Übernahme am EMS-Markt

Voltatron übernimmt Kurz Elektronik von Prettl

Voltatron übernimmt sämtliche Anteile an Kurz Elektronik von der Prettl Group. Damit erweitert das Unternehmen seine Kompetenzen in Elektronikfertigung, Kabelkonfektion und Kunststoffverarbeitung.

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Grafik mit Hinweis auf die Übernahme von Kurz Elektronik durch Voltatron auf blau-goldenem Hintergrund.

Die Voltatron übernimmt Kurz Elektronik mit Sitz in Althengstett vollständig von Prettl. Einen entsprechenden Kaufvertrag haben die Unternehmen am 27. August 2026 unterzeichnet. Mit der Akquisition will Voltatron seine Wertschöpfung im Bereich industrieller Elektroniklösungen ausbauen.

Kurz Elektronik wurde 1965 gegründet und entwickelte sich von einem Anbieter elektronischer Steuerungen und Schalter für Haushaltsgeräte zu einem Spezialisten für kundenspezifische Elektroniklösungen. Seit 1993 verfügt das Unternehmen über eine Elektronikfertigung in Litauen. 2016 wurde Kurz Elektronik Teil der Prettl Group und dort im Bereich Electronic Manufacturing Services weiterentwickelt.

Voltatron erweitert EMS Kompetenzen

Durch die Übernahme erhält Voltatron zusätzliche Entwicklungsressourcen sowie Kapazitäten für die Mittel und Großserienfertigung. Zum Portfolio von Kurz Elektronik gehören unter anderem Lösungen für Sensorik, Motorsteuerungen, Batteriemanagement, Benutzeroberflächen und IoT Anwendungen. Hinzu kommen Kompetenzen in der Kabelkonfektion, im Kunststoffspritzguss und im Werkzeugbau.

Damit vergrößert Voltatron zugleich die eigene Fertigungstiefe. Insbesondere Kabelkonfektion und Kunststoffspritzguss sollen künftig stärker in das Entwicklungs und Fertigungsangebot des Unternehmens integriert werden.

Das Technologiecenter von Kurz Elektronik befindet sich in Althengstett, wo die Entwicklungsressourcen des Unternehmens gebündelt sind. Der Produktionsstandort in Litauen verfügt über mehrere SMT sowie THT und DIP Fertigungslinien. Kurz Elektronik beschäftigt rund 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 14 Millionen Euro. Zu den Kunden gehören unter anderem Unternehmen aus dem Haushaltsgerätesektor.

Voltatron plant nach der Übernahme Investitionen in die Systemlandschaft, den Maschinenpark und die weitere Automatisierung der Fertigung. Zudem sollen die Prozesse bei Kurz Elektronik optimiert werden. Die damit verbundenen Restrukturierungs und Integrationsaufwendungen sollen überwiegend bereits 2026 ergebniswirksam werden.

Übernahme erhöht Umsatzprognose für 2026

Die Erstkonsolidierung von Kurz Elektronik ist zum 1. September 2026 vorgesehen. Infolge der Übernahme erhöht Voltatron seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr. Statt bislang 47 bis 51 Millionen Euro erwartet der Konzern nun einen Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen zwischen 54 und 57 Millionen Euro. Die Prognose für die operative Rohertragsmarge steigt von bislang 37 bis 44 Prozent auf 41 bis 47 Prozent.

Die EBITDA Marge soll weiterhin zwischen 7 und 10 Prozent liegen. Dagegen reduziert Voltatron aufgrund der geplanten Investitionen sowie der daraus resultierenden Abschreibungen die Prognose für die EBT Marge nach IFRS auf minus 4 bis minus 3 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen minus 2 Prozent erwartet.

Für Voltatron ist die Akquisition zugleich ein weiterer Schritt beim Ausbau zu einem stärker vertikal integrierten Technologieanbieter. CEO Martin Hartmann erklärt: „Mit Kurz Elektronik kommen wir unserem Ziel, Voltatron als vertikal integrierten Technologieanbieter zu positionieren, einen entscheidenden Schritt näher und stärken gleichzeitig unsere Wettbewerbsposition im Markt deutlich.“

Prettl wird Aktionär von Voltatron

Die Transaktion wird zur Hälfte durch eine Geldleistung finanziert. Die übrigen 50 Prozent der Geschäftsanteile bringt die Prettl Beteiligungs Holding im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung gegen neue Voltatron Aktien ein. Prettl wird damit künftig selbst Aktionär von Voltatron.

Für Prettl ist der Verkauf nach eigenen Angaben das Ergebnis einer strategischen Entscheidung. Die Integration in den Voltatron Konzern soll Kurz Elektronik eine weitere Entwicklungsperspektive eröffnen. Mit der Beteiligung an Voltatron unterstreicht Prettl zugleich die nach eigener Einschätzung strategische Passgenauigkeit der Transaktion und will die weitere Entwicklung künftig aus der Perspektive eines Investors begleiten.