Lager Elektronik EMS

Die Lagerbestände der EMS-Branche sind zum Jahresende 2022 enorm angestiegen, insbesondere sind die hohen Bestände bei kleineren Unternehmen auffällig. (Bild: Maik @ AdobeStock)

Die Bestände an elektronischen Bauelementen in den Lägern der EMS-Industrie hatten laut dem Marktforschungsunternehmen In4ma bereits zum Jahresende 2021 extrem hohe Werte angenommen. In4ma hatte dazu aufgezeigt, dass bereits zum Jahresende 2021 die Bestände bei ca. 14,3 Mrd. Euro lagen, was ungefähr 33 % des Jahresumsatzes entspricht. Zum Jahresende 2022 sollen diese Bestände weiter auf 17,5 Mrd. Euro ansteigen. Dabei ist auffällig, dass insbesondere bei den kleineren EMS die Bestände noch deutlich höher sind. Hohe Bestände sind positiv – wenn die Preise weiter steigen.

Wohin mit den Bauteilen, wenn die Preise sinken?

Indes hat die Mehrheit der Industrie laut in4ma längst begriffen, dass die Preise fallen und das Tempo der Preissenkungen 2023 noch weiter zunehmen wird. Das führt dann direkt zu §253 HGB, auch als Niederstwertprinzip bekannt: Bestände, die zum Einkaufspreis eingebucht und mittlerweile billiger zu kaufen sind (Wiederbeschaffungswert), müssen auf den Wiederbeschaffungswert abgeschrieben werden. Bis zum Jahresende können Unternehmen noch versuchen, von ihren Distributoren Preislisten zu erhalten, die diese Abschreibung verhindern – spätestens 2023 wird damit Schluss sein.

Entwicklung Inventar EMS Europa 2015 – 2021
Entsprechend den Auswertungen von in4ma hatten die EMS in Europa am 31.12.2021 14,3 Mrd. Euro an Inventar in den Bilanzen, ~33% des Jahresumsatzes 2021. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (RHB) lagen bei ~26% (11,3 Mrd. Euro). (Bild: Dieter G. Weiss / in4ma)

Auch nehmen Distributoren Ware grundsätzlich nicht zurück und agieren zudem derzeit mit den neuen NCNR-Konditionen (non cancelable, non returnable). Es muss also eine andere Lösung her, denn Bestände können in dieser Höhe nicht bestehen bleiben. Anvisiertes Ziel sollte nach Angaben des Marktforschungsunternehmens mindestens die Halbierung der RHB-Bestände sein. In4ma hat deshalb den EMS-Scout um einen virtuellen Marktplatz für elektronische Bauelemente erweitert, der zum 1.1.2023 freigeschaltet werden soll. Hier können Unternehmen überschüssige Bauelemente einstellen und zum Kauf anbieten. Das Einstellen der Bauelemente ist kostenlos. Der Marktplatz ist nicht als Dauereinrichtung geplant, sondern dient ausschließlich der Unterstützung der EMS-Industrie beim Reduzieren der Bestände an Roh- Hilfs- und Betriebsstoffen.

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