Jahresabschluss 2025

Komax-Gruppe erzielt positives betriebliches Ergebnis

Die Komax-Gruppe setzte 2025 ein umfangreiches Maßnahmenpaket um und stärkte die Marktposition in China. Zwar blieb die Investitionsbereitschaft der Kunden verhalten, dennoch ermöglichten die umgesetzten Einsparungen ein positives betriebliches Ergebnis.

Die Komax-Gruppe trieb 2025 den Transformationsprozess konsequent voran und schloss dabei unter anderem die Aktivitäten in Bezug auf den Zusammenschluss mit Schleuniger erfolgreich ab.

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen beeinträchtigten das Marktumfeld der Komax-Gruppe, insbesondere in der europäischen Automobilindustrie blieb die Investitionstätigkeit weiterhin verhalten. Die US-amerikanische Zollpolitik verstärkte die Unsicherheit bei der Kundschaft zusätzlich. Insgesamt resultierte daraus eine Abnahme des Bestellungseingangs um 2,1 % auf CHF 565,0 Millionen (2024: CHF 577,2 Mio.). In der zweiten Jahreshälfte 2025 war der Bestellungseingang CHF 10,1 Millionen höher als im ersten Semester.

Unterschiedliche Umsatzentwicklung

Der Umsatz nahm vor allem aufgrund des schwachen Automobilmarktes um 7,9 % ab und lag bei CHF 580,9 Millionen (2024: CHF 630.5 Mio.). Akquisitorisch resultierte ein leichtes Wachstum von 1,5 %, während es organisch einen Rückgang um 6,0 % gab. Der Fremdwährungseinfluss war signifikant negativ und betrug –3,4 %, was CHF –21,4 Millionen entsprach.

Das Servicegeschäft konnte die Gruppe 2025 ausbauen und in den Industrie-, Infrastruktur- und Transportmärkten Fortschritte erzielen. So gelang es etwa im Marktsegment Aerospace & Railway, den Umsatz um über 10 % zu steigern und diverse Aufträge im Zusammenhang mit dem Aufbau von Rechenzentren zu gewinnen, was die Abhängigkeit von der Automobilindustrie weiter reduzierte. Deren Anteil am Umsatz sank auf 62,0 % (2024: 64,1 %).

Regional gab es große Unterschiede in der Umsatzentwicklung. Während in Europa die schwache Automobilindustrie für einen Rückgang um 19,4 % sorgte, gab es in Afrika wegen der zunehmenden Verlagerung der Kabelbaumproduktion von Osteuropa nach Nordafrika ein deutliches Wachstum von 51,8 %. Niedrige Lohnkosten fördern Investitionen der Kundschaft in Produktionsstandorte in Marokko und Tunesien sowie zunehmend auch in neue Fabriken in Ägypten und Algerien. Die Region Nord- und Südamerika wies einen Umsatzrückgang von 15,2 % gegenüber dem Vorjahr aus. In Asien/Pazifik ging der Umsatz nur leicht um 3,7 % zurück.

Strukturanpassungen senken Kosten

Seit 2024 hat Komax ein umfangreiches Maßnahmenpaket umgesetzt, um die Strukturen zu verschlanken und die Kosten nachhaltig zu reduzieren. In diesem Zusammenhang hat sich die Anzahl der Engineering- und Produktionsstandorte um 20 % von 30 auf 24 reduziert. Es entfielen sechs Standorte in Europa und einer in Japan, während durch die Akquisition von Hosver ein zusätzlicher Standort in China hinzukam. Weitere Maßnahmen befinden sich in der Umsetzung, sodass im Verlauf des Jahres 2026 an den Standorten in Ungarn und in Mexiko die Produktion ebenfalls eingestellt wird. Auf das Produktportfolio haben die Anpassungen keinen Einfluss, da die bestehenden Standorte die Schließungen kompensieren werden. Durch diese Maßnahmen ließ sich die Kostenbasis deutlich senken und wird ab 2026 um CHF 25 Millionen unter dem Niveau von 2024 liegen. Damit verbunden war 2025 auch ein Abbau von rund 300 beziehungsweise 9 % aller Stellen.

Positives EBIT und hohe Eigenkapitalquote

Von den geplanten Einsparungen in Höhe von insgesamt CHF 25 Millionen wurden 2025 bereits rund CHF 20 Millionen realisiert; die Kostenreduktionen haben sich damit schneller als erwartet ausgezahlt. Zudem führte der Produktmix zu einer hohen Bruttomarge von 64,1 % und ermöglichte ein positives betriebliches Ergebnis (EBIT) von CHF 6,8 Millionen (2024: CHF 16,0 Mio.) beziehungsweise eine EBIT-Marge von 1,2 % (2024: 2,5 %). Darin enthalten sind Restrukturierungskosten von rund CHF 9 Millionen. Ohne Restrukturierungskosten und den negativen Fremdwährungseinfluss von 2,0 Prozentpunkten hätte eine EBIT-Marge von rund 4,7 % resultiert. Das Gruppenergebnis nach Steuern (EAT) fiel negativ aus und lag bei CHF –7,9 Millionen (2024: CHF –2,9 Mio.).

Die Komax-Gruppe verfügt über ein solides finanzielles Fundament: Das Eigenkapital belief sich per 31. Dezember 2025 auf CHF 335,6 Millionen (31.12.2024: CHF 356,6 Mio.), was einer Eigenkapitalquote von 52,4 % entspricht (2024: 51,7 %). Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit betrug CHF 6,1 Millionen (2024: CHF 59,7 Mio.). Aufgrund von Investitionstätigkeiten resultierte ein negativer Free Cashflow von CHF –12,3 Millionen (2024: CHF 16,1 Mio.). Die Nettoverschuldung nahm von CHF 97,6 Millionen (2024) auf CHF 111,9 Millionen zu. Die Kapitalanforderungen (Covenants) gemäß Konsortialkreditvertrag wurden während des ganzen Jahres eingehalten.

Stärkung der Marktposition in China

Die Komax-Gruppe befindet sich in einem umfassenden Transformationsprozess, der sowohl durch den Zusammenschluss von Komax und Schleuniger als auch durch die verstärkte Ausrichtung der Aktivitäten auf den asiatischen Markt geprägt ist. Im Jahr 2025 waren dabei deutliche Fortschritte zu verzeichnen. So wurden die wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit der Integration von Schleuniger erfolgreich abgeschlossen und Synergien realisiert. Dazu zählten die Optimierung des Vertriebs- und Servicenetzwerks, die Verschlankung des Produktportfolios und zahlreiche strukturelle Anpassungen, die zu einer nachhaltigen Senkung der Kosten führten. Im momentanen Transformationsprozess reduzierte die Gruppe nicht nur die Kosten, sondern investierte gleichzeitig auch gezielt in den Ausbau der Marktposition in China.

Per August 2025 hat die Komax-Gruppe den Aktienanteil an Hosver, einem chinesischen Hersteller von Maschinen für die Verarbeitung von Hochvoltkabeln, von 56 % auf 67 % erhöht. Seit Ende 2024 ist sie außerdem mit 5 % am chinesischen Unternehmen E-Plus beteiligt, welches das in China am häufigsten eingesetzte Manufacturing Execution System (MES) für die Produktion von Kabelbäumen vertreibt. Mit E-Plus wurde im Berichtsjahr ein Distributionsvertrag abgeschlossen, der den exklusiven Vertrieb des Produktportfolios von E-Plus außerhalb Chinas erlaubt.

Zusätzliche Kosten in Forschung und Entwicklung

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor in Asien ist der Ausbau der Maschinenproduktion nach dem Prinzip „local for local“. Meilensteine im Jahr 2025 waren die Markteinführung der am Standort in Tianjin gefertigten Verdrillmaschine sowie der in Suzhou produzierten Maschine zur Verarbeitung von Datenleitungen. Diese Maschinen wurden zuvor in der Schweiz und in Deutschland produziert. Bis voraussichtlich Ende 2026 will das Unternehmen die bisher noch fehlenden Elemente der Produktportfolios ebenfalls in Asien produzieren.

Da der Aufbau des asiatischen Produktportfolios viel Knowhow aus den europäischen Produktionsstandorten erfordert, verursacht die Lokalisierung in einem ersten Schritt zusätzliche Kosten in Forschung und Entwicklung (F&E). Zudem führte die im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss mit Schleuniger erforderliche Portfoliobereinigung zu weiterem Mehraufwand. Entsprechend liegen die Aufwendungen in diesem Bereich, die überwiegend aus Personalkosten bestehen, derzeit noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Zwar sanken die Personalkosten um CHF 3,4 Millionen auf CHF 70,9 Millionen. Die angestrebte F&E-Quote von jährlich 8 bis 9 % des Umsatzes wurde jedoch noch nicht erreicht. Der Umsatzrückgang im Jahr 2025 führte zu einer F&E-Quote von 12,2 %.

Veränderung im Verwaltungsrat

Aufgrund der Amtszeitbeschränkung wird David Dean nach zwölf Jahren im Verwaltungsrat nicht mehr zur Wiederwahl an der Generalversammlung 2026 antreten. Der Verwaltungsrat verzichtet auf den Vorschlag eines neuen Mitglieds und schlägt die sechs verbliebenen Mitglieder des Verwaltungsrats zur Wiederwahl. Darüber hinaus pflegt der Verwaltungsrat eine resultatorientierte Dividendenpolitik und beantragt aufgrund des negativen Gruppenergebnisses nach Steuern, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten. Mit diesem Antrag bewahrt sich die Gruppe unternehmerischen Handlungsspielraum, um an der Erreichung der finanziellen Ziele zu arbeiten.

CFO Christian Mäder wird die Komax Gruppe verlassen, die Suche nach einer Nachfolge läuft. Bis dahin übernimmt Andreas Weibel im Laufe des Juni 2026 die CFO-Funktion interimistisch. Weibel arbeitet seit 2018 für die Komax-Gruppe und ist seit 2020 Head Group Controlling.

Die Komax-Gruppe wird 2026 weiter investieren, um den Umsatz insbesondere im Servicegeschäft, in Asien sowie in den Infrastruktur-, Industrie- und Transportmärkten zu erhöhen. Ziel ist eine zweistellige EBIT-Marge ab 2027. Der Bestellungseingang ist seit Monaten stabil, doch die geopolitischen Unsicherheiten und die damit verbundene volatile Marktsituation bleiben eine Herausforderung.