Projekt »NeAIxt« sichert Europas Stellung in der KI-Branche
Am 1. Oktober 2025 fiel der Startschuss für das Forschungsprojekt »NeAIxt«, das mehr als 55 Partner aus der gesamten EU vereint. Ziel ist es, die europäische Position im Bereich der Künstlichen Intelligenz nachhaltig zu festigen und auszubauen.
Ein Blick in das Labor des Fraunhofer IPMS: Prof. Thomas Kämpfe zeigt, wie moderne Messtechnik die Entwicklung der neuen Speicher- und KI-Chips unterstützt.Fraunhofer IPMS
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Das
Forschungsprojekt »NeAIxt« widmet sich der rasanten Expansion der
Anwendungsfelder von Künstlicher Intelligenz (KI) mit einem
besonderen Fokus auf Edge-KI und deren Integration in bestehende
Systeme. Edge-KI bezeichnet den Einsatz von Künstlicher Intelligenz
direkt am Ort der Datenerfassung, also am Rand (engl. edge) des
Netzwerks, statt die Daten erst an ein zentrales Rechenzentrum oder
eine Cloud zu senden. Dies ermöglicht Echtzeit-Entscheidungen mit
geringer Latenz, erhöhter Sicherheit und ohne ständige
Internetverbindung. Ziel des Projekts ist es somit, innovative
Speicherlösungen wie eingebettete nichtflüchtige Speicher (eNVM)
ebenso wie hochzuverlässige Mikrocontroller mit KI-Fähigkeiten zu
entwickeln, um die europäische Unabhängigkeit und Kontrolle über
Edge-KI-Technologien zu stärken.
Im
Rahmen des Projekts arbeitet das Fraunhofer Institut für Photonische
Mikrosysteme IPMS an der Weiterentwicklung ferroelektrischer
HfO₂-Materialien. Diese Materialien können elektrische
Polarisationszustände dauerhaft speichern und ermöglichen damit
energieeffiziente, nichtflüchtige Speicherfunktionen. Die wiederum
sind wichtig für zuverlässige Elektroniklösungen, unter anderem im
Automobilbereich. Anschließend werden die optimierten
ferroelektrischen Schichten in X-FAB-CMOS-Technologien eingebettet.
Darauf aufbauend entwickelt das Fraunhofer IPMS Testchips, die sowohl
nicht-flüchtige Speicherkonzepte als auch Funktionen für
KI-Beschleunigung vereinen. Nach der Fertigung und elektrischen
Charakterisierung werden die Bauelemente mit etablierten Technologien
verglichen, um Leistungsfähigkeit und Effizienz einzuordnen. Zum
Projektabschluss entstehen zwei Demonstratoren: Zum einen ein
nichtflüchtiger Datenspeicher auf Basis ferroelektrischer
HfO₂-Schichten und zum anderen einen hardwarebasierender
KI-Beschleuniger.
Über das Projekt »NeAIxt«
Die
EU fördert das Projekt »NeAIxt« im Rahmen des »Chips Joint
Undertaking« mit insgesamt 25 Millionen Euro. Durch die enge
Zusammenarbeit und den Wissensaustausch zwischen den
Projektpartnern soll eine europäische Lösung für unabhängige Edge-KI-Anwendungen entstehen. Die Forschung zu
energieeffizientem Computing ist dringend geboten, da der Bereich Computing bis Ende der 2030er-Jahre
einen erheblichen Anteil am weltweiten Energieverbrauch haben könnte.
Schon heute sind KI-Rechenzentren mit Leistungen im Gigawatt-Bereich
geplant. In diesem Kontext wird das Projekt bis August 2028 laufen
und verspricht, nicht nur die Innovationskraft Europas zu fördern,
sondern auch die Unabhängigkeit in der Forschung und Integration von
KI-Technologien zu sichern. Das umfangreiche, multidisziplinäre
Forschungsprojekt soll dazu beitragen, die europäische
Wettbewerbsfähigkeit im globalen Technologiemarkt zu festigen und einen wichtigen Beitrag zur digitalen Souveränität leisten.