EU-Märkte treiben Ausfuhren

Elektroexporte wachsen im ersten Halbjahr deutlich

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat ihre Exporte im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesteigert. Besonders kräftig wuchsen die Lieferungen in zahlreiche EU-Länder, während die Ausfuhren in die USA und nach China leicht zurückgingen.

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Balkendiagramm zu Exporten und Importen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie von 2025 bis Juni 2026.
Exporte und Importe der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben 2026 deutlich an Dynamik gewonnen. Im ersten Halbjahr stiegen die Ausfuhren um 9,3 Prozent und die Einfuhren um 7,7 Prozent, im Juni lagen die Zuwachsraten sogar bei 18,3 beziehungsweise 20,2 Prozent.

Die Ausfuhren der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Juni 2026 kräftig gestiegen. Nach Angaben des ZVEI erreichten die Exporte einen Wert von 24,5 Milliarden Euro und lagen damit 18,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im gesamten ersten Halbjahr fiel das Wachstum mit 9,3 Prozent zwar geringer aus, blieb aber deutlich positiv. Von Januar bis Juni wurden Elektro- und Digitalprodukte im Wert von insgesamt 138,5 Milliarden Euro ausgeführt.

Auch die Importe legten zu. Im Juni stiegen die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Güter um 20,2 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr summierten sie sich auf 143,8 Milliarden Euro, ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wuchsen die Exporte im ersten Halbjahr stärker als die Importe. Das sektorale Handelsdefizit lag bei weniger als 5,5 Milliarden Euro und damit unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2025.

EU-Länder treiben das Exportwachstum

Balkendiagramm zu den wichtigsten Export- und Importmärkten der deutschen Elektroindustrie.
Die USA und China bleiben die größten Abnehmer deutscher Elektroexporte, allerdings gingen die Ausfuhren in beide Länder im ersten Halbjahr 2026 leicht zurück. Das Wachstum kam vor allem aus der EU, besonders kräftig legten die Lieferungen nach Tschechien und Polen zu.

Größter Abnehmer deutscher Elektroexporte blieben im ersten Halbjahr die USA. Allerdings gingen die Lieferungen dorthin um 2,1 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro zurück. Auch die Exporte nach China, dem zweitwichtigsten Absatzmarkt, sanken leicht um 1,6 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro.

Das Wachstum kam dagegen vor allem aus Europa. Die Plätze drei bis neun der wichtigsten Exportmärkte belegten ausschließlich EU-Länder. Besonders kräftig stiegen die Ausfuhren nach Tschechien um 30,5 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro und nach Polen um 29,2 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro.

Auch die Niederlande entwickelten sich mit einem Plus von 14,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro deutlich positiv. Die Lieferungen nach Frankreich nahmen um 12,6 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro zu, nach Italien um 16,4 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro und nach Spanien um 14 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Österreich kam auf ein Plus von 10,8 Prozent und 5,6 Milliarden Euro.

Rückläufig entwickelten sich dagegen die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich. Sie gingen um 6,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zurück.

China bleibt mit Abstand wichtigster Lieferant

Auf der Importseite zeigt sich ein anderes Bild. China blieb mit großem Abstand wichtigstes Lieferland für elektrotechnische und elektronische Erzeugnisse. Im ersten Halbjahr 2026 importierte Deutschland Waren im Wert von 42,8 Milliarden Euro aus der Volksrepublik. Das waren 11 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Auf Rang zwei folgte Ungarn mit 7,6 Milliarden Euro und einem Rückgang von 1 Prozent. Die Importe aus den USA stiegen um 5,4 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Dahinter folgten Polen mit 6,8 Milliarden Euro, Tschechien mit 6,6 Milliarden Euro und Taiwan mit 5,4 Milliarden Euro.

Besonders dynamisch entwickelten sich die Einfuhren aus Vietnam. Sie legten um 18,3 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zu. Auch die Importe aus Frankreich stiegen deutlich um 14,2 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

Produktionsstruktur bleibt stark asiatisch geprägt

Der Vergleich der wichtigsten Absatz- und Beschaffungsmärkte macht die unterschiedliche geografische Struktur sichtbar. Sieben der zehn größten Abnehmerländer deutscher Elektroprodukte liegen in der EU. Auf der Importseite stammen dagegen fünf der zehn wichtigsten Lieferländer aus Asien.

Balkendiagramm zu den Top-10-Lieferländern der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im ersten Halbjahr 2026.
China bleibt mit großem Abstand wichtigstes Lieferland für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Importe aus der Volksrepublik um 11 Prozent auf 42,8 Milliarden Euro. Auch Lieferungen aus Taiwan, Vietnam und Frankreich legten deutlich zu.

ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann sieht darin die weltweite Produktionsstruktur der Elektroindustrie abgebildet: „Denn drei Viertel aller weltweit hergestellten Elektroerzeugnisse kommen heute aus Asien, knapp die Hälfte allein aus China.“

Mit Blick auf die Entwicklung der Ausfuhren sagte Gontermann: „Zwar fiel das Exportwachstum im gesamten ersten Halbjahr nur halb so hoch aus wie im Juni. Mit einem Plus von 9,3 Prozent auf insgesamt 138,5 Milliarden Euro war die Entwicklung in diesem aussagekräftigeren Zeitraum aber ebenfalls sehr dynamisch.“

Die vergleichsweise stabile Entwicklung der Exporte in die USA bewertet er angesichts der Handelspolitik ebenfalls positiv: „Angesichts der kaum mehr ausrechenbaren US-Zoll- bzw. Handelspolitik erscheint dieser Rückgang tatsächlich recht moderat.“