Neue MCUs mit integrierter KI-Beschleunigung

TI erweitert Portfolio um Edge-KI-Mikrokontroller

Texas Instruments erweitert sein Mikrocontroller-Portfolio um neue Bausteine mit integrierter KI-Beschleunigung. Die Familien MSPM0G5187 und AM13Ex ermöglichen KI-Inferenz direkt auf Embedded-Systemen und bringen Edge-KI in energieeffiziente Anwendungen.

Neue Mikrocontroller von Texas Instruments mit integrierter KI-Beschleunigung.

Texas Instruments (TI) erweitert sein Mikrocontroller-Portfolio um zwei neue Bausteinfamilien mit integrierter KI-Beschleunigung. Die auf der embedded world 2026 vorgestellten MCUs MSPM0G5187 und AM13Ex enthalten die TinyEngine NPU (Neural Processing Unit) des Unternehmens und sollen KI-Inferenz direkt auf ressourcenbeschränkten Embedded-Systemen ermöglichen. Damit verfolgt TI das Ziel, Edge-KI über sein gesamtes Embedded-Processing-Portfolio hinweg verfügbar zu machen.

Die TinyEngine NPU übernimmt die Berechnungen neuronaler Netze lokal im Mikrocontroller, während der Anwendungscode weiterhin von der Haupt-CPU ausgeführt wird. Laut TI reduziert die Hardwarebeschleunigung die Latenz pro KI-Inferenz im Vergleich zu Mikrocontrollern ohne Beschleuniger um bis zu den Faktor 90. Gleichzeitig sinkt der Energiebedarf pro Inferenz um mehr als das 120-Fache. Dadurch können auch batteriebetriebene Geräte KI-Funktionen direkt am Edge ausführen.

Edge-KI auch für einfache Embedded-Systeme

Mit dem MSPM0G5187 integriert TI erstmals KI-Beschleunigung in einen kostengünstigen Mikrocontroller auf Basis eines Arm Cortex-M0+-Kerns. Entwickler können damit Edge-KI auch in einfachen und preisgünstigen Geräten wie Wearables, Haushaltsgeräten oder Sensorsystemen einsetzen. Der Mikrocontroller soll laut Hersteller in größeren Stückzahlen für unter einem US-Dollar verfügbar sein.

KI und Echtzeitsteuerung in einem Chip

Für Anwendungen mit höheren Anforderungen an Echtzeitsteuerung stellt TI die AM13Ex-Familie vor. Diese Mikrocontroller kombinieren einen Arm Cortex-M33-Core, eine TinyEngine NPU sowie eine Echtzeitsteuerungsarchitektur in einem Chip. Damit lassen sich etwa Motorsteuerungen und KI-Funktionen parallel ausführen. In industriellen Systemen oder Robotik-Anwendungen können so beispielsweise adaptive Regelungsalgorithmen oder Funktionen für vorausschauende Wartung direkt im Steuerungssystem umgesetzt werden.

Ergänzt wird die Hardware durch das Software-Ökosystem von TI. Die Entwicklungsumgebung CCStudio Edge AI Studio unterstützt Entwickler beim Trainieren, Optimieren und Deployen von KI-Modellen für die Embedded-Plattformen des Unternehmens. Derzeit stehen dort mehr als 60 Modelle und Anwendungsbeispiele zur Verfügung. Zudem integriert TI generative KI-Funktionen in seine Entwicklungsumgebung Code Composer Studio, um unter anderem Codeentwicklung, Systemkonfiguration und Debugging zu beschleunigen. Der Mikrocontroller MSPM0G5187 ist bereits in Produktionsstückzahlen verfügbar, während der AM13E23019 zunächst in Vorproduktionsmengen bereitsteht. Weitere Varianten sollen bis Ende 2026 folgen.