Dr. Christof Horn

(Bild: Ferdinand Horn)

Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein neues Einkaufszentrum bauen. Die Tiefgarage gibt es schon, vielleicht soll ein großer Supermarkt rein, oder auch viele kleine Stores. Das Architektenteam ist noch nicht an Bord, aber zumindest fangen alle schon einmal an zu bauen.

Die Strategien der OEMs zum Thema Software haben ein gemeinsames Narrativ: Augenhöhe mit den Tech-Playern, Aufbau von Software-Einheiten mit tausenden SW-Entwicklern, Turnschuhe statt Krawatte und ein eigenes OEM-OS (Operating System).

Doch irgendetwas stimmt nicht: Viele Plattformen kommen zu spät, Entwicklungsbereiche ächzen unter der Komplexität, und die Probleme scheinen nach dem Anlauf erst richtig loszugehen.

Viel hilft nicht immer viel…

Also noch mehr Software-Entwickler einstellen? Fast richtig – denn es kommt auf die Reihenfolge an. Während in unserem Einkaufszentrum ganz viele fundamentale Fragen noch offen sind, fangen alle Gewerke schonmal an zu arbeiten.

Nur – ohne eine klare Architektur wird das nichts. Und die fängt mit der Frage an: Womit wollen wir später eigentlich unser Geld verdienen? Ziehen wir selbst ein, oder muss das für Dritte interessant sein? Wo wollen wir zukünftig erweitern können? Die alte Tiefgarage doch lieber abreißen? Wo nutzen wir Standards, was machen wir selber? Und nach welchem System bauen wir das Ganze?

Save the date: 28. Automobil-Elektronik Kongress

Am 18. und 19. Juni 2024 findet zum 28. Mal der Internationale Automobil-Elektronik Kongress (AEK) in Ludwigsburg statt. Dieser Netzwerkkongress ist bereits seit vielen Jahren der Treffpunkt für die Top-Entscheider der Elektro-/Elektronik-Branche und bringt nun zusätzlich die Automotive-Verantwortlichen und die relevanten High-Level-Manager der Tech-Industrie zusammen, um gemeinsam das ganzheitliche Kundenerlebnis zu ermöglichen, das für die Fahrzeuge der Zukunft benötigt wird. Trotz dieser stark zunehmenden Internationalisierung wird der Automobil-Elektronik Kongress von den Teilnehmern immer noch als eine Art "automobiles Familientreffen" bezeichnet.

Sichern Sie sich Ihr(e) Konferenzticket(s) für den 28. Automobil-Elektronik Kongress (AEK) im Jahr 2024! Mit dem Rabatt-Code "82410102-AEL" sparen Sie 10%. Folgen Sie außerdem dem LinkedIn-Kanal des AEK und #AEK_live.

Im Channel zum Automobil-Elektronik Kongress finden Sie Rück- und Vorberichterstattungen sowie relevanten Themen rund um die Veranstaltung.

Der Architekt führt

OEMs brauchen dafür ein kleines, aber sehr erfahrenes Team an Architekten, die die Folge ihrer Entscheidungen abschätzen können. Sie müssen Anforderungen, Funktionen, Software und Hardware sinnvoll aufeinander aufbauen.

Sie brauchen ein kleines schlagkräftiges Team an Software-Entwicklern, die als erstes die grundlegenden Software-Schichten stabil und performant entwickeln können – alles Dinge, die später kein Kunde sehen wird – aber das Fahrzeug startet schnell, bleibt robust im Fehlerfall, lässt sich diagnostizieren und zuverlässig updaten.

Dann erst ist die Zeit, sich um die großen Gewerke zu kümmern, in denen hunderte von Menschen arbeiten werden. Die Frage, ob sie das im eigenen Haus tun müssen („make“), bei Partnern und Zulieferern („buy“) oder als Open Source („contribute/follow“) hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Handelt es sich um einen Kontrollpunkt, um etwas, was für unser Geschäftsmodell der Zukunft elementar ist? Und können wir diese Fähigkeiten realistisch selbst aufbauen?

… aber weniger ist meistens weniger

Würden Sie für Ihr Einkaufszentrum einen Elektriker aussuchen, in dem 80 Prozent der Mitarbeiter im Management, der Buchhaltung, der Prozessentwicklung, Qualitätssicherung und der Compliance arbeiten?

Dr. Christof Horn

AccentureMotto: „Der Architekt führt.“

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