Die EMS-Branche gehört zu den großen Gewinnern der aktuellen Transformation der Elektronikindustrie. Entsprechend stark präsentiert sich der Bereich Electronic Manufacturing Services auf der electronica 2026.
Petra GottwaldPetraGottwaldChefredakteurin Elektronik-Titel
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Der Boom der EMS-Branche hat mehrere Ursachen. Zum einen nimmt die Komplexität elektronischer Produkte kontinuierlich zu. Zum anderen sorgen geopolitische Unsicherheiten und die Erfahrungen der vergangenen Jahre für ein Umdenken bei den Lieferketten.AdobeStock_1572711057_Akash_Sain
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Die hohe Ausstellerzahl und die große internationale Beteiligung zeigen, welchen Stellenwert Fertigungsdienstleister inzwischen innerhalb der Wertschöpfungskette einnehmen. Ein sichtbares Zeichen dafür ist der PCB, EMS & Components Marketplace in den Hallen A1 und A2, der sich als zentraler Treffpunkt für Leiterplatten-, Komponenten- und EMS-Unternehmen etabliert hat. Hier werden alle zwei Jahre neue Technologien, praxisnahe Anwendungen und aktuelle Markttrends vorgestellt.
Deutschland, Österreich und die Schweiz stellen zusammen rund 36 der identifizierten reinen EMS-Anbieter und damit deutlich mehr als ein Drittel aller relevanten Fertigungsdienstleister. Dahinter folgen Frankreich, China, Spanien und Tschechien als stärkste internationale GruppenKI generiert
Vom Fertiger zum Partner
Der Boom der EMS-Branche hat mehrere Ursachen. Zum einen nimmt die Komplexität elektronischer Produkte kontinuierlich zu. Entwicklungszyklen werden kürzer, die Variantenvielfalt steigt und neue Technologien müssen immer schneller zur Marktreife gebracht werden. Viele OEMs konzentrieren sich deshalb stärker auf Entwicklung, Vertrieb und Systemkompetenz, während Fertigung, Industrialisierung und Supply-Chain-Management an spezialisierte EMS-Partner ausgelagert werden.
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Lieferketten neu denken
Zum anderen sorgen geopolitische Unsicherheiten und die Erfahrungen der vergangenen Jahre für ein Umdenken bei den Lieferketten. Resilienz ist längst zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor geworden. Unternehmen suchen Fertigungspartner, die nicht nur produzieren, sondern auch Entwicklungsleistungen, Prototyping, Beschaffung, Testkonzepte und internationale Produktionsnetzwerke anbieten können. Genau diese Entwicklung spiegelt sich auf der electronica wider, wo EMS-Anbieter heute weit mehr als reine Auftragsfertiger sind.
Besonders auffällig ist die starke Präsenz deutscher Unternehmen. Die Auswertung der EMS-bezogenen Ausstellerlisten ergibt allein für Deutschland 26 relevante EMS-Dienstleister. Zusammen mit Österreich und der Schweiz kommen die DACH-Länder auf 36 identifizierte EMS-Anbieter und stellen damit die größte regionale Gruppe im Ausstellerfeld. Zu den bekannten Namen zählen unter anderem Zollner Elektronik, TQ-Systems, Katek, Prettl, Hansa BMK Group, Technisat Digital, Kontron, Rawe Electronic, Deltec, Tecnotron Elektronik, Becom Electronics, Melecs, SVI Austria, Cicor und Variosystems.
Dach als EMS-Hotspot
Damit bestätigt die electronica die anhaltende Bedeutung des Dach-Raums als europäisches Zentrum für hochwertige Elektronikfertigung. Während viele Volumenmärkte weiterhin von asiatischen Anbietern geprägt werden, überzeugen deutsche, österreichische und Schweizer EMS-Unternehmen insbesondere bei anspruchsvollen Anwendungen in den Bereichen Industrieelektronik, Medizintechnik, Automotive, Luft- und Raumfahrt sowie sicherheitskritischen Systemen.
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Die hohe Nachfrage nach Ausstellungsfläche ist zugleich Ausdruck eines strukturellen Wandels der Elektronikindustrie. Fertigungsdienstleister entwickeln sich zunehmend zu Innovationspartnern entlang des gesamten Produktlebenszyklus und nehmen damit eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur All Electric Society ein.