der Transaktion wird innerhalb der kommenden sechs Monate erwartet und steht noch unter den üblichen Vollzugsbedingungen.
Mit dem Verkauf setzt ams Osram seine strategische Neuausrichtung fort. Das Unternehmen will seine Wachstumsinvestitionen künftig noch stärker auf Digital-Photonics-Anwendungen konzentrieren. Dazu zählen insbesondere AI Photonics, hochparallele optische Verbindungen für KI-Rechenzentren sowie Display-Technologien für AR-Smart-Glasses. ams Osram hatte diese Ausrichtung Anfang Februar unter dem Leitmotiv „Creating the Leader in Digital Photonics“ vorgestellt.
Warum trennt sich ams Osram vom CIS-Geschäft?
CEO Aldo Kamper ordnet die Veräußerung als weiteren Schritt auf dem Weg zum „Digital Photonics powerhouse“ ein. Das CMOS-Image-Sensor-Geschäft sei zwar eine starke Technologieplattform, die strategische Priorität liege jedoch auf KI-getriebenen Segmenten mit besonders attraktiven Wachstumsperspektiven und klarer Differenzierung. Dazu zählt ams Osram unter anderem AI Photonics und AR-Smart-Glasses.
Für Indie Semiconductor soll das CIS-Geschäft gut zum bestehenden Portfolio und zur strategischen Ausrichtung passen. Indie Semiconductor ist auf Halbleiterlösungen für Automotive-Anwendungen spezialisiert. ams Osram sieht das Geschäft beim Käufer daher in einer guten Position für die weitere Entwicklung.
Erlöse fließen auch in den Schuldenabbau
Die Transaktion ist als Kombination aus Geschäfts- und Asset-Transaktionen strukturiert. Ein Teil der betroffenen Einheiten hält Vermögenswerte, die als Sicherheiten für Wandelanleihen und Senior Notes des Konzerns dienen. Deshalb sollen rund 20 Mio. Euro der Erlöse gemäß den Bedingungen dieser Finanzinstrumente für einen anteiligen Rückkauf oder eine Rückzahlung verwendet werden. Damit unterstützt der Verkauf auch den beschleunigten Schuldenabbau von ams Osram.
Der CIS-Verkauf ergänzt damit die größere Portfoliobereinigung, die ams Osram im Februar 2026 angekündigt hatte: Damals vereinbarte der Konzern den Verkauf seines nichtoptischen Analog-/Mixed-Signal-Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Mio. Euro. Dieses Geschäft adressiert Automotive-, Industrie- und Medizintechnik-Anwendungen; der Abschluss ist für das zweite Quartal 2026 geplant.
Welche Geschäftsteile hat ams Osram bereits verkauft?
Der Verkauf des CMOS-Image-Sensor-Geschäfts reiht sich in eine längere Serie von Desinvestitionen ein. In den vergangenen Jahren hat ams Osram mehrere Geschäftsteile veräußert, um das Portfolio zu verschlanken und Ressourcen stärker auf photonische Halbleiterplattformen zu konzentrieren.
| Geschäftsteil |
Käufer |
Verkaufspreis / Transaktionswert |
| Digital Systems Nordamerika |
Acuity Brands |
nicht veröffentlicht |
| Fluence, Horticulture Lighting |
Signify |
272 Mio. US-Dollar |
| Automotive Lighting Systems |
Plastic Omnium |
65 Mio. Euro |
| Traxon Technologies |
Prosperity Group |
nicht veröffentlicht |
| Clay Paky |
ARRI |
nicht veröffentlicht |
| Digital Systems Europa und Asien |
Inventronics |
74,5 Mio. Euro, zzgl. Barmittel der Zielgesellschaften von bis zu 15 Mio. Euro |
| Passive Optical Components |
Focuslight Technologies |
45 Mio. Euro in bar |
| Entertainment & Industry Lamps |
Ushio |
114 Mio. Euro |
| Nichtoptisches Analog-/Mixed-Signal-Sensorgeschäft |
Infineon |
570 Mio. Euro in bar |
| CMOS-Image-Sensor-Geschäft |
Indie Semiconductor |
40 Mio. Euro Gesamtgegenleistung: 35 Mio. Euro in bar plus 5 Mio. Euro Verkäufernote |
Mit diesen Verkäufen verabschiedet sich ams Osram schrittweise von Rand-, System- und ausgewählten Sensorgeschäften. Der Konzern konzentriert sich stattdessen auf Digital Photonics – also Technologien, bei denen Lichtemission, optische Sensorik, Halbleiter und digitale Steuerung eng zusammenwirken.