Algorithmen für die Zukunft der Informatik

ETH Zürich hostet neuen IBM Quantencomputer

Die Schweiz hostet einen der modernsten Quantencomputer von IBM weltweit. Die neue Anlage soll Forschung und Ausbildung im Bereich Quantum Computing voranbringen und die Position der Schweiz als Innovationsstandort stärken.

Serverraum mit Metallgitterwänden, Kabeltrassen an der Decke und glänzendem Boden.
Das IBM Quantum Systems Two gehört zu den fortschrittlichsten Quantencomputern der Welt.

Die ETH Zürich und IBM haben die Installation eines IBM Quantum System Two am Nationalen Supercomputing Center CSCS der ETH Zürich in Lugano bekanntgegeben. Das erste Quantum System Two der Schweiz wird mit dem aktuellen IBM-Nighthawk-Chip ausgestattet sein und soll zu den fortschrittlichsten Quantencomputern weltweit gehören. Möglich wurde dies durch ein Offset-Abkommen zwischen Lockheed Martin und Armasuisse, dem Bundesamt für Rüstung der Schweiz. Die ETH Zürich koordiniert die Nutzung des Quantencomputers und stellt diesen Forschenden des ETH-Bereichs, weiterer Schweizer Hochschulen und ausgewählter Unternehmen zur Verfügung.

Wer Quantencomputer programmieren will, muss sowohl Informatik beherrschen als auch Quantenphysik verstehen. Mit direktem Zugang zu einem der fortschrittlichsten Quantencomputer werden sich nun deutlich mehr Studierende und Forschende einfacher mit dieser Technologie beschäftigen können.

Renato Renner, Professor für Theoretische Physik an der ETH Zürich

Der Quantencomputer wird am CSCS in unmittelbarer Nähe zum KI-fähigen Supercomputer «Alps» aufgebaut. Die Verfügbarkeit beider Systeme eröffnet insbesondere in Physik und Chemie neue Perspektiven. Forschende können damit das Verhalten komplexer Materialien, Moleküle und chemischer Prozesse untersuchen, die sich mit herkömmlichen Rechnern nur schwer simulieren lassen. Langfristig könnten daraus Fortschritte bei der Entwicklung neuer Materialien, effizienterer industrieller Verfahren und energieeffizienterer Technologien entstehen. Der neue Quantencomputer ermöglicht zudem die Ausbildung einer neuen Generation von Wissenschaftlern und Ingenieuren.

Die Inbetriebnahme des Quantum System Two am CSCS ist Ende 2026 geplant. Während des Installationsprozesses und über die gesamte Laufzeit der Vereinbarung hinweg haben Nutzer der ETH Zürich zudem Zugriff auf IBM-Quantencomputer und andere Ressourcen, die über die Cloud verfügbar sind. IBM installiert, wartet und betreibt den Quantencomputer. Die ETH und das CSCS stellen die technische Infrastruktur wie Stromversorgung, Kühlung und Sicherheit bereit und verantworten die Zuteilung der verfügbaren Rechenkapazitäten. Die Zusammenarbeit ist zunächst bis 2029 angelegt und soll Forschung, Ausbildung und Innovationsprojekte im Bereich Quantum Computing fördern.