MODI Scanner_BMK

(Bild: SmartRep)

BMK ist ein 1994 gegründeter führender Elektronikdienstleister für den kompletten Lebenszyklus von elektronischen Baugruppen. Auf einer Produktionsfläche von über 30.000 m² werden über 5400 verschiedene Elektronikprodukte gefertigt. Am Standort in Augsburg fertigt BMK Group komplexe Elektronikprodukte, die regelmäßig technische Änderungen erfahren: „Viele Kleinlose und im Durchschnitt 20 neue Produktanläufe und Prototypen pro Woche sind bei uns Alltag“, erklärt Unternehmenssprecherin Eva Berger. In rund zehn Minuten wird ein neues Produkt auf der SMT-Linie gerüstet, Flexibilität und Agilität sind hier Tagesgeschäft. Dazu braucht es sichere Prozesse sowie eine durchgängige Qualitätssicherung und lückenlose Traceability.

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Innerhalb von 1-2 Sekunden erkennt der Wareneingangsscanner von MODI das spezifische Herstelleretikett und liest alle relevanten Daten aus. BMK

Tor in die Traceability-Welt

Ein spezielles Tor in die Traceability-Welt muss jedes Gebinde im Wareneingang passieren. Die Einlasskontrolle ist streng: Gatekeeper ist der Waren-Eingangsscanner von Modi. „Er ist unser Key-Eintrittspunkt für die Qualitätssicherung“, sagt Tim Sievers, Head of Logistics bei BMK. Erst kürzlich investierte das Unternehmen in das fünfte System zur Prüfung von eingehendem Material. Das Waren-Eingangssystem wird seit Kurzem durch Smartrep, Hanau, vertrieben.

„Im Wareneingang beginnt unsere Qualität. Hier halten wir das Material das erste Mal in der Hand“, sagt der Logistikleiter und erklärt, warum der Augsburger EMS-Anbieter höchstes Augenmerk auf diesen Prozessschritt legt. Das Tor nur mit zwei Augen zu sichern, wäre ungenügend. Deshalb setzt BMK bereits seit vier Jahren auf Technologie aus dem Hause Modi Modular Digits und investierte in mehrere Waren-Eingangsscanner für das Erfassen und Kennzeichnen von Gebinden. „Die Etiketten auf Bauteilrollen haben manchmal zwanzigteilige Herstellernummern. Es ist nachvollziehbar, dass Menschen bei der Erfassung dieser Nummern Fehler machen, und so war die falsche Identifikation ein Qualitätsrisiko, das wir beseitigen wollten“, erinnert sich Sievers. Deshalb hat man sich auf die Suche nach einem System gemacht, das die Etiketten auf Bauteilrollen, Stangenware und Kartonagen automatisch prüft, denn die Folgekosten einer Falschidentifikation und einer Falschbestückung können enorm sein.

Fündig wurde der Logistikleiter auf einer Fachmesse. Ihn überzeugten die kurzen Zykluszeiten und die sichere Identifikation aller Barcodes. Offene Softwareschnittstellen und einfache Anlernprozesse vervollständigten den positiven Eindruck. „Mit den Waren-Eingangstischen konnten wir die falsche Identifikation von Herstelleretiketten praktisch ausschließen. Wir wollten diese Qualitätslücke schließen und gleichzeitig den automatisierten Einstieg in unseren Traceability-Prozess ermöglichen. Der Hauptgrund für die Investition war die Sicherung unseres Qualitätsprozesses. Die Steigerung der Produktivität im Wareneingang war dabei ein Bonus“, erklärt Sievers.

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Zur Identifikation des Materials und zum Abgleich der ERP-Daten legen die Mitarbeiter die Materialgebinde auf die Scanfläche. SmartRep

Wareneingangsprozess im Detail

Das angelieferte Material wird in einem vorgelagerten Raum von der verschmutzten Umverpackung getrennt und über Materialrutschen den Wareneingangsstationen zugeführt. An sechs Stationen finden die Identifikation der Ware und erforderliche Prüfprozesse statt. Zur Identifikation des Materials und zum Abgleich der ERP-Daten legen die Mitarbeiter die Materialgebinde auf die Scanfläche. Innerhalb von 1 bis 2 Sekunden erkennt der Wareneingangsscanner das spezifische Herstelleretikett und liest alle relevanten Daten aus, gleicht diese mit den geforderten ERP-Daten ab und schreibt einen vollständigen Traceability-Datensatz in das MES-System zurück. „Einmal im Haus und gekennzeichnet mit einer Unique-ID können wir an jeder Stelle in der Produktion stets prüfen, ob das richtige Material an der richtigen Stelle für das richtige Produkt verwendet wird – sonst verriegelt sich der Prozess – und das bei 20.000 bis 30.000 Gebinden pro Woche. Beginnend beim Waren-Eingangsscanner verfolgen wir so einen softwaregetriebenen, durchgängigen Prozess mit automatisierter Identifikation und Buchung“, erklärt Sievers.

Analogen Prozessschritt digitalisiert

„Der Scanner ist außerdem für uns der Key-Eintrittspunkt für unseren Traceability-Prozess. Mit ihm konnten wir einen analogen Prozessschritt – den händischen Eintrag von Traceability-Informationen durch den Menschen ‒ digitalisieren“, sagt Sievers. Der Logistikleiter weiß, wie wichtig dies für den Erfolg des Unternehmens ist, denn „unsere Prozesse sind unser Wettbewerbsfaktor“. Der EMS-Anbieter nutzt nicht das Tischmodell des Waren-Eingangsscanners, sondern integrierte das technologische Herzstück in bestehende Arbeitsplätze, um – angefangen bei der Materialrutsche – einen optimalen, individuellen Materialfluss zu realisieren. Neben der automatisierten Label-Identifikation im Wareneingang setzt man auch auf verschiedene Materialtests: Von automatisierten 3D-Messmaschinen über hochauflösende Digitalmikroskope bis zu mehreren verschiedenen Röntgenuntersuchungen.

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20.000 bis 30.000 Gebinde verarbeitet BMK in Augsburg pro Woche im Wareneingang, hier ein Blick ins Materiallager. BMK

BMK testet nun auch das neue Software-Tool zur Klarschrifterkennung für den Hersteller Modi. Dies stellt eine Erweiterung des Modi-Systems dar, da nicht alle relevanten Informationen bei allen Lieferanten zu 100 Prozent in den Barcodes enthalten sind. „Die Klarschrifterkennung ermöglicht es uns jetzt, nicht qualitätsrelevante, aber wertvolle Informationen in Klartextform automatisiert zu erfassen“, beschreibt Tim Sievers das Tool.

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Der Wareneingangsscanner ist außerdem für Tim Sievers, Head of Logistics bei BMK der Key-Eintrittspunkt in den Traceability-Prozess. SmartRep

Dr. Julia Traut

ist Head of Marketing and Communications bei SmartRep

(hw)

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