Grüne Beleuchtung hinter den Bildschirmen verhindert ungewollte Reflektionen und erhöht den Kontrast. (Im Bild: Chirurg MIkkel Seyer-Hunsen vom Universitätsklinikum Aarhus / Dänemark).

(Bild: Allan Toft, Chromaviso)

Das Konzept der ergonomischen Beleuchtung für Operationssäle und Bildschirmarbeit im Gesundheitswesen hat Skandinavien im Sturm erobert und kommt aktuell in mehr als 90 Krankenhäusern zum Einsatz. Alle der bisher eingesetzten Lösungen sind an den jeweiligen Fachbereich, an Arbeitsabläufe und den Bedarf angepasst. Egal ob Ärzte, Krankenpflegepersonal, Hebammen oder Radiologen – das Beleuchtungskonzept sorgt für weniger Ermüdungserscheinungen, ein verbessertes Schirmbild und einen besseren Schlaf der Patienten. Die Idee für das Konzept entstand zusammen mit Chirurgen des Universitätskrankenhauses in Odense, die bei ihrer Arbeit in steigendem Grad die Schlüsselloch-Chirurgie durchführen und bemerkten, dass die aktuelle Beleuchtung dafür ungeeignet war.

Bild 1: Das Beleuchtungskonzept von Chromaviso setzt insbesondere bei Schlüsselloch-OPs auf Grün und Rot im Operationssaal, um ungewollte Reflektionen auf den Bildschirmen zu verhindern. Mehr Bilder finden Sie in der Bildergalerie am Ende dieser Seite.

Bild 1: Das Beleuchtungskonzept von Chromaviso setzt insbesondere bei Schlüsselloch-OPs auf Grün und Rot im Operationssaal, um ungewollte Reflektionen auf den Bildschirmen zu verhindern. Mehr Einblicke finden Sie in der Bildergalerie am Ende dieser Seite. Allan Toft, Chromaviso

Damals bestand die Wahl zwischen weißem Licht oder Dunkelheit. Das weiße Licht erzeugte jedoch viele Reflektionen, die Dunkelheit machte müde und war unzweckmäßig. Gerade Reflektionen auf Bildschirmen führte zu Problemen während der Operationen, da viele Details nur schwer erkennbar waren. Farbiges Licht – vor allem Rot und Grün – stellte sich als deutlich besser heraus, da so selbst Details wie kleinste Blutgefäße deutlich sichtbar sind. Auch das übrige Personal im Operationssaal profitiert von der Beleuchtung, da sich diese in Zonen aufteilen lässt. So erzeugen weiße Beleuchtungszonen in der Anästhesie und bei Medizinschränken ein optimales Licht für die Arbeit des Krankenpflegepersonals.

Funktionsweise und Einsatzgebiete

Die ergonomische Beleuchtung von Chromaviso ist ein in Zonen aufgeteiltes, farbiges und weißes Licht für Operationssäle und Untersuchungsräume. Die Beleuchtungslösung besteht aus einer effektiven Kombination der Komplementärfarben aus grünem und rotem Licht (Bild 1), die Reflektionen und Blendung auf Bildschirmen reduzieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass die farbigen Lichtkontraste deutlich erkennbar sind. Die Operationsbeleuchtung ist an den Bedarf der Nutzer in den einzelnen Sälen angepasst und enthält Lichteinstellungen für ausgewählte Zonen und Arbeitsabläufe – vor, während und nach dem Eingriff.

Das sogenannte Bedienuniversum der Beleuchtung sorgt dafür, dass die optimale Beleuchtung stets nur einen Knopfdruck entfernt ist. Das Konzept bietet eine hohe Flexibilität und kommt in verschiedenen Fachbereichen wie Laparoskopie, robotergestützter Chirurgie, Endoskopie und ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie), Bilddiagnostik und Angiographie, Ultraschall, in Scanner- und Bedienräumen sowie in der offenen Chirurgie zum Einsatz. Für die Beleuchtungslösung kommen aktuelle LED-Technologie sowie Touchscreens von Karl Storz als Interface im sterilen Umfeld zum Einsatz.

 

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, warum Grün und Rot im OP gegen Ermüdungserscheinungen helfen und wie das Lichtkonzept im Detail funktioniert.

Rot und Grün im OP

Bild 2: Bei der Patientenvorbereitung kommt bernsteinfarbenes Licht zum Einsatz, da dies besonders beruhigend wirklt.

Bild 2: Bei der Patientenvorbereitung kommt bernsteinfarbenes Licht zum Einsatz, da dieses besonders beruhigend wirkt. Allan Toft, Chromaviso

Den großen Unterschied im OP macht die Kombination aus rotem und grünem Licht. Chirurgen empfinden besonders die Kontraste in dieser Beleuchtung als sehr angenehm und deutlich. Speziell während einer Schlüsselloch-Operation wird der Operationssaal in mehrere Lichtzonen unterteilt. Hinter den Bildschirmen kommt grünes Licht zum Einsatz, das eine hohe Bildqualität gewährleistet, Reflektionen minimiert und das Auge entspannt.

Die rote Grundbeleuchtung reduziert Spiegelungen und gewährleistet den Ärzten und dem Krankenpflegepersonal gute Lichtverhältnisse bei der Arbeit, bei der Bereitstellung von Ausrüstung und bei der Dokumentation. Gleichzeitig verfügt die Anästhesie über eine weiße Lichtzone, um den Patienten zu beobachten und Arzneimittel zu finden. Bei der Patientenvorbereitung kommt bernsteinfarbenes Licht zum Einsatz (Bild 2), da es beruhigend wirkt, während bei Reinigungsarbeiten im Operationssaal klares, weißes Licht genutzt wird, um alle Verschmutzungen deutlich sehen zu können. Zur Betrachtung von Röntgenbildern hat sich die Komplementärfarben-Kombination aus Violett und Orange als vorteilhaft erwiesen.

Optimaler Rahmen für lange OPs

Eck-Daten

Das ergonomische Beleuchtungssystem kommt bereits in mehr als 90 Krankenhäusern in Skandinavien zum Einsatz und setzt im Operationssaal auf Lichtzonen. Besonders bei Schlüsselloch-Operationen reduziert eine grüne Beleuchtung hinter den Bildschirmen ungewollte Reflektionen und verhindert eine frühzeitige Ermüdung der Augen bei langen Eingriffen. Weiße Lichtzonen in der Anäthesie stellen sicher, dass der Patient gut überwacht werden kann. Für die Patientenvorbereitung setzt das Konzept auf beruhigendes, bernsteinfarbenes Licht, während sich violettes Licht als besonders Vorteilhaft bei der Betrachtung von Röntgenaufnahmen erwiesen hat.

Bei besonders langen Operationen oder bei zwei bis drei Operationen am Tag kommen Chirurgen schnell an ihre Grenzen. Besonders bei komplizierten Schlüsselloch-OPs, die in der Regel zwischen einer und vier Stunden dauern, führen die Chirurgen kleine, feine Bewegungen durch und stehen in verschiedenen Positionen, was schnell zur Ermüdung führt.

Ergonomische Beleuchtung hilft dabei, die schnelle Ermüdung zu verhindern, denn wenn der Kontrast im Bild nicht optimal ist, beginnt das Auge zu fokussieren und strengt sich damit zu sehr an. Manchmal sind es marginale Faktoren, die darüber entscheiden, ob der Chirurg die dritte lange Operation des Tages durchhält. Die optimierte Beleuchtung kann dabei zumindest verhindern, dass die Augen frühzeitig ermüden. Erfahrungsgemäß nehmen Chirurgen das grüne Licht beim Operieren nach einer Weile nicht mehr wahr und fühlen sich deutlich frischer, wenn die OP vorbei ist.

Auf Benutzerzufriedenheit maßgeschneidert

Bei der Installation des Systems wird analysiert, welche konkreten Bedürfnisse im jeweiligen Operationssaal von Belang sind. Im Dialog mit der Projektgruppe aus medizintechnischer Abteilung und Benutzer bietet Chromaviso eine umfassende Beratung an. Nach der Installation der Beleuchtungslösung erhalten die Benutzer eine Schulung zum System und eine Einweisung in die Feineinstellungen.

Eine Umfrage unter 30 Krankenhäusern und 330 Benutzern zeigte, was das System in Sachen Verbesserung der Arbeitsumwelt und Sicherheit leistet: 95 % der Befragten sehen die geringeren Reflektionen auf Bildschirmen und den deutlicheren Kontrast als positiv, 89 % gaben an, dass die Beleuchtung bessere visuelle Bedingungen für alle Arbeitsfunktionen bietet, 65 % sprachen von weniger Müdigkeit (85 % bei Chirurgen), 75 % empfanden erhöhte Konzentration (92 % unter Chirurgen) und 68 % glauben, dass das Beleuchtungskonzept die Sicherheit erhöht.

Das System im Detail

Das System nutzt das DMX-Steuerprotokoll (Digital Multiplex), was eine schnelle Reaktionszeit gewährleistet und zur Betriebssicherheit beiträgt. Die Armaturen sind so entwickelt, dass sie flimmerfrei und für eine Operationsumgebung optimiert sind, die 24/7 in Betrieb ist. Die Haltbarkeit des Systems beträgt 20 Jahre. Möchte der Nutzer die Beleuchtung wechseln, drückt er die Taste mit der Prozedur, die er beginnen möchte, beispielsweise Patientenauskunft, Laparoskopie, Angio, Reinigung oder Energie-Boost. Dank der speziell angepassten Texte und Symbole ist die Beleuchtung einfach und intuitiv zu bedienen – unabhängig davon, ob eine drahtlose Bedienoberfläche, ein Tablet, ein Druckknopf oder ein Teil des Bildschirms des Operationssaals gewählt wird.

Claus Puggaard

Eigentümer und Sales Director, Chromaviso

(na)

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