Grundlage für Sicherheit, Zuverlässigkeit und Leistung
Die Rolle von präziser Taktgebung im SDV
Softwaredefinierte Fahrzeuge stellen hohe Anforderungen an die Synchronisierung elektronischer Systeme. Präzise Taktgebung schafft die Grundlage für Sicherheit, Zuverlässigkeit und stabile Datenverarbeitung im Fahrzeug.
Sumeet KulkarniSumeetKulkarni
4 min
Aktuelle Timing-Technologien bilden eine zentrale technische Grundlage für präzise Synchronisierung im SDV.shutterstock_1095302834
Es gibt einen Schlüsselfaktor, der das Benutzererlebnis von SDVs
unterstützt und Konsistenz und Zuverlässigkeit für die vielfältigen Aspekten
der aktuellen „Rechenzentren auf Rädern“ gewährleistet. Dies ist präzise
Taktgebung. Ein typisches Fahrzeug enthält bereits 70-100 Zeitgeber. Diese
Anzahl wird wahrscheinlich zunehmen – angetrieben von Trends wie
Elektrifizierung und Fahrtautomatisierung.
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In diesem Artikel betrachten wir, wie die Anpassungsfähigkeit und
Programmierbarkeit der neuesten Timing-Technologien dazu beitragen können,
Herausforderungen zu bewältigen.
Wie verbessert Synchronisierung die Fahrzeugsicherheit?
Vier Megatrends haben
ineinandergegriffen, um die Automobiltechnik neu zu definieren. Dies sind
Elektrifizierung, Fahrtautomatisierung, gemeinsam genutzte Mobilität und aktive
Sicherheit. Das Resultat dieser Entwicklungen ist, dass Hochleistungselektronik
heute in jedem Fahrzeugteil zu finden ist.
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Bordnetzwerke übertragen eine beispiellose Menge an
Informationen mit hoher Geschwindigkeit. Automatisierte Fahrzeuge können mehr
als 20 TByte an Daten pro Stunde generieren. Die Systemkomplexität steigt, da moderne Designs Hunderte vernetzter
Steuergeräte, Kameras, Radargeräte und Lidars umfassen. Architekturen werden
zunehmend zentralisiert, da SDVs ihre Funktionen in einem leistungsstarken
Computer-Hub zusammenführen.
Welche Vorteile bieten MEMS-Taktgeber im Fahrzeug?
Alle diese Eigenschaften erfordern eine engere
Synchronisierung, so dass präzise Taktgebung in vielen Fällen zu einem
wichtigen Faktor für den sicheren und effizienten Betrieb wird. Die
Silizium-MEMS-Technologie, die herkömmliche Quarzoszillatoren ersetzt, hat mit
einem einzelnen Taktchip, der verschiedene Komponenten synchronisiert, den Weg
für anspruchsvollere Funktionen im SDV-Design geebnet. Ein MEMS-Chip integriert
die End-to-End-Überwachung der verschiedenen Funktionsblöcke des Taktgebers und
warnt das System bei Störungen. Die durchgängige Überwachung, kombiniert mit
einer niedrigeren Ausfallrate im Vergleich zu Quarz, bedeutet, dass die Synchronisierung
von präziser Taktgebung mit Sicherheit und Effizienz zwei der wichtigsten
Anforderungen an SDVs abdeckt. Mit anderen Worten: Präzise Taktgebung ist für
SDVs „erfolgskritisch“ geworden.
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Zonale Architektur für Kraftfahrzeuge und zentraler Rechner mit MEMS-basiertem Taktbaum.SiTime
Millisekunden machen den Unterschied
Präzise Taktgebung ist in
Szenarien unverzichtbar, in denen Millisekunden den Unterschied in Bezug auf
Sicherheit und die Vermeidung von Systemausfällen ausmachen können.
Eine Notbremsung mit erweiterten Fahrerassistenzsystemen
(ADAS) ist ein typisches Beispiel. Ein nach vorn gerichtetes Radar erkennt ein
Hindernis, bevor es vom Bildverarbeitungssystem klassifiziert wird und die
Fahrtsteuereinheit entscheidet, die Bremsen zu betätigen. Ohne präzise
Synchronisierung kann selbst eine leichte Fehlausrichtung die Genauigkeit der
Sensorzusammenarbeit beeinträchtigen und den Bremsbefehl verzögern.
Instabilität bei der Zeitgebung zieht eine Spirale negativer
Auswirkungen auf die Sicherheit von SDVs nach sich. Sie kann die
Hochgeschwindigkeits-Ethernet- oder PCIe-Datenübertragung stören, Jitter
verursachen, der die Kamera-, Radar- oder Lidar-Leistung beeinträchtigt, und zu
Ausfällen in der V2X- oder 5G-Kommunikation führen, die das
Situationsbewusstsein beschränken.
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Die End-to-End-Überwachungsfunktion, die in einem einzelnen
MEMS-Taktchip residiert, ermöglicht die frühzeitige
Erkennung von Ausfällen im Taktbaum und reagiert schnell, um das System wieder
in einen sicheren Zustand zu versetzen. Ohne diese Möglichkeit, einen Fehler
innerhalb von Mikrosekunden zu melden, würden Hunderte von Millisekunden
vergehen, bevor der Fehler (möglicherweise zu spät) in einem nachgelagerten
Bereich erkannt und verarbeitet wird. Mit der Überwachungsfunktion in den
neuesten MEMS-Taktchips befindet sich das System dagegen nie länger als
unbedingt erforderlich in einem unsicheren Zustand.
Quarzkristall-Oszillatoren haben
seit langer Zeit das Herzstück der Automobilelektronik gebildet. Da Systeme
heute jedoch komplexer und anspruchsvoller geworden sind, wirken die
Beschränkungen von Quarzsystemen in Bezug auf Größe, Belastbarkeit und Temperaturstabilität
limitierend.
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Timing-Systeme in SDVs müssen bei Temperaturen zwischen -40
°C im Winter und über 125 °C im Sommer zuverlässig funktionieren, sie müssen
ständigen Vibrationen und Stößen durch mechanische Systeme und unwegsame
Straßen widerstehen und sie müssen elektromagnetischen Störungen gegenüber
beständig sein, die von elektrischen Antriebssträngen, Ladesystemen und immer
dichterer Elektronik verursacht werden. Modelle für gemeinsam genutzte
Mobilität sorgen für noch weitere Belastungen, da Fahrzeuge täglich länger im Einsatz
bleiben, was zu vermehrten thermischen Zyklen und höherem Komponentenverschleiß
führt.
Silizium-MEMS-Taktgeber bieten weitaus höhere Vibrations-
und Stoßfestigkeit. Sie sind vibrationsunempfindlich und können Stößen von bis
zu 20.000 g standhalten, was sie in Bezug auf Vibrationen und Stöße bis zu
100 Mal effektiver als Quarz macht. Dank ihrer hohen EMI-Störfestigkeit sind
MEMS-Chips ideal für Elektrofahrzeuge geeignet und sie bieten
sub-ppm-Stabilität über den gesamten Temperaturbereich für Automobile. Was die
Größe betrifft, so ermöglicht die Miniaturisierung von MEMS-Geräten (mit
Resonatoren, die eine 1000 Mal geringere Masse als Quarz haben) die Verwendung
in dicht gepackten Sensormodulen für einen kompakteren Formfaktor und höhere
Belastbarkeit.
Ein „Rechenzentrum auf Rädern“ bewegen
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In der Vergangenheit wurden Fahrzeuge mit domänenbasierten
Architekturen entwickelt, die jeweils eine eigene für eine bestimmte Funktion
optimierte Steuereinheit hatte, wie z. B. Bremsen, Infotainment,
Navigation oder Motorsteuerung. Software wurde geschrieben, um sich der
Hardware anzupassen, während das SDV-Modell diesen Ansatz auf den Kopf stellt. Früher
entwarf man Hardware und optimierte Software dann für diese Hardware, während
im SDV-Zeitalter das Gegenteil der Fall ist.
Diese Veränderung ist tiefgreifend. Anstatt die
Funktionalität Steuereinheit um Steuereinheit zu erweitern, verlassen sich SDVs
auf eine zentrale Rechnerplattform, die viele verschiedene Anwendungen hostet.
Der Vorteil liegt in der Skalierbarkeit und Effizienz, aber die Komplexität der
Entwicklung von sicheren und leistungsstarken Systemen steigt dadurch
dramatisch an.
Präzise Taktgebung ist eine Lösung für diese Schwachstelle. Unterschiedliche Systeme müssen innerhalb von SDVs miteinander kommunizieren, bevor diese
Kommunikation für die Infrastruktur außerhalb des Fahrzeugs aggregiert wird.
Und um alle diese Daten zu synchronisieren, ist ein zuverlässiges Timing-Signal
unverzichtbar. Präzise Taktgebung in physischen Schichten sorgt dafür, dass
Datenflüsse nicht ihre Kohärenz verlieren, was nicht nur die Leistung, sondern
auch die Sicherheit beeinträchtigen würde. Sicherheitskritische Systeme in
dieser softwarezentrierten Architektur, wie z. B. das Antiblockiersystem,
profitieren von schnelleren Reaktionszeiten, die von der ausfallsicheren
Technologie in Produkten wie den SiTime Chorus Automotive-Taktgebern möglich
gemacht werden, die einen MEMS-Resonator, einen Oszillator und aktuelle
Sicherheitsmechanismen in einem einzigen Paket kombinieren.
Chorus Automotive Clock Generator.SiTime
Präzise Taktgebung unterstützt Entwickler durch
Skalierbarkeit über mehrere Fahrzeugplattformen und ADAS-Ebenen hinweg sowie
durch Interoperabilität, angesichts eines Mangels an vollständig
standardisierten Zeitprotokollen.
Eine Zukunft, die auf Präzision basiert
Bei der Entwicklung besserer SDVs
geht es nicht nur um schnellere Prozessoren, intelligentere Algorithmen oder
bessere Sensoren. Es ist genauso wichtig, sicherzustellen, dass jedes dieser
Systeme die perfekte Zeitgebung verfügbar hat. Präzise Taktgebung ist die
stille Grundlage für Sicherheit, Zuverlässigkeit und Leistung in den vernetzten
und automatisierten Fahrzeugen von morgen.
Da sich die SDV-Entwicklung zunehmend auf vollständig
autonome Fahrzeuge konzentriert, steht die Branche vor der doppelten
Herausforderung steigender Komplexität und kompromissloser
Sicherheitsstandards. In dieser softwareorientierten Zukunft, in der
Millisekunden wichtiger denn je sind, wird das MEMS-basierte Silizium-Timing
zum Herzschlag der Automobilindustrie werden. (bs)
Autor
Sumeet Kulkarni, Director Product Marketing,
Automotive bei SiTime