Halbjahresabschluss 2026

Komax-Gruppe kehrt zu profitablem Wachstum zurück

Komax steigerte im ersten Halbjahr 2026 den Bestellungseingang um 12,2 %. Maßgeblich dazu beigetragen hat die starke Marktposition in den Industrie- und Infrastruktursegmenten in Nordamerika, die vom anhaltenden Ausbau von Rechenzentren profitieren.

Der Schweizer Verband Scienceindustries, für die Chemie-, Pharma- und Life-Sciences-Industrien, ruft die Schweizer Behörden auf, eine Rücknahme oder Milderung der US-Zölle zu erwirken. Er sieht die 39 % auf Schweizer Produkte nicht gerechtfertigt.
Im ersten Halbjahr 2026 sorgte der anhaltende Ausbau von Rechenzentren in Nordamerika für eine starke Nachfrage nach Lösungen für die automatisierte Kabelverarbeitung und Qualitätskontrolle.

Die Komax-Gruppe verzeichnete in den ersten sechs Monaten 2026 in den Industrie-, Infrastruktur- und Transportmärkten ein weiteres Wachstum. Treiber war insbesondere der anhaltende Ausbau von Rechenzentren in Nordamerika, der zu einer starken Nachfrage nach Lösungen für die automatisierte Kabelverarbeitung und Qualitätskontrolle führte. Dadurch konnte die Komax-Gruppe die Abhängigkeit von der Automobilindustrie weiter reduzieren. Deren Anteil am Umsatz sank auf 57 % (H1 2025: 64 %). Die Kundschaft aus der Automobilindustrie zeigte sich weiterhin zurückhaltend beim Investieren. Wobei insbesondere die volatile Marktsituation in Europa und die bestehenden Überkapazitäten in China für die Gruppe eine Herausforderung darstellten.

Insgesamt erreichte Komax im ersten Semester 2026 einen Bestellungseingang von CHF 311,4 Mio. und verzeichnete gegenüber dem Vorjahreszeitraum (H1 2025: CHF 277,4 Mio.) ein Wachstum von 12,2 % und damit den höchsten Wert seit dem zweiten Halbjahr 2023.

Organisches Umsatzwachstum

Zahlreiche Bestellungen gingen erst gegen Mitte des Jahres ein und waren somit noch nicht umsatzwirksam. Da zudem negative Währungseffekte von 4,4 % die Entwicklung des Umsatzes belasteten, verringerte sich dieser um 2,8 % auf CHF 272,4 Mio. (H1 2025: CHF 280,3 Mio.). Organisch wuchs der Umsatz um 1,6 %. Der Auftragsbestand nahm in der ersten Jahreshälfte 2026 deutlich zu und lag per 30. Juni 2026 bei CHF 183,1 Mio. (31. Dezember 2025: CHF 145,5 Mio.). Die Book-to-Bill-Ratio betrug 1,14.

Rechenzentren als Wachstumstreiber

Regional entwickelten sich die Umsätze unterschiedlich. Am kräftigsten legten sie in Nord-/Südamerika zu, wo ein Wachstum von 17,1 % resultierte. In der Region Asien/Pazifik ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,4 % zurück. Ausschlaggebend war die schwache Marktentwicklung in China, wo Überkapazitäten in der Automobilindustrie die Investitionsbereitschaft der Kundschaft dämpften. Außerhalb Chinas entwickelte sich das asiatische Geschäft hingegen positiv: Der Umsatz stieg um mehr als 7n%, wozu insbesondere der dynamische indische Markt wesentlich beitrug. In Europa und Afrika nahmen die Umsätze um 8,6 % bzw. 7,8 % ab. Dementsprechend sank der Umsatzanteil Europas auf 34 % (H1 2025: 36 %) und entsprach damit dem Anteil von Nord-/Südamerika, das mit einem kräftigen Wachstum auf 34 % zulegte (H1 2025: 29 %). Der Umsatzanteil von Afrika blieb mit 15 % unverändert, während die Region Asien/Pazifik 17 % (H1 2025: 20 %) zum Umsatz beitrug.

Tiefere Kostenbasis führt zu steigendem EBIT

Das betriebliche Ergebnis (EBIT) lag bei CHF 1,6 Mio. (H1 2025: CHF 6,2 Mio.) bei einer EBIT-Marge von 0,6 % (H1 2025: 2,2 %). Darin enthalten sind jedoch signifikante Einmaleffekte von CHF –14,9 Mio. Diese sind hauptsächlich auf weitere Struktur- und Portfolioanpassungen an verschiedenen Standorten, insbesondere in Europa, sowie damit verbundene Restrukturierungskosten und Lagerwertberichtigungen zurückzuführen. Diese vorgenommenen Anpassungen werden dazu beitragen, die Kostenbasis der Komax-Gruppe weiter nachhaltig zu reduzieren. Ohne diese Einmaleffekte resultierte ein EBIT von CHF 16,5 Mio. bei einer EBIT-Marge von 6,1 % und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von CHF 7,7 Mio. und der EBIT-Marge von 2,7 %. Dazu trug auch die weiterhin hohe Bruttomarge von 65,1 % (H1 2025: 68,1 %) bei. Das Gruppenergebnis nach Steuern (EAT) lag bei CHF –5,0 Mio. (H1 2025: CHF –3,5 Mio.). Positiv auf das EAT wirkte sich die Reduktion der Ertragssteuern auf CHF –2,0 Mio. (H1 2025: CHF –5,6 Mio.) aus.

Dieses betriebliche Ergebnis unterstreicht, dass die seit 2024 konsequent umgesetzten Maßnahmen zur Kostenreduktion Wirkung entfalten. Gegenüber 2024 konnten wir unsere Kostenbasis um über CHF 25 Mio. reduzieren. Diesen Weg der Kostenreduktion werden wir mit gezielten Maßnahmen konsequent weiterverfolgen.

Andreas Weibel, CFO ad interim der Komax-Gruppe

Programm «Uplift» – Wachstumsinitiativen und Kostendisziplin

Um die Neuausrichtung des Unternehmens voranzutreiben und den positiven Trend der vergangenen Monate zu verstärken, initiierte die Komax-Gruppe im ersten Halbjahr 2026 das Programm «Uplift». Es umfasst einerseits Initiativen, um die Wachstumsmöglichkeiten in den Industrie-, Infrastruktur- und Transportmärkten noch gezielter zu nutzen, und andererseits Maßnahmen zur Sicherung der bestehenden Position in der Automobilindustrie. Zudem legt das Programm einen starken Fokus auf die Fortführung der Kostendisziplin und der nachhaltigen Senkung der Kostenbasis. Die im ersten Semester 2026 angefallenen Einmaleffekte von CHF –14,9 Mio. stehen im Zusammenhang mit diesem Programm und schaffen die Voraussetzung, um die Kostenbasis ab 2027 um weitere bis zu CHF 10 Mio. zu senken. Im zweiten Halbjahr 2026 ist mit keinen wesentlichen zusätzlichen Einmaleffekten zu rechnen.

Reduktion der Nettoverschuldung

Die Komax-Gruppe verfügt weiterhin über ein solides finanzielles Fundament: Per 30. Juni 2026 betrug das Eigenkapital CHF 334,3 Mio. (31. Dezember 2025: CHF 335,6 Mio.) bei einer Eigenkapitalquote von 52,1 % (31. Dezember 2025: 52,4 %). Der Free Cashflow fiel trotz des negativen EAT mit CHF 7,2 Mio. positiv aus (H1 2025: CHF –2,0 Mio.), da das Nettoumlaufvermögen reduziert werden konnte. Dadurch nahm auch die Nettoverschuldung von CHF 111,9 Mio. per 31. Dezember 2025 auf CHF 104,9 Mio. ab. Die sinkende Nettoverschuldung in Verbindung mit dem gestiegenen EBITDA (ohne Einmaleffekte) führte zu einem wesentlich tieferen Verschuldungsfaktor von 2,33 (31. Dezember 2025: 3,12).

Einstieg ins Werkzeuggeschäft

Im Zuge der Neuausrichtung hat das Unternehmen in den letzten Monaten einen wichtigen strategischen Schritt unternommen, um die Wertschöpfungskette weiter zu stärken. So hat die Gruppe im Juli 2026 eine Minderheitsbeteiligung von 40 % an der KTK mit Sitz in Wilhelmsdorf, Deutschland, erworben. Dieses Unternehmen beschäftigt rund 20 Mitarbeitende und ist auf die Entwicklung und Herstellung von Crimpwerkzeugen spezialisiert. Zudem hat Komax in den letzten Wochen begonnen, am Standort in Tianjin, China, eine Werkzeugfertigung und -montage nach dem Vorbild des deutschen KTK-Standorts aufzubauen.

Ebenfalls Fortschritte erzielte die Komax-Gruppe im ersten Halbjahr 2026 bei der weiteren Lokalisierung des Produktportfolios in Asien. Die damit verbundenen Investitionen in den Aufbau lokaler Entwicklungskompetenzen und den Transfer von Knowhow aus Europa führen zwar vorübergehend zu Doppelspurigkeiten und damit zu höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, erhöhen aber langfristig die Wettbewerbsfähigkeit in Asien.

Einführung von wire2GO in den USA

Zur Stärkung der Position im nordamerikanischen Markt für Schaltschrankbau und damit zum Ausbau der Geschäftstätigkeit im Marktsegment Industrial & Infrastructure lancierte die Gruppe im Mai 2026 den Service wire2GO in den USA. Über eine digitale Komax-Plattform können Kunden vorkonfektionierte Drahtsätze in beliebiger Menge bestellen. Diese werden am Standort in Brookfield, USA, vollständig automatisiert konfektioniert und beschriftet und anschließend innerhalb kurzer Zeit ausgeliefert. Dadurch soll sich die Verdrahtung von Schaltschränken um bis zu 80 % beschleunigen lassen. Unter der Marke Wustec bietet die Komax-Gruppe diesen Service bereits seit 2023 insbesondere in Deutschland an.

CEO- und CFO-Suche auf Kurs

Die im April gestartete Suche nach einem neuen CEO verläuft planmäßig, sodass dieser voraussichtlich noch im dritten Quartal 2026 ernannt werden kann. Bis zum Stellenantritt des neuen CEO führt Verwaltungsratspräsident Andreas Häberli weiterhin interimistisch die Gruppe. Auch die Rekrutierung für die CFO-Position schreitet wie geplant voran, die Besetzung soll jedoch erst nach der Ernennung des neuen CEO erfolgen, damit dieser in den Auswahlprozess einbezogen werden kann. Seit Anfang Juni nimmt Andreas Weibel die CFO-Funktion interimistisch wahr.