Software-defined Vehicle

SDV: Welcher Autohersteller lernt am schnellsten?

Milliarden fließen in SDV, KI und neue Fahrzeugarchitekturen. Doch der entscheidende Wettbewerbsvorteil entsteht woanders: bei der Fähigkeit, schneller vom Kunden zu lernen. Warum genau hier Europas größte Chance – und Risiko – liegt.

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Extrem minimalistisches KI-Bild eines generischen futuristischen Autos ohne Markenlogo, das mit hoher Geschwindigkeit durch eine dunkle, reduzierte Umgebung fährt. Das silberne Konzeptfahrzeug mit flacher, aerodynamischer Karosserie, schmalen Lichtsignaturen und großen Rädern wird von blauen und roten Lichtspuren begleitet, die Dynamik, Beschleunigung und technologische Zukunft vermitteln. Das Motiv steht symbolisch für softwaredefinierte Fahrzeuge, schnelle Lernzyklen, künstliche Intelligenz, Kundendaten, kontinuierliche Software-Updates und den zunehmenden Wettbewerb der Automobilhersteller um Geschwindigkeit, Innovationsfähigkeit und bessere Nutzererlebnisse.
Das softwaredefinierte Fahrzeug wird zum Symbol eines neuen Wettbewerbs in der Automobilindustrie: Entscheidend dabei ist die Geschwindigkeit, mit der Hersteller aus Kundendaten lernen und daraus bessere Produkte entwickeln.

Noch nie hat die Automobilindustrie so viel Geld in ihre Transformation investiert wie heute. Milliarden Euro fließen in Software Defined Vehicles (SDV), künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Plattformen und neue Fahrzeugarchitekturen. Softwarestrategien, digitale Services, KI und Daten gehören damit längst zum strategischen Standardrepertoire der Branche. Doch trotz dieser beispiellosen Investitionswelle gelingt es vielen etablierten Automobilherstellern kaum, ihre technologischen Investitionen in schnellere Lernzyklen, spürbare Kundenbegeisterung und nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu übersetzen.

Milliarden für das SDV: Transformiert die Branche das Falsche?

Die unbequeme Realität lautet: Die Herausforderung besteht zunehmend nicht mehr nur darin, ein SDV zu entwickeln. Die eigentliche Frage ist, ob ein Unternehmen schnell genug von seinen Kunden lernen und diese Erkenntnisse mithilfe von Software und KI kontinuierlich in bessere Produkte übersetzen kann. Vieles spricht dafür, dass die Branche aktuell versucht, ein fundamentales Lernproblem primär mit technologischer Hardware-Erneuerung zu lösen.

Über mehr als ein Jahrhundert hat die Automobilindustrie ein Betriebssystem perfektioniert, das auf den Start of Production (SOP) ausgerichtet war. Anforderungen wurden früh fixiert, Risiken vor Marktstart minimiert, Zulieferer lieferten genau nach Spezifikation, und nach dem SOP wandte sich der Hersteller gleich der nächsten Fahrzeuggeneration zu. Dieses Modell brachte einige der sichersten, zuverlässigsten und hochwertigsten Automobile hervor. Sein Grundprinzip war jedoch, dass ein Fahrzeug mit dem Verlassen des Bandes weitgehend fertig entwickelt ist.

Diese Welt hat sich allerdings komplett verändert. Moderne Fahrzeuge entwickeln sich zu vernetzten Computerplattformen. Sie generieren Daten, erhalten kontinuierliche Softwareupdates "Over-the-Air" (OTA) und werden fortlaufend um neue Funktionen erweitert. Der Fahrzeugwert entsteht deshalb immer seltener vor dem SOP, sondern zunehmend erst nach der Auslieferung. Jede Kundeninteraktion kann heute zur Datenquelle werden und jedes Software-Release zur Chance, Produkt und Service weiter zu verbessern. Damit ist das Fahrzeug nicht länger der Endpunkt der Entwicklung. Es ist zum Startpunkt einer Lernphase geworden.

KI-generierte Infografik zum Wandel des automobilen Betriebssystems vom Industriezeitalter zum KI-Zeitalter. Links zeigt die Grafik das klassische Hardware Operating System der Automobilindustrie mit sequenziellen Schritten Planen, Entwickeln, Validieren, Produzieren, Verkaufen und Warten. Dieses Modell ist auf lange Entwicklungszyklen, eingefrorene Anforderungen, funktionale Silos, Risikominimierung vor Marktstart, effiziente Großserienproduktion und Verbesserungen erst mit der nächsten Fahrzeuggeneration ausgerichtet. Als Wettbewerbsvorteile werden Engineering-Exzellenz, Fertigungseffizienz, Qualitätsführerschaft und Kostenführerschaft genannt. Rechts stellt die Infografik das Continuous Learning Operating System im KI-Zeitalter dar. Der Prozess beginnt beim Lernen aus Kundenverhalten und Nutzungserfahrung, führt über vernetzte Echtzeitdaten, KI-basierte Erkenntnisse, Softwareentwicklung, Cloud- und OTA-Deployment bis zur kontinuierlichen Verbesserung von Kundennutzen und Nutzererlebnis. Eine Rückkopplungsschleife zeigt, dass jedes Update neue Daten und neue Lernchancen erzeugt. Die Darstellung verdeutlicht, warum sich der Wettbewerbsvorteil in der Automobilindustrie von reiner Produktoptimierung vor der Auslieferung hin zu Lerngeschwindigkeit, Kundenwert, Anpassungsfähigkeit, Ökosystemfähigkeit und nachhaltigem Wachstum verschiebt. Zentrale Aussage der Grafik: Unternehmen, die schneller lernen, können Fahrzeuge und digitale Services schneller verbessern und im Wettbewerb gewinnen.
Vom Hardware-Betriebssystem zum Betriebssystem des fortlaufenden Lernens: Der Wettbewerbsvorteil verschiebt sich vom optimierten Fahrzeug vor SOP hin zur Fähigkeit, Kundendaten, KI-Erkenntnisse und Software-Updates kontinuierlich in bessere Fahrzeugfunktionen zu übersetzen.

Dieser Wandel erklärt, warum Unternehmen heute trotz vergleichbarer Technologieinvestitionen sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Softwareplattformen, Cloud-Infrastrukturen, KI-Tools und zentrale Rechenarchitekturen stehen mittlerweile nahezu allen Herstellern zur Verfügung. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil liegt deshalb vor allem in der Fähigkeit einer Organisation, Kundenfeedback schneller in Produktverbesserungen zu übersetzen. Er entsteht exakt in der Schleife zwischen Kundenerlebnis, Datenanalyse, technischer Umsetzung und Softwarebereitstellung. Je schneller sich diese Schleife dreht, desto schneller verbessern sich Fahrzeug und Service. Lerngeschwindigkeit wird damit zum zentralen Wettbewerbsfaktor der Automobilindustrie.

Warum China beim SDV schneller lernt

Nirgendwo habe ich das klarer gesehen als bei meinen wiederholten Besuchen in China. Die auffälligste Erkenntnis war: Heute ist ein radikal überlegener Technologie-Stack nicht mehr für den Erfolg ausschlaggebend. Denn viele der in China eingesetzten Technologien sind europäischen OEMs bestens vertraut – von Android-basierten Cockpitplattformen über AUTOSAR und Rechenplattformen von Nvidia und Qualcomm bis hin zu cloudnativer Entwicklung, KI-gestützter Softwareentwicklung und modernen DevOps-Methoden. Der Unterschied liegt also nicht primär darin, was diese Unternehmen einsetzen, sondern darin, wie sie arbeiten. 

Bei vielen chinesischen OEMs und Startup-OEMs zeigen sich viel kürzere Entscheidungswege  eine ausgeprägte Produktverantwortung und die Bereitschaft, früh zu handeln und aus Fehlern zu lernen, anstatt zu lange auf die vermeintlich perfekte Lösung hinzuarbeiten. Technische Entscheidungen werden dort getroffen, wo die größte fachliche Expertise vorhanden ist – nämlich bei denjenigen, die die Probleme verstehen und lösen. Funktionsübergreifende Teams optimieren das gesamte Kundenerlebnis statt einzelner Komponenten. Kundendaten fließen unmittelbar in die Priorisierung ein. Releases werden kontinuierlich gemessen, verbessert und in kurzen Zyklen erneut ausgerollt. Nicht frühe Unvollkommenheit, sondern spätes Lernen gilt als das größere Risiko.

Was extreme Bedingungen über Lernfähigkeit zeigen

 Dasselbe Prinzip zeigt sich außerhalb der Automobilindustrie. Die rasante Entwicklung von Drohnen und autonomen Systemen in der Ukraine unter den extremen Bedingungen eines anhaltenden Krieges verdeutlicht, dass Innovationsgeschwindigkeit vor allem aus kurzen Feedbackschleifen entsteht. Ingenieure, Anwender, Softwareentwickler, Hersteller und Felddaten haben sich eng miteinander verzahnt. Der Produkteinsatz markierte nicht das Ende der Entwicklung, sondern den Beginn eines fortlaufenden Lern- und Verbesserungsprozesses.

Für Führungskräfte in der Automobilindustrie sollte die Schlussfolgerung aber nicht lauten, China oder die Ukraine einfach zu kopieren. In dieser neuen Logik ist vielmehr maßgeblich, ein ständiges Lernen als strategische Fähigkeit in der Organisation zu etablieren. Denn Komplexität sowie Anforderungen an Safety und Security bleiben in der Automobilindustrie natürlich auch weiterhin unverzichtbare Rahmenbedingungen und dürfen nicht kompromittiert werden. Sie rechtfertigen jedoch keine Betriebsmodelle mehr, die Monate benötigen, um Kundenfeedback in Softwareverbesserungen zu übersetzen, während digitale Wettbewerber in wöchentlichen Zyklen lernen und ihre Lösungen kontinuierlich weiterentwickeln. Unternehmen, die diese Distanz zwischen Kundenerlebnis und technischer Umsetzung konsequent verkürzen, werden langfristig wesentlich erfolgreicher sein als jene, deren Betriebssystem primär auf Planung und Governance ausgerichtet ist. Kontinuierliches Lernen verändert aber nicht nur das Betriebssystem einer Organisation, sondern auch die Art und Weise, wie das Produkt verstanden werden muss.

KI-generierte Infografik zum Continuous Learning Flywheel in der Automobilindustrie. Im Zentrum steht ein vernetztes Fahrzeug als Symbol für ein sich kontinuierlich verbesserndes Fahrzeug- und Kundenerlebnis. Um das Fahrzeug herum zeigt ein kreisförmiger Prozess mit Pfeilen acht Schritte des fortlaufenden Lernens: Ausgangspunkt ist der Kunde mit Bedürfnissen, Erwartungen und Nutzungskontext. Darauf folgt die Fahrzeugnutzung mit Interaktionen, Fahrverhalten, genutzten Funktionen und Umgebungsdaten. Aus diesen Nutzungssituationen entstehen kontinuierlich erfasste Kundendaten in Echtzeit. KI wandelt diese Daten in Muster, Prognosen, Empfehlungen und konkrete Erkenntnisse um. Auf dieser Grundlage treffen Engineering-Teams bessere Entscheidungen, priorisieren Funktionen, entwickeln passende Lösungen und validieren diese schneller. Anschließend werden Softwarefunktionen entwickelt, getestet und integriert. Über OTA-Deployment gelangen Updates und neue Fähigkeiten nahtlos ins Fahrzeug. Der Kreislauf endet nicht, sondern führt zu verbessertem Kundennutzen durch bessere Performance, neue Funktionen, höhere Zufriedenheit und stärkere Kundenbindung. Eine Seitenleiste zeigt, was jede Schleife erzeugt: bessere Produkte, bessere KI-Modelle, ein relevanteres und personalisierteres Kundenerlebnis, schnellere Lernzyklen sowie stärkere Wettbewerbsvorteile über die gesamte Fahrzeugflotte hinweg. Die Grafik erklärt, wie Flottendaten, KI, Softwareentwicklung und Over-the-Air-Updates ein selbstverstärkendes Lernsystem bilden, das Fahrzeugqualität, digitale Services und Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter softwaredefinierter Fahrzeuge verbessert.
Der Kreislauf des kontinuierlichen Lernens: Kundennutzung, Fahrzeugdaten, KI-Auswertung, Engineering-Entscheidungen, Softwareentwicklung und OTA-Updates verstärken sich zu einem Lern-Flywheel, das Produkte, KI-Modelle und Kundenerlebnis fortlaufend verbessert.

Customer Defined Vehicle: Premium definiert sich neu

Es verändert sich damit z. B. auch die Bedeutung des SDV. Zwar ist es weiterhin essenziell, aber es ist nicht mehr das eigentliche Ziel, sondern es wird zur Brücke zum sogenannten Customer Defined Vehicle (CDV). Software schafft hierbei zwar immer noch die technische Voraussetzung für kontinuierliche Updates. Aber welche Verbesserungen den größten Mehrwert schaffen, wird künftig durch Kundendaten bestimmt. Das Potenzial, solche Erkenntnisse zu gewinnen, zu priorisieren und in die Produktentwicklung einfließen zu lassen, wird durch KI zudem nochmals beschleunigt.

Das strategische Ziel der Zukunft entwickelt sich damit zum CDV: Das ist kein Fahrzeug, das direkt vom Nutzer entworfen wird, sondern ein Produkt, dessen Software, Services und Nutzererlebnis kontinuierlich durch das Verhalten, das Feedback und die tatsächliche Nutzung seiner Kunden weiterentwickelt werden. In dieser Welt wird der Kunde faktisch Teil des Entwicklungsteams. Jede Fahrt, jeder Ladevorgang, jeder Sprachbefehl, jede Navigationsentscheidung, jedes Ereignis beim autonomen Fahren sowie jede Interaktion mit Fahrzeugfunktionen, jede Beschwerde und jeder Moment der Begeisterung werden zu einer Lernchance. Das Produkt altert nach der Fertigung nicht zwangsläufig – es kann mit der Zeit sogar an Wert gewinnen. Premium erhält dadurch eine ganz neue Dimension. Denn neben Ingenieurskunst, Performance, Materialien und Qualität wird zunehmend auch die Intelligenz eines Fahrzeugs zum entscheidenden Faktor – nämlich seine Fähigkeit, den Kunden zu verstehen, sich nahtlos in dessen digitales Leben zu integrieren und sich nach dem Kauf kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Infokasten: Mehr Automotive Software auf der ASSC 2027

alt='Save-the-Date-Grafik zur 8th International Conference Automotive Software Strategies am 20. und 21. April 2027 im SZ Tower in München. Links befindet sich eine türkisfarbene Textfläche mit weißer Schrift: „8th International Conference“, darunter groß „AUTOMOTIVE SOFTWARE STRATEGIES“, anschließend „April 20-21, 2027“ und „SZ Tower, Munich“. Vor der Textfläche liegt ein roter runder Button mit der Aufschrift „SAVE THE DATE“. Rechts zeigt das Keyvisual eine futuristische Automotive-Software-Szene mit der Frontpartie eines modernen Fahrzeugs, darüber eingeblendeten Programmcode-Zeilen und abstrakten, leuchtenden Netzwerk- und Datenstrukturen. Das Motiv visualisiert die zentralen Themen der Konferenz: Software-defined Vehicle, Fahrzeugsoftware, E/E-Architekturen, Softwareplattformen, Middleware, Betriebssysteme, digitale Entwicklungsprozesse, KI-gestützte Softwareentwicklung, Datenmanagement, Open-Source-Ansätze und strategische Softwareentwicklung in der Automobilindustrie. Die Veranstaltung richtet sich an Software-Architekten, Entwickler, CTOs, Produktverantwortliche und Entscheider aus OEMs, Tier-1-Zulieferern, Softwareunternehmen und Technologiepartnern, die Fahrzeugsoftware als strategischen Erfolgsfaktor verstehen.'

Wer tiefer in Automotive Software, Software-defined Vehicles und neue E/E-Architekturen einsteigen möchte, sollte die Automotive Software Strategies Conference 2027 im Blick behalten. Die internationale Fachkonferenz findet am 20. und 21. April 2027 im SZ-Tower in München statt. Im Mittelpunkt stehen Software-defined Vehicles, E/E-Architekturen, Plattformstrategien, Entwicklungsprozesse, KI-gestützte Entwicklung, digitale Geschäftsmodelle und die Frage, wie Fahrzeugsoftware in der Praxis skalierbar wird. Die Konferenz bringt OEMs, Zulieferer, Softwareunternehmen und Technologiepartner zusammen und richtet sich an Entscheider, Entwickler und Engineering-Spezialisten, die die nächste Phase softwaredefinierter Mobilität gestalten. Tickets gibt es hier.

Co-Innovation: Das europäische Betriebssystem der Automobilindustrie muss sich verändern

Diese Transformation legt zugleich einen der größten Widersprüche der Branche offen. Führungskräfte bezeichnen Software und KI heute als die “Kronjuwelen” ihrer künftigen Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig steuern viele Unternehmen ihre Softwareökosysteme aber noch immer mit Beschaffungs- und Liefermodellen, die für mechanische Komponenten entwickelt wurden. Dieses Betriebssystem ist zwar hervorragend darin, Spezifikationen zu definieren, Kosten zu optimieren und auf Basis festgelegter Anforderungen zu liefern. Für Software reicht diese Logik jedoch nicht aus, denn: Hardware folgt der Produktion. Software folgt dem Kunden.

Die Zukunft gehört daher nicht isolierten Unternehmen, sondern lernenden Ökosystemen. OEMs, Zulieferer, Halbleiterhersteller, Cloud-Anbieter, Softwareunternehmen, Start-ups, Universitäten und Nutzer werden zunehmend Daten, Roadmaps, Feedbackschleifen und gemeinsame Erfolgskennzahlen teilen. Co-Innovation wird damit vom Ausnahmefall zum neuen Organisationsprinzip der Wertschöpfung.

Die entscheidende Frage lautet nicht mehr: „Wer entwickelt die Software?“, sondern: „Wer lernt am schnellsten vom Kunden?“

Europa sollte diesen Übergang jetzt weniger als Kopiervorlage aus China oder dem Silicon Valley verstehen, sondern sich auf die erheblichen Stärken konzentrieren, über die Europa bereits verfügt: technologische Tiefe, Premiummarken, Führungspositionen bei Safety, Produktionsexzellenz, vertrauensvolle Kundenbeziehungen, Weltklasse-Zulieferer und jahrzehntelange operative Erfahrung. Gerade diese Wettbewerbsvorteile bleiben im Zeitalter softwaredefinierter Fahrzeuge hoch relevant. Die große Chance besteht darin, diese Stärken mit cloudnativer Entwicklung, dem systematischen Lernen aus Flottendaten, kontinuierlicher Softwarebereitstellung, KI-gestützter Entwicklung und funktionsübergreifenden Produktteams zu verbinden.

Denn KI verändert die Ökonomie der Produktentwicklung grundlegend. Sie beschleunigt Softwareentwicklung, Tests, Validierung, Anforderungsanalyse sowie die Auswertung von Nutzerfeedback und Flottendaten. Ihr größter Beitrag liegt jedoch auch darin, organisationales Lernen zu beschleunigen. Je schneller ein Unternehmen lernt, desto besser werden seine Daten, Modelle und Entscheidungen. Leistungsfähigere KI beschleunigt diesen Lernprozess noch weiter, so dass ein sich selbst verstärkendes Flywheel kontinuierlichen Lernens enstehen kann. Dies erzeugt eine Dynamik, die im Hardware-Zeitalter nicht möglich war.

Der Maßstab der Zukunft: Wer lernt am schnellsten?

Die Auswirkungen auf die Unternehmensführung sind tiefgreifend. Aufsichtsräte, CEOs und CTOs können die Transformation nicht länger als ein weiteres Programm behandeln. Sie müssen das Betriebssystem ihres Unternehmens neu gestalten: wie Entscheidungen getroffen werden, wie Teams organisiert und finanziert werden, wie Zulieferer eingebunden sind, wie Kundendaten in die Entwicklung einfließen, wie Software bereitgestellt wird und woran Erfolg gemessen wird. Traditionelle Führungsfragen wie „Wie senken wir Kosten?“, „Wie definieren wir Anforderungen?“ oder „Wie steuern wir Zulieferer?“ müssen durch neue Fragen ergänzt werden: „Wie erhöhen wir unsere Lernfähigkeit?“, „Wie verkürzen wir die Zeit vom Kundenfeedback zur Produktverbesserung?“, „Wie gestalten wir lernende Ökosysteme?“ und „Wie schaffen wir kontinuierlich mehr Kundennutzen?“

Save the date: 31. AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress

Am 22. und 23. Juni 2027 findet zum 31. Mal der Internationale AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress (AEK) statt. Dieser Netzwerkkongress ist bereits seit vielen Jahren der Treffpunkt für die Top-Entscheider der Elektro-/Elektronik-Branche und bringt die Automotive-Verantwortlichen und die relevanten High-Level-Manager der Tech-Industrie zusammen, um gemeinsam das ganzheitliche Kundenerlebnis zu ermöglichen, das für die Fahrzeuge der Zukunft benötigt wird. Trotz dieser stark zunehmenden Internationalisierung wird der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress von den Teilnehmern immer noch als eine Art 'automobiles Familientreffen' bezeichnet.

Sichern Sie sich Ihr(e) Konferenzticket(s) für den 31. Automobil-Elektronik Kongress (AEK) im Jahr 2026! Folgen Sie außerdem dem LinkedIn-Kanal des AEK und #AEK_live. 

Im Channel zum Automobil-Elektronik Kongress finden Sie Rück- und Vorberichterstattungen sowie relevanten Themen rund um die Veranstaltung.

Am 22. und 23. Juni 2027 findet zum 31. Mal der Internationale AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress (AEK) statt. Dieser Netzwerkkongress ist bereits seit vielen Jahren der Treffpunkt für die Top-Entscheider der Elektro-/Elektronik-Branche und bringt die Automotive-Verantwortlichen und die relevanten High-Level-Manager der Tech-Industrie zusammen, um gemeinsam das ganzheitliche Kundenerlebnis zu ermöglichen, das für die Fahrzeuge der Zukunft benötigt wird. Trotz dieser stark zunehmenden Internationalisierung wird der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress von den Teilnehmern immer noch als eine Art "automobiles Familientreffen" bezeichnet.

Sichern Sie sich Ihr(e) Konferenzticket(s) für den 31. Automobil-Elektronik Kongress (AEK) im Jahr 2027! Folgen Sie außerdem dem LinkedIn-Kanal des AEK und #AEK_live

Im Channel zum Automobil-Elektronik Kongress finden Sie Rück- und Vorberichterstattungen sowie relevanten Themen rund um die Veranstaltung.

Schon im vergangenen Jahrhundert hat sich die Automobilindustrie immer wieder neu erfunden. Heute steht sie vor einer noch größeren Herausforderung: Sie muss sich selbst neu erfinden. Die Unternehmen, die das nächste Jahrzehnt prägen werden, sind nicht zwangsläufig jene mit den größten Softwareorganisationen oder den breitesten Technologieportfolios. Maßgeblich wird vielmehr sein, welche Unternehmen Nutzerdaten schneller und in größerem Maßstab als ihre Wettbewerber in echten Kundennutzen übersetzen.

Der Wettlauf hat sich verändert. Technologie wird zunehmend zur verfügbaren Grundlage und nicht mehr zum alleinigen Differenzierungsmerkmal. Künftig entscheidet über den Markterfolg die Fähigkeit, schneller als der Wettbewerb zu lernen. Die wichtigste Führungsfrage lautet daher nicht mehr, ob ein Unternehmen ein SDV entwickeln kann. Sie lautet vielmehr, ob es eine Organisation aufbauen kann, die schneller lernt, als sich Märkte, Kundenbedürfnisse und Technologien verändern. Im KI-Zeitalter werden Unternehmen nicht mehr allein durch die Fahrzeuge definiert, die sie entwickeln, sondern durch das Potenzial des Betriebssystems ihrer Organisation, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.