Nachhaltigkeit in der Leiterplattenfertigung umsetzen
Die Elektronikindustrie steht unter wachsendem Druck, ihre Klimabilanz zu verbessern. Leiterplatten tragen dabei maßgeblich zum CO₂-Fußabdruck und zur wachsenden E-Waste-Menge bei. Genau hier setzt Icape an und zeigt im aktuellen Nachhaltigkeitsreport, wie sich ökologische Innovationen in der Leiterplattenproduktion praktisch umsetzen lassen.
Petra GottwaldPetraGottwaldPetra GottwaldChefredakteurin Elektronik-Titel
1 min
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Ein Schwerpunkt ist der Einsatz neuer Substratmaterialien.
Besonders hervor sticht Soluboard, ein von Jiva Materials entwickeltes,
biologisch abbaubares PCB‑Basismaterial auf Naturfaserbasis. Es löst sich am
Ende des Lebenszyklus in heißem Wasser auf und ermöglicht damit die sortenreine
Rückgewinnung von Komponenten – ein Durchbruch in einem Bereich, der
traditionell auf glasfaserverstärkte Epoxidharze angewiesen ist. Die CO₂‑Emissionen
lassen sich gegenüber FR‑4 um bis zu 67 %
reduzieren. Icape testet Soluboard bereits in der eigenen Fertigung in
Schweden.
Parallel rückt die Branche durch neue Vorgaben wie CSRD und
ESPR stärker in die Pflicht: Ab 2027 sollen digitale Produktpässe vollständige
Material‑ und Herkunftsdaten liefern, ab 2030 müssen mindestens 20 % recycelte Materialien in
elektronischen Produkten eingesetzt werden. Laut Icape‑Studie bewerten 86 % der Unternehmen Nachhaltigkeit
bereits heute als wichtig, 87 %
erwarten, dass sie in fünf Jahren die höchste Priorität haben wird.
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Neben Materialinnovationen sieht Icape große Potenziale in
energieeffizienten Fabriken, Additive‑Manufacturing‑Prozessen wie dem Pure‑Additive‑Verfahren
von Elephantech sowie regionalisierten Lieferketten, die Transportemissionen
senken. Auch Kreislaufmodelle gewinnen an Bedeutung: Vom Wiederverwenden
gewonnener Komponenten bis hin zu Rücknahmesystemen.
Das Fazit: Nachhaltigkeit wird zum strategischen
Wettbewerbsvorteil – und zur zwingenden Voraussetzung für den Marktzugang. Mit
Investitionen in alternative Leiterplattenmaterialien, transparente
Lieferketten und energieeffiziente Fertigungstechnologien will Icape den Wandel
aktiv mitgestalten.
Sustainability Gate @ Silicon Saxony Days 2026
Nachhaltigkeit entscheidet zunehmend darüber, wie Elektronik künftig entwickelt, gefertigt und eingesetzt wird. Regulatorische Anforderungen, knappe Ressourcen und steigende Kosten treffen auf einen hohen Innovationsdruck – und verlangen nach neuen Lösungen entlang des gesamten Produktlebenszyklus.
Genau hier setzt das Sustainability Gate an, das die Fachmagazine productronic und elektronik industrie gemeinsam mit Silicon Saxony e. V. im Rahmen der Silicon Saxony Days 2026 (15.–17. Juni, Flughafen Dresden) veranstalten. Im Mittelpunkt stehen konkrete Ansätze, Erfahrungen und Technologien – von Nachhaltigkeitsmanagement und Design über Fertigungskonzepte bis hin zu Recycling und Kreislaufwirtschaft.
Mit Beiträgen unter anderem von Celus, Elesta, RS Components, Nexperia und dem VDE bringt das Sustainability Gate zentrale Akteure der Branche zusammen und schafft Raum für Austausch und neue Perspektiven. Bleiben Sie gespannt – weitere Details zu Programm und Inhalten folgen in Kürze.