Warum Elektrotechnik trotz Konjunkturflaute gute Perspektiven bietet

Elektrotechnik bleibt Deutschlands größter MINT-Engpass

Trotz schwacher Konjunktur fehlen in den Energie- und Elektroberufen fast 49.000 Fachkräfte. Der MINT-Frühjahrsreport 2026 zeigt, warum Ausbildung und Studium in der Elektrotechnik weiterhin gute Perspektiven bieten.

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Trotz schwacher Konjunktur bleiben Fachkräfte in der Energie- und Elektrotechnik gefragt. Besonders gute Perspektiven bieten Qualifikationen an der Schnittstelle von Hardware, Software und Systementwicklung.

An Deutschlands MINT-Arbeitsmarkt ist inzwischen die konjunkturelle Abkühlung angekommen. Unternehmen suchen weniger Personal, während die Zahl der Arbeitslosen steigt. Dennoch bleibt der Fachkräftebedarf deutlich größer als das verfügbare Angebot.

Im März 2026 waren bundesweit rund 369.400 Stellen in MINT-Berufen unbesetzt. Gleichzeitig waren 274.130 Personen arbeitslos gemeldet, die eine Tätigkeit in einem MINT-Beruf anstrebten. Berücksichtigt man die unterschiedlichen Qualifikationen, errechnet das Institut der deutschen Wirtschaft eine MINT-Arbeitskräftelücke von 133.900 Personen. Gegenüber März 2025 ist sie um 15,7 Prozent gesunken.

Die aktuelle Entwicklung ist damit zweigeteilt: Kurzfristig dämpft die Konjunktur den Personalbedarf. Mittel- und langfristig dürften Demografie, Digitalisierung und Energiewende die Suche nach Fachkräften erneut verschärfen.

In der Elektrotechnik fehlen die meisten Fachkräfte

Besonders angespannt bleibt die Situation in der Energie- und Elektrotechnik. Mit 48.900 fehlenden Arbeitskräften entfiel im März 2026 mehr als ein Drittel der gesamten MINT-Lücke auf diesen Bereich. Dahinter folgten die Metallverarbeitung mit 26.500, die Bauberufe mit 26.400 sowie die Maschinen- und Fahrzeugtechnik mit 22.900 fehlenden Beschäftigten.

Zwar ging die Lücke in den Energie- und Elektroberufen innerhalb eines Jahres um rund 9000 Personen zurück. Trotzdem bleibt das Berufsfeld der mit Abstand größte MINT-Engpass.

Der bisherige MINT-Mangel

Der Mangel betrifft sämtliche Qualifikationsstufen. Insgesamt fehlen laut Report rund 77.400 Facharbeiter, 44.200 Experten (in der Regel Beschäftigte mit Hochschulabschluss) sowie 12.300 Spezialisten wie Meister und Techniker.

Für Elektronikunternehmen bedeutet das, dass sich der Wettbewerb um Personal keineswegs allein auf Ingenieure konzentriert. Gesucht werden ebenso Elektroniker, Mechatroniker, Techniker, Meister sowie Fachkräfte für Fertigung, Prüfung, Inbetriebnahme und Instandhaltung.

Fast eine Million Menschen arbeiten in Energie- und Elektroberufen

Der elektrotechnische Arbeitsmarkt ist größer und breiter aufgestellt, als es der Blick auf klassische Ingenieurstellen vermuten lässt. Im dritten Quartal 2025 arbeiteten rund 709.500 Menschen in fachlich ausgerichteten Energie- und Elektroberufen. Hinzu kamen etwa 181.000 Beschäftigte in entsprechenden Spezialistenberufen und knapp 101.800 Personen in Ingenieurberufen der Energie- und Elektrotechnik.

Seit Ende 2012 nahm die Zahl der Beschäftigten in elektrotechnischen Ingenieurberufen um 14,7 Prozent zu. Bei Spezialisten der Energie- und Elektrotechnik betrug das Plus 22,1 Prozent, bei den fachlich ausgerichteten Berufen 6,8 Prozent.

Die Zahlen zeigen zugleich, wie wichtig die berufliche Bildung für die Branche bleibt. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten in Energie- und Elektroberufen arbeiten auf einem Anforderungsniveau, das typischerweise eine abgeschlossene Ausbildung voraussetzt.

Die wichtigsten Zahlen zum MINT-Arbeitsmarkt 2026

Im März 2026 fehlten in Deutschland 133.900 qualifizierte MINT-Beschäftigte. Den größten Engpass verzeichneten die Energie- und Elektroberufe mit 48.900 unbesetzten Stellen. Insgesamt waren rund 369.400 MINT-Stellen offen, während 274.130 entsprechend qualifizierte Personen arbeitslos gemeldet waren.

Besonders betroffen sind Facharbeiterberufe: Hier lag die Lücke bei 77.400 Personen. Hinzu kamen 44.200 fehlende Experten sowie 12.300 Spezialisten wie Meister und Techniker.

Langfristig dürfte sich die Situation durch den demografischen Wandel wieder verschärfen. Bereits 23 Prozent der MINT-Beschäftigten sind mindestens 55 Jahre alt. Bis 2034 könnte die Zahl der Beschäftigten in MINT-Ausbildungsberufen laut Basisszenario um rund 290.000 Personen sinken.

Gleichzeitig bleiben die Berufsperspektiven gut: In den Energie- und Elektroberufen arbeiten heute knapp eine Million Menschen. Besonders gefragt sind Qualifikationen an der Schnittstelle von Elektrotechnik, Software, Daten und Cybersecurity.

Akademische MINT-Berufe wachsen deutlich schneller

Insgesamt gingen Ende September 2025 rund 7,19 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einer qualifizierten MINT-Tätigkeit nach. Davon entfielen rund 4,05 Millionen auf Ausbildungsberufe, 1,45 Millionen auf Spezialistentätigkeiten und 1,68 Millionen auf Expertenberufe.

Die Entwicklung unterscheidet sich deutlich nach Qualifikationsniveau. Zwischen Ende 2012 und dem dritten Quartal 2025 stieg die Beschäftigung in akademischen MINT-Berufen um 55,8 Prozent. Bei Meistern und Technikern lag das Wachstum bei 20,4 Prozent. Die Beschäftigung in MINT-Ausbildungsberufen erhöhte sich lediglich um 0,4 Prozent.

Dahinter stehen mehrere Entwicklungen. Technische Produkte und Produktionssysteme werden komplexer, Entwicklungsaufgaben nehmen zu und digitale Funktionen gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig rücken weniger junge Facharbeiter nach, während größere Jahrgänge dem Rentenalter näherkommen.

Elektrotechnik und Informatik wachsen zusammen

Besonders dynamisch entwickelte sich in den vergangenen Jahren die IT-Beschäftigung. Von Ende 2012 bis zum dritten Quartal 2025 stieg ihre Zahl in Deutschland von rund 608.000 auf knapp 1,14 Millionen Beschäftigte. Das entspricht einem Wachstum von 87,4 Prozent.

Bei IT-Expertenberufen betrug der Zuwachs sogar 155,2 Prozent. Fachlich ausgerichtete IT-Berufe wuchsen um 88 Prozent, die IT-Spezialistenberufe um 46,5 Prozent.

Für Elektronikentwickler ist diese Verschiebung längst im Arbeitsalltag sichtbar. Embedded Software, industrielle Kommunikation, Datenverarbeitung, künstliche Intelligenz und Cybersecurity werden zu Bestandteilen klassischer Hardwareentwicklung. Gefragt sind zunehmend Profile, die Schaltungstechnik, Mikrocontroller, Software und Systemarchitektur verbinden.

Der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum stützt diesen Trend. Mehr als 1000 befragte Arbeitgeber erwarten, dass vor allem KI und Informationsverarbeitung, Robotik und Automatisierung sowie Technologien zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie ihre Geschäftsmodelle bis 2030 verändern werden. KI und Big Data, Netzwerke und Cybersecurity sowie technologische Grundkompetenzen führen die Liste der am schnellsten wachsenden Fähigkeiten an.

Der Report prognostiziert außerdem, dass sich bis 2030 durchschnittlich 39 Prozent der heute benötigten Fähigkeiten verändern oder an Bedeutung verlieren werden. 85 Prozent der befragten Arbeitgeber wollen deshalb die Weiterbildung ihrer Beschäftigten priorisieren.

Für Unternehmen der Elektronikbranche wird Weiterbildung damit zu einem zentralen Teil der Fachkräftestrategie. Im Fokus stehen etwa Embedded Linux, KI am Edge, funktionale Sicherheit, Secure Development, industrielle Netzwerke und Datenanalyse.

Cybersecurity wird zur Entwicklungsaufgabe

Ein zusätzlicher Kompetenzbedarf entsteht durch neue gesetzliche Vorgaben. Der europäische Cyber Resilience Act, offiziell die Verordnung EU 2024/2847, führt horizontale Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen ein. Er betrifft damit zahlreiche vernetzte Hardware- und Softwareprodukte.

Die Verordnung verpflichtet Hersteller unter anderem dazu, Cyberrisiken über den Produktlebenszyklus hinweg zu berücksichtigen, Schwachstellen zu behandeln und Sicherheitsupdates bereitzustellen. Bestimmte Meldepflichten gelten ab dem 11. September 2026, die Verordnung wird in weiten Teilen ab dem 11. Dezember 2027 angewendet.

Damit wächst Cybersecurity enger mit Konstruktion, Firmwareentwicklung, Test und Produktmanagement zusammen. Kenntnisse in Bedrohungsanalyse, Software-Stücklisten, Schwachstellenmanagement und sicherer Update-Infrastruktur werden für viele Elektronikentwickler zum Bestandteil ihres Berufsbildes.

Die demografische Atempause endet bald

Die aktuell kleinere Fachkräftelücke kann die langfristige Entwicklung leicht verdecken. Bereits im dritten Quartal 2025 waren 23 Prozent aller MINT-Beschäftigten mindestens 55 Jahre alt. Ende 2012 hatte der Anteil noch 15,1 Prozent betragen.

Der zukünftige MINT-Mangel

Der Report beziffert den jährlichen demografischen Ersatzbedarf in den kommenden Jahren auf rund 294.800 beruflich qualifizierte MINT-Kräfte. Bei MINT-Akademikern liegt er zunächst bei etwa 67.200 Personen pro Jahr und steigt anschließend zeitweise auf rund 70.000. Besonders stark dürfte der Rückgang die Ausbildungsberufe treffen. Im Basisszenario sinkt ihre Beschäftigtenzahl zwischen 2024 und 2034 um rund 290.000 beziehungsweise 6,2 Prozent. Bei den Spezialistenberufen erwartet das IW ein Minus von 1,2 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten in Expertenberufen könnte dagegen noch um 10,1 Prozent wachsen.

Insgesamt rechnet das Basisszenario für die Jahre 2024 bis 2034 mit einem Rückgang der MINT-Beschäftigung um rund 138.600 Personen. Der Fachkräftemangel kann dabei auch wachsen, wenn die Zahl der Arbeitsplätze stagniert oder sinkt: Entscheidend ist, ob das Arbeitskräfteangebot noch schneller zurückgeht.

Ältere Beschäftigte sichern Wissen und Kapazitäten

Wie wichtig erfahrene Beschäftigte inzwischen sind, zeigt die Entwicklung der über 63-Jährigen. Ihr Anteil an der MINT-Beschäftigung stieg zwischen Ende 2012 und September 2025 von 1,4 auf 4,3 Prozent. Durch den längeren Verbleib im Erwerbsleben konnten nach Berechnung des IW gegenüber 2014 rund 112.500 zusätzliche MINT-Beschäftigte ab 63 Jahren für den Arbeitsmarkt gewonnen werden.

Für Arbeitgeber geht es dabei um mehr als zusätzliche Arbeitsjahre. Mit dem Ausscheiden erfahrener Entwickler, Techniker und Facharbeiter droht auch implizites Wissen verloren zu gehen: Kenntnisse über ältere Produktgenerationen, Sonderlösungen, Fertigungsprobleme oder langjährige Kundenprojekte lassen sich nur begrenzt dokumentieren.

Geeignete Maßnahmen reichen von flexiblen Arbeitszeitmodellen und altersgerechten Arbeitsplätzen über Tandems aus älteren und jüngeren Beschäftigten bis zu strukturierten Übergaben. Der MINT-Frühjahrsreport empfiehlt zudem mehr berufsbegleitende Weiterbildung, unter anderem in den Bereichen KI und Datenkompetenz.

Frauen bleiben in der Elektrotechnik stark unterrepräsentiert

Die Zahl der Frauen in MINT-Berufen stieg von rund 875.100 Ende 2012 auf knapp 1,19 Millionen im dritten Quartal 2025. Ihr Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in MINT-Berufen erhöhte sich damit von 13,8 auf 16,5 Prozent.

In den Ingenieurberufen der Energie- und Elektrotechnik lag der Frauenanteil allerdings lediglich bei 12,2 Prozent. Gerade in dem Berufsfeld mit dem größten Fachkräfteengpass bleibt damit ein großer Teil des potenziellen Nachwuchses unterrepräsentiert. Der Report empfiehlt eine frühzeitige und klischeefreie Berufsorientierung, Mentoring sowie mehr sichtbare weibliche Vorbilder. Technische Tätigkeiten sollten stärker anhand ihrer Anwendungen vermittelt werden, etwa in Klimaschutz, Energietechnik, Gesundheit oder nachhaltiger Mobilität. Gelingt es, den Anteil junger Frauen in MINT-Berufen weiter zu erhöhen, könnten laut IW bis 2034 rund 106.200 zusätzliche weibliche Beschäftigte für den MINT-Arbeitsmarkt gewonnen werden.

Internationale Fachkräfte tragen den Arbeitsmarkt bereits heute

Auch Zuwanderung ist längst eine tragende Säule der Fachkräftesicherung. Zwischen Ende 2012 und dem dritten Quartal 2025 nahm die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in akademischen MINT-Berufen um 225,5 Prozent zu. Bei den Spezialistenberufen betrug das Wachstum 156,9 Prozent, bei den Facharbeiterberufen 90 Prozent.

Ohne dieses überproportionale Wachstum würde die MINT-Lücke nach Berechnung des IW um rund 490.800 Personen höher ausfallen. Sie läge damit bei mehr als 600.000 fehlenden Arbeitskräften. Besonders dynamisch entwickelte sich die Beschäftigung von Fachkräften aus Drittstaaten. Unter den ausländischen Arbeitnehmern in akademischen MINT-Berufen bildeten Menschen mit indischer Staatsangehörigkeit im dritten Quartal 2025 mit rund 32.600 Beschäftigten die größte Gruppe. Seit Ende 2012 entspricht das einem Wachstum von 769 Prozent.

Für Unternehmen beginnt internationale Rekrutierung idealerweise bereits an den Hochschulen. Praktika, Werkstudentenstellen, Abschlussarbeiten und englischsprachige Einstiegsprogramme können den Übergang internationaler Studierender in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. Ebenso wichtig sind Unterstützung bei Behördenwegen, Sprachförderung und betriebliche Integration.

Schwache Mathematikleistungen belasten den Nachwuchs

Die Sicherung technischer Fachkräfte beginnt Jahre vor dem Berufseinstieg. Der MINT-Frühjahrsreport verweist auf einen möglichen Rückgang der mathematischen Kompetenzen: Zwischen 2012 und 2022 verlor Deutschland bei PISA 39 Punkte.

Die OECD bestätigt, dass die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler bei PISA 2022 in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften niedriger ausfielen als bei allen vorherigen PISA-Erhebungen. Besonders der Anteil leistungsstarker Schülerinnen und Schüler ging zurück.

Für Hochschulen und Unternehmen entsteht daraus ein doppeltes Problem. Einerseits kann die Zahl potenzieller Studienanfänger und Auszubildender sinken. Andererseits wächst der Bedarf an Unterstützungsangeboten in der Studieneingangsphase.

Vorkurse, Tutorien, Praxisprojekte und Kooperationen zwischen Schulen, Hochschulen und Unternehmen können dabei helfen, fachliche Hürden früher sichtbar zu machen und Studienabbrüche zu vermeiden.

Was Studierende und Studieninteressierte daraus ableiten können

Für junge Menschen bieten Elektrotechnik und verwandte Fächer weiterhin breite berufliche Perspektiven. Der aktuelle Engpass trifft auf Transformationsfelder, die über viele Jahre Investitionen und Entwicklungskapazitäten benötigen: Energieversorgung, Leistungselektronik, Automatisierung, Halbleitertechnik, Robotik, vernetzte Fahrzeuge und industrielle Digitalisierung.

Besonders anschlussfähig sind Studiengänge und Vertiefungen, die Elektrotechnik mit Informatik und Systementwicklung verbinden. Dazu zählen beispielsweise Embedded Systems, technische Informatik, Automatisierungstechnik, Energietechnik, Nachrichtentechnik und Robotik.

Gleichzeitig bleibt die Ausbildung ein zentraler Zugang. Der größte Teil der MINT-Beschäftigten arbeitet weiterhin in Berufen, für die typischerweise eine berufliche Qualifikation erforderlich ist. Ausbildung, Technikerschule, Meisterweiterbildung und duales Studium eröffnen daher ebenso langfristige Entwicklungsmöglichkeiten wie ein klassisches Hochschulstudium.

Neben fachlichem Wissen gewinnen übergreifende Fähigkeiten an Bedeutung. Das World Economic Forum nennt analytisches Denken weiterhin als wichtigste Kernkompetenz. Auch Kreativität, Lernbereitschaft, Resilienz und technologische Grundkenntnisse sollen bis 2030 an Bedeutung gewinnen.

Drei Hebel entscheiden über die Entwicklung bis 2034

Der MINT-Frühjahrsreport berechnet, wie sich eine bessere Erschließung bisher ungenutzter Potenziale auswirken könnte. Mehr Frauen in MINT-Berufen könnten bis 2034 rund 106.200 zusätzliche Beschäftigte bringen. Ein hoher Migrationspfad könnte weitere 114.500 Arbeitskräfte mobilisieren. Ein späterer Übergang älterer Beschäftigter in den Ruhestand hätte ein Potenzial von rund 162.300 Personen.

Werden alle drei Hebel gleichzeitig genutzt, könnten im Jahr 2034 rund 401.800 MINT-Beschäftigte mehr zur Verfügung stehen als im Basisszenario. Statt eines Rückgangs um knapp 139.000 Personen ergäbe sich gegenüber 2024 ein Beschäftigungsplus von rund 263.200.

Elektrotechnik bleibt ein Arbeitsmarkt mit Perspektive

Der MINT-Frühjahrsreport zeichnet ein widersprüchliches Bild. Die Fachkräftelücke wird durch die schwache Konjunktur kleiner, während die strukturellen Ursachen bestehen bleiben. Besonders deutlich zeigt sich das in der Elektrotechnik: Hier trifft der größte aktuelle Engpass auf eine alternde Belegschaft, einen niedrigen Frauenanteil und Berufsbilder, die immer mehr Software-, Daten- und Security-Kompetenzen verlangen.

Für Studierende, Auszubildende und Beschäftigte entstehen daraus gute Perspektiven – vor allem mit Profilen, die Elektrotechnik, Informatik und Systemverständnis miteinander verbinden. Arbeitgeber müssen zugleich früher ansetzen: bei Berufsorientierung und Ausbildung, bei Weiterbildung, internationaler Rekrutierung und beim Wissenstransfer zwischen den Generationen.

Die derzeitige Abkühlung des Arbeitsmarkts verschafft vielen Unternehmen etwas Zeit. Der demografische Ersatzbedarf zeigt allerdings, wie knapp diese Zeit bemessen ist. (bs)