Siliziumkarbidfertigung in den USA
Bosch sichert sich 225 Millionen Dollar Förderung für SiC-Werk
Bosch hat in Roseville mit der Musterproduktion von Siliziumkarbid-Halbleitern begonnen. Die USA fördern den Umbau des Standorts mit bis zu 225 Millionen Dollar.
Bosch erhält bis zu 225 Millionen Dollar US-Förderung und startet in Roseville die Musterproduktion von SiC-Chips.
PJ OSWALD
Bosch hat eine Fördervereinbarung mit dem US-Handelsministerium geschlossen. Das Unternehmen erhält bis zu 225 Millionen Dollar aus dem CHIPS Program Office. Die Mittel unterstützen den Umbau des Standorts Roseville in Kalifornien zu einer Fertigung für Siliziumkarbid-Halbleiter.
Insgesamt will Bosch bis zu 2 Milliarden Dollar in Roseville investieren. Die Musterproduktion von SiC-Chips läuft bereits. Die kommerzielle Fertigung auf 200-Millimeter-Wafern soll noch 2026 starten, rund drei Jahre nach der Übernahme des Standorts.
Warum Bosch in Roseville SiC-Chips fertigt
Siliziumkarbid-Halbleiter sind für Anwendungen mit hohen Spannungen, hohen Temperaturen und schnellen Schaltvorgängen wichtig. In Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden können sie dazu beitragen, Energieverluste zu reduzieren, die Reichweite zu erhöhen und das Laden effizienter zu machen.
Bosch sieht auch außerhalb der Mobilität Einsatzmöglichkeiten. In Rechenzentren können SiC-Chips eine effizientere Leistungswandlung ermöglichen. Das ist relevant, weil KI-Anwendungen den Energiebedarf in Datenzentren stark erhöhen und zugleich kleinere, kühlere und leistungsfähigere Leistungselektronik gefragt ist.
Das entsteht am Standort Roseville
Der Standort Roseville verfügt über rund 40 Jahre Erfahrung in der Halbleiterfertigung. Bosch baut die bestehende Anlage zu einer Fertigung aus, die SiC-Halbleiter produziert und testet. Dafür entstehen neue Reinraumflächen und eine aktuelle Fertigungslinie mit neuen Prozessen und Anlagen.
Bosch hatte im April 2023 angekündigt, die bestehende Wafer-Fab in Roseville übernehmen zu wollen. Der Abschluss der Übernahme erfolgte im August 2023. Seitdem wird der Standort umgebaut. Zugleich wurden bestehende Beschäftigte gehalten und für die neue Fertigung weiterqualifiziert.
Wie die Förderung die Lieferkette stärken soll
Die Fertigung in Roseville soll US-Kunden eine lokale Versorgung mit SiC-Halbleitern ermöglichen. Für Automobilhersteller und industrielle Energieanwendungen kann das die Lieferkette resilienter machen und die Abhängigkeit von global verteilten Fertigungsstandorten verringern.
Roseville ist der erste Halbleiterproduktionsstandort von Bosch in den USA. Aktuell beschäftigt das Werk mehr als 300 Mitarbeitende. Zusätzlich erhielt der Standort einen California Competes Tax Credit in Höhe von 25 Millionen Dollar zur Unterstützung von Umbau und Investition.
Die Rolle von SiC für Bosch
Bosch produziert seit 2021 SiC-Chips und hat nach eigenen Angaben weltweit bereits mehr als 60 Millionen dieser Halbleiter ausgeliefert. Das Unternehmen hat zuletzt die dritte Generation seiner Siliziumkarbid Chips angekündigt. Sie soll bis zu 20 Prozent mehr Leistung bieten und kleiner sein als die vorherige Generation.
Künftig plant Bosch, auch diese dritte Generation in Roseville zu fertigen. Damit wird der Standort Teil eines größeren Ausbaus der US-Aktivitäten. Bis 2031 will Bosch bis zu 7,5 Milliarden Dollar in seine Standorte in den USA investieren. Dann feiert das Unternehmen sein 125-jähriges Bestehen in den Vereinigten Staaten.