Wärmeleitprodukte von der Stange oder maßgeschneidert
Materialien für das Wärmemanagement von Batterien
Leistung, Sicherheit und Lebensdauer aktueller Batterien hängen stark vom Thermomanagement ab. Spezielle Folien, Pasten und Platten helfen, Temperaturspitzen gezielt zu kontrollieren und Batteriemodule zuverlässig zu schützen.
Dr. Michael MüllerDr. MichaelMüller
Andreas ZeiffAndreasZeiff
3 min
Wie verbessert Wärmemanagement die Batterieleistung? Materialien wie Folien, Pasten und Platten erhöhen Sicherheit und Lebensdauer.Maksim - stock.adobe.com
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Ein Kaltstart im Winter belastet die Starter-Batterie
stark, aber auch bei modernen Batterielösungen mit hoher Energiedichte ist ein
gutes Thermomanagement entscheidend für Leistung, Lebensdauer und Sicherheit. Ob
Lithiumionen-, LiFePO4-Akkus oder andere, Batteriemodule werden aus einer Vielzahl
von Einzelzellen zu einem Modul oder Akkupack zusammengestellt. Dabei dürfen weder
einzelne Zellen noch das ganze Paket im Betrieb zu warm oder zu kalt werden.
Moderne Werkstoffe in Form von Folien, Pasten oder Pulvern erlauben es, an
praktisch jeder Stelle die richtige “Wohlfühltemperatur” im Batteriemodul
einzustellen.
Bild 1: Wärmeleit- und Isolierstoffe gibt es in Form von Folien, Platten, oder „von der Rolle“.Dr. Dietrich Müller
Batterien für den Massenmarkt teilen sich in viele sehr
unterschiedliche Gruppen und Ausführungen auf. Sie haben aber ein paar grundlegende
Gemeinsamkeiten, die den Aufbau, die Sicherheit, Leistungsfähigkeit und
Lebensdauer betreffen. So werden Batteriezellen zu Modulen zusammengefasst und
diese dann zu einem Batteriepack, um höhere Spannungen und/oder Kapazität zu
erreichen. Nachteil einer solch dichten Packung: Es entsteht Wärme bei Ladung
und Entladung, die gezielt abgeführt werden muss; bei Kälte dagegen müssen die
Zellen beheizt werden, beispielsweise, um im Winter überhaupt eine Schnellladung
zu ermöglichen. Je nach Einsatzbereich, im Elektrofahrzeug, stationären
Energiespeicher, der Ladeinfrastruktur etc., gibt es für das Wärmemanagement
sehr unterschiedliche Anforderungen. Als Experte für Wärmeleit- und
Isolierstoffe bietet die Dr. Dietrich Müller GmbH aus
Ahlhorn dafür eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien (Bild 1) in Form von
Folien, Pasten oder Pulvern und Platten an, als Rohware „von der Rolle“ oder anwendungsspezifisch
vorkonfektioniert z. B. geformt und gelocht. Einen Teil der vielfältigen Anforderungen
und Möglichkeiten der Materialen, die hier zum Einsatz kommen, zeigt der
folgende Text.
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Wärmemanagement verbessert Leistung und Lebensdauer
Bild 2: Die gezielte Ausbreitung der Wärme von Akkuzelle zu Zelle bzw. zur Kühleinrichtung oder Außenfläche verbessern exakt konfigurierte Materialien wie Wärmeleit-, Phasenwechsel-, Isoliermaterial.Dr. Dietrich Müller
Die Arbeitstemperatur durchschnittlicher Batterien liegt meist
zwischen - 20 und maximal + 50 °C, bei ca. 25 °C haben sie ihre optimale
Leistung. Die aus Batteriemodulen zusammengesetzten Batteriepakete für größere
Verbraucher werden deswegen mit einem Batteriemanagementsystem (BMS) und
Schutzsystemen zur Kühlung versehen, um Temperaturspitzen nach oben und unten
zu vermeiden. Hotspots, also einzelne heißere Zellen, sollen durch gezielte
Wärmeabfuhr bzw. -verteilung vermieden werden, weil sie sonst andere Zellen mitschädigen
können (Bild 2). Diese gezielte Ausbreitung der Wärme von Akkuzelle zu Zelle bzw.
zur Kühleinrichtung oder Außenfläche verbessern verschiedene Materialien mit
unterschiedlichen Eigenschaften. Dabei müssen elektrische Isolierstoffe sowohl
flammsicher sein als auch die Anforderungen der Underwriter Laboratories (UL)
erfüllen. Bei separaten Kühlsystemen wird das gesamte Batteriepaket nach außen
isoliert, das hält die Batterie im Winter länger warm und einsatzbereit und
schützt im Sommer vor hoher Wärmestrahlung vom heißen Straßenbelag. Je nach
Batteriesystem und Auslegung sind daher eine Vielzahl unterschiedlicher Stoffe
und Vorgehensweisen möglich, die Spezialisten aus Ahlhorn helfen hier mit ihrer
Erfahrung bei der Auswahl und Gestaltung der Isolierstoffe weiter.
Folie und Platten als Maßanzug liefern lassen
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Bild 3: Eine Möglichkeit für eine effektive Wärmeübertragung in Batteriemodulen sind anwendungsspezifisch gestanzte Interface-Materialien.Dr. Dietrich Müller
Eine Möglichkeit für eine effektive Wärmeübertragung in
Batteriemodulen sind gestanzte Interface-Materialien (Bild 3). Solche
Komponenten mit hoher Wärmeleitfähigkeit und guter Druckbeständigkeit erlauben
eine einfache Integration in bestehende Designs. Die Leitfähigkeit beträgt bis
zu 9 W/mK und verbessert durch Überbrücken schlecht leitfähiger „Luftporen“ (Wärmeleitfähigkeit
Luft = 0,026 W/mK) zwischen den Oberflächen den Wärmeübergang. Neben dem
Wärmemanagement übernehmen sie häufig noch weitere Aufgaben wie einen
mechanischen Schutz, vor allem bei Zellversagen mit Austritt heißer Gase, als
Stoßschutz und gegen Vibration. Die Folien und Platten gibt es in
unterschiedlichen Ausführungen, z.B. als Thermipads, wärmeleitende Klebefolien,
sehr dünne Folienfilme aus Silikon, Polyimid, PEEK oder Schaumfolien und
gefüllte Folien aus Acryl- oder Polyesterkunststoffen (Bild 4). Pasten für die
Temperaturkontrolle in Batteriemodulen dienen als flexible Wärmeleiter, beispielsweise,
um Temperaturfühler thermisch zu koppeln. Phasenwechselmaterialien dagegen puffern
entstehende Abwärme, durch einen Fest-flüssig-Übergang, verteilen die Wärmeenergie
zeitlich und halten so den Akku in Betrieb und auf Wohlfühltemperatur. Werkstoffe
wie Gap-Pads oder Grafit helfen, Wärmeprobleme zu vermeiden und die Lebensdauer
der Batterie zu verlängern.
Bild 4: Folien und Platten gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, z. B. als Thermipads, wärmeleitende Klebefolien, sehr dünne Folienfilme aus Silikon, Polyimid, PEEK oder Schaumfolien und gefüllte Folien aus Acryl- oder Polyesterkunststoffen.Dr. Dietrich Müller
Im Gegensatz zu Stoffen, die wie Flüssigkeiten den Raum füllen,
beispielsweise Aerosilpulver, das thermisch isoliert und feuerbeständig ist und
dabei auch Elektrolyt im Schadensfall aufsaugen kann, müssen die formstabilen
Wärmemanagementprodukte an die jeweilig spezifischen Formvorgaben angepasst
werden. Da die unterschiedlichen Materialien auch sehr unterschiedliche
Bearbeitungsanforderungen haben, bieten die Ahlhorner Spezialisten mit ihrer jahrzehntelangen
Erfahrung auch einen Konfigurierungsservice. Alle Materialien können, exakt
nach Maß zugeschnitten, fertig zum Einbau geliefert werden. Neben dünnen Formteilen
gibt es auch verschiedene Platten: Robuste Platten, z. B., um die Zellenpole zu
isolieren, oder Epoxidplatten zur Trennung einzelner Modulbereiche oder um die
Zellen mechanisch gegen Vibration oder Aufblähen vorzuspannen (Bild 5).
Zukunftsfähige Produkte
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In kaum einer anderen Branche geht der technische Fortschritt aktuell
so schnell voran wie bei der Batteriefertigung. Das betrifft nicht nur die
eigentliche Akkuzelle, sondern auch die Materialien zur Modulzusammenstellung. Das
Produktprogramm rund um das Thermomanagement bietet daher neben altbewährten
Materialien auch viele innovative Stoffe wie beispielsweise eine im wahrsten
Wortsinn hauchdünne, gebrauchsmustergeschützte Folie aus PEEK-Wärmeleitfolie
mit nur 25 µm Stärke und hoher Durchschlagfestigkeit. Solch dünne Folien zu
verarbeiten und reproduzierbar zu konfektionieren, erfordert umfangreiches Know-how.
Wärmeleitfähige Klebstoffe mit einem weiten Temperaturbereich von ca. - 85 bis
zu + 300 °C und Wärmeleitpasten mit und ohne Silikon, ungefüllt oder gefüllt
mit Keramik-, Bor- oder Silberpartikeln und einer Wärmeleitfähigkeit bis zu 9
W/mK für einen Einsatzbereich von - 100 bis + 1200 °C runden das Programm rund
um die Wärmeleitprodukte im Batteriebau ab.
Bild 5: Der Konfigurierungsservice bietet „Maßanzüge“, um die Zellenpole zu isolieren, Epoxidplatten zur Trennung einzelner Modulbereiche oder um die Zellen mechanisch gegen Vibration oder Aufblähen vorzuspannen.Dr. Dietrich Müller
Um die beste Lösung für spezifische Wärmemanagementaufgaben zu
finden, steht heute eine breite Palette unterschiedlicher Werkstoffe zur
Verfügung. Kompetente Beratung im Vorfeld bei der Materialauswahl,
gegebenenfalls kombiniert mit einer ausgelagerten Vorkonfektionierung der
Folien oder Platten und just-in-time Lieferung, erlaubt eine preiswerte
Produktion ohne Abstriche bei Robustheit und Lebensdauer der Produkte eingehen
zu müssen. (na)
Autoren:
Dr. Michael Müller,
Geschäftsführer bei Dr. Dietrich Müller, und Andreas Zeiff, Redaktionsbüro
Stutensee