Milliardenübernahme bei Edge AI
Analog Devices kauft Alif Semiconductor für 1,35 Mrd. USD
Analog Devices baut sein Geschäft mit Edge AI deutlich aus. Für 1,35 Milliarden Dollar übernimmt der Halbleiterhersteller Alif Semiconductor und ergänzt sein Analogportfolio um KI-Mikrocontroller und Fusion-Prozessoren.
Analog Devices verstärkt mit der Übernahme von Alif Semiconductor sein Geschäft rund um Edge AI und lokale KI-Verarbeitung. Der Halbleiterhersteller zahlt für Alif 1,35 Milliarden US-Dollar und erweitert damit sein Portfolio um KI-fähige Mikrocontroller und Fusion-Prozessoren.
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Analog Devices (ADI) übernimmt den US-amerikanischen Halbleiterhersteller Alif Semiconductor. Beide Unternehmen haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Der Kaufpreis beträgt 1,35 Milliarden US-Dollar und soll vollständig in bar gezahlt werden.
ADI will mit der Akquisition vor allem seine Kompetenzen bei der lokalen Verarbeitung von Sensordaten und KI-Anwendungen ausbauen. Alif Semiconductor entwickelt Mikrocontroller und sogenannte Fusion-Prozessoren, die für KI-Inferenz, Sensorfusion und Datenverarbeitung direkt am Edge ausgelegt sind.
ADI bezeichnet diesen Ansatz als „Physical Intelligence“. Gemeint sind Systeme, die Daten aus ihrer physischen Umgebung erfassen, verarbeiten und daraus unmittelbar Aktionen ableiten. Dazu gehören beispielsweise Signale aus Bewegung, Schall, Vibration, Funk oder Temperatur. Vor allem in Anwendungen mit begrenztem Energieverbrauch, hohen Echtzeitanforderungen oder strengen Sicherheitsvorgaben sollen Berechnungen zunehmend direkt im Gerät stattfinden.
Was bringt Alif Semiconductor in das ADI-Portfolio ein?
Alif Semiconductor wurde mit dem Ziel gegründet, klassische Mikrocontroller stärker auf KI-Anwendungen auszurichten. Die Chips basieren auf einer heterogenen Architektur, die unterschiedliche Recheneinheiten für verschiedene Aufgaben kombiniert. Dazu gehören dedizierte Funktionen für neuronale Netze sowie Connectivity, Security und Power Management.
Damit sollen sich unter anderem Sensordaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen und KI-Modelle mit niedrigen Latenzen lokal ausführen lassen. Laut ADI befinden sich die Halbleiter von Alif bereits in Serienproduktion. Das Unternehmen verweist zudem auf Design Wins bei Kunden aus der Konsumgüter- und Industriebranche.
Für ADI ergänzt die Digitaltechnik von Alif ein Portfolio, das bislang stark durch Analogtechnik, Sensorik, Signalverarbeitung, Stromversorgung und Connectivity geprägt ist. Kunden sollen damit mehr Komponenten einer kompletten Signalkette aus einer Hand beziehen können – von der Erfassung physikalischer Größen bis zur lokalen Verarbeitung durch KI-Algorithmen.
„AI is moving out of the data center and into the physical world“, erklärte ADI-CEO Vincent Roche anlässlich der Übernahme. Die Kombination der digitalen Verarbeitungstechnik von Alif mit Sensorik, Signalverarbeitung, Power Management und Software von ADI soll laut Roche neue Klassen lokal arbeitender intelligenter Systeme ermöglichen.
Welche Märkte adressiert Analog Devices mit der Übernahme?
ADI sieht Einsatzmöglichkeiten der kombinierten Technologie unter anderem in Industrieanwendungen, Robotik, Energieversorgung, Rechenzentrumsinfrastruktur, Verteidigungstechnik, Digital Health und Wearables.
Für Anwendungen in Maschinen und Robotern ist insbesondere die Verbindung aus Sensorik, Echtzeit-Signalverarbeitung und KI-Beschleunigung relevant. Daten können dabei unmittelbar in der Maschine ausgewertet werden, ohne sie zunächst an ein Rechenzentrum oder eine Cloud übertragen zu müssen.
Mit der Akquisition stärkt Analog Devices damit auch seine Position an der Schnittstelle zwischen klassischen Embedded-Systemen und Edge AI. Während ADI bislang vor allem die analoge Erfassung und Aufbereitung realer Signale adressiert, bringt Alif zusätzliche Rechenleistung für deren KI-basierte Interpretation in das Portfolio ein.