Hannes Niederhauser, CEO der Kontron AG

Hannes Niederhauser, CEO der Kontron AG: „Mit der Übernahme der Katek SE bauen wir unsere Präsenz im wachstumsstarken Bereich der Clean Energy Solutions gezielt aus und stärken darüber hinaus mit der Katek Tochter NexTek den Bereich Aerospace bei Kontron. Der Bereich Clean Energy birgt erhebliches Zukunftspotential. Upgrading mit Kontron Software wird die Brutto Margen mittelfristig um etwa 5% steigern und damit auch den Profitabilität in Katek deutlich erhöhen.“ (Bild: Kontron)

Der Vorstand von Katek wurde am 18. Januar 2024 darüber informiert, dass der bisherige Hauptaktionär des Unternehmens, die Primepulse mit Sitz in München, eine Vereinbarung über den Verkauf sämtlicher von ihr gehaltener Aktien an Katek (entsprechend ca. 59,4 % des Grundkapitals von Katek) an die Kontron Acquisition, Ismaning, einer 100%-igen Tochtergesellschaft der börsennotierten Kontron in Linz (Österreich), abgeschlossen hat. Der Kaufpreis beträgt EUR 15,00 je Katek-Aktie. Bei 8.587.138 Aktien ergibt das einen Preis von etwa 134 Millionen Euro. Der Vollzug dieser Vereinbarung stehe noch unter aufschiebenden Bedingungen, insbesondere der Erteilung der erforderlichen kartellrechtlichen Freigaben, und wird für März 2024 erwartet.

Mit Vollzug wird Kontron Acquisition die Kontrolle über Katek erlangen und daher verpflichtet sein, den Aktionären der Katek ein Pflichtangebot zum Erwerb sämtlicher ausstehender Aktien der Katek zu unterbreiten. Nach den dem Vorstand von Katek vorliegenden Informationen beabsichtigt Kontron Acquisition, vorbehaltlich der weiteren Abstimmungen mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), den Aktionären der Katek im Rahmen dieses Pflichtangebot eine Barzahlung in Höhe von EUR 15,00 je Katek-Aktie anzudienen. Ausweislich der erhaltenen Informationen prüft Kontron Acquisition derzeit in Abstimmung mit der BaFin, als freiwillige alternative Gegenleistung zur Barzahlung Aktien der börsennotierten Muttergesellschaft Kontron, die durch bisherige Aktienrückkaufprogramme durch Kontron erworben wurden, anzubieten. Zudem strebt Kontron Acquisition nach der Kontrollerlangung ausweislich der heutigen Mitteilung ein Delisting der Aktien der Katek aus dem regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse an, sodass geplant sei, das Pflichtangebot gleichzeitig als Delisting-Erwerbsangebot auszugestalten. Katek wird dieses Bestreben nunmehr ihrerseits prüfen.

Petra Gottwald
(Bild: Petra Gottwald / Redaktion all-electronics)

Kommentar von Petra Gottwald zur Übernahme von Katek durch Kontron

Das neue Jahr beginnt gleich mit einem Paukenschlag, nachdem bekannt wurde, dass Kontron mittels Aktienerwerb für weit über 100 Millionen Euro Katek übernimmt. Dabei sah es nicht so aus, als ob Katek ein Übernahmekandidat gewesen wäre, denn in den letzten Jahren erzielte das Unternehmen sehr wohl ein überdurchschnittliches Wachstum in der europäischen Elektronikindustrie und entwickelte sich von einem regionalen Anbieter zu einem global tätigen Unternehmen mit Standorten auch in den USA, Canada, Malaysia und Singapur. Der Jahresumsatz bezifferte sich auf mehr als eine Dreiviertelmilliarde Euro und das Unternehmen beschäftigt mehr als 3.200 Mitarbeitende. Die Katek SE rangierte deshalb bis dato an Nummer 2 im Ranking der Top 20 EMS-Unternehmen in Deutschland, Kontron „nur“ auf Platz 27 . Das wird sich wohl bald ändern. Hannes Niederhauser, CEO der Kontron AG, verfolgt die strategische Neuausrichtung des Konzerns zum reinen IoT-Player in den letzten Jahren konsequent mit Zukäufen (fünf Firmen in den letzten zwei Jahren), um das geplante Wachstum im zweistelligen Prozentbereich auch zu erreichen. Mit Erfolg. Kann man aus eigenen Mitteln nicht mehr wachsen, muss man zukaufen und das nötige Kapital hat Kontron, denn für das Jahr 2023 erwartet das Unternehmen eine Steigerung von über 30% gegenüber dem Nettoergebnis des Vorjahres.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass beide Unternehmen von der Fusion profitieren und gemeinsam wachsen werden.

Auf ein spannendes 2024!

Hier finden Sie weitere Beiträge von Petra Gottwald, Chefredakteurin productronic / all-electronics.de

Das ändert sich beim Vorstand von Katek

Katek-Vorstandsvorsitzender Rainer Koppitz scheidet mit Wirkung zum Ablauf des 29. Februar 2024 im besten Einvernehmen aus dem Vorstand aus. Er wird der gemeinsamen Unternehmensgruppe weiterhin beratend zur Seite stehen, insbesondere für die Integration der beiden Unternehmensgruppen sowie für M&A-Aktivitäten. Es ist derzeit geplant, dass Hannes Niederhauser, Vorstandsvorsitzender der Kontron, zugleich in den Vorstand der Katek berufen und dort die Rolle als Vorstandsvorsitzender übernehmen wird.

Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat mit dem Finanzvorstand Herrn Dr. Johannes Fues übereingekommen, dass dieser noch für die Übergangszeit bis zum 30. April 2024 im Vorstand verbleiben und sodann ebenso im besten Einvernehmen ausscheiden wird. Fues soll künftig den neuen Bereich GreenTec der Kontron verantworten, dem unter anderem die Geschäfte im Bereich eMobility/Charging und Renewables/Solar des Katek Segments Systems & Products zugeordnet werden.

Schließlich wurde Katek darüber informiert, dass sich der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Weinmann sowie das weitere Aufsichtsratsmitglied Markus Saller dazu bereit erklärt haben, zeitnah nach dem Vollzug der Vereinbarung aus dem Aufsichtsrat der Katek auszuscheiden.

Entwicklung, Einkauf und Vertrieb bündeln

Der Katek-Vorstand begrüßt grundsätzlich den Einstieg der Kontron Acquisition und damit mittelbar der Muttergesellschaft Kontron als Hauptaktionär. Eine enge Zusammenarbeit mit der Kontron-Gruppe biete die Möglichkeit, die Strategie der Katek noch zügiger umzusetzen, insbesondere durch eine gemeinsame Entwicklung von Produkten sowie die Bündelung von Einkaufs- und Vertriebsaktivitäten.

Bereits heute unterhält die Katek-Gruppe mit der Kontron-Gruppe enge Geschäftsbeziehungen. So ist Kontron ein wichtiger Kunde insbesondere in Nordamerika und Europa in den Branchen Luftfahrt und Verteidigung, Medizintechnik und Robotik. Mit Katek als Teil der Kontron Gruppe ergeben sich für beide Unternehmen Synergien in vielerlei Hinsicht, beispielsweise durch den Zugriff auf dediziertes Knowhow für den Ausbau des besonders werthaltigen System- und Produktgeschäfts (High Value Electronics).

Katek erzielte in den letzten Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum in der europäischen Elektronikindustrie und hat sich vom regionalen Anbieter zu einem global tätigen Unternehmen mit Standorten auch in den USA, Canada, Malaysia und Singapur entwickeln. Heute erwirtschaftet Katek mit mehr als 3.200 Mitarbeitenden einen Jahresumsatz von mehr als einer Dreiviertelmilliarde Euro. Neben dem Segment Electronics hat das Unternehmen zudem ein zweites Segment Systems & Products aufgebaut.

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