Schaeffler und Sonatus bringen Edge AI auf Steuergeräte
Schaeffler und Sonatus haben KI auf Steuergeräten angekündigt. Die Lösung soll SDV-Architekturen beschleunigen und zeigt, warum Edge AI für Fahrzeugfunktionen an Bedeutung gewinnt. Entscheidend wird sein, was dadurch im Fahrzeug möglich wird.
Unterzeichnung der Zusammenarbeit (von links): Rodrigo Peres, Senior Vice President Business Unit Vehicle and Battery Controls bei Schaeffler, und Marc Synnot, General Manager Ireland Operations bei Sonatus.
Schaeffler
Schaeffler und Sonatus wollen KI-Algorithmen direkt auf Steuergeräte für softwaredefinierte Fahrzeuge bringen. Dazu kombiniert Schaeffler seine Steuergeräte mit Software von Sonatus. Die Lösung soll Datenverarbeitung, KI-Modellverwaltung und Funktionsoptimierung stärker ins Fahrzeug verlagern.
Im Mittelpunkt stehen die Sonatus-Technologien „Sonatus Collector AI“ und „Sonatus AI Director“. Sie sollen in Steuergeräte von Schaeffler integriert werden und dort Datenerfassung, Ausführung von KI-Modellen und deren Lifecycle-Management ermöglichen. Für Automobilhersteller soll dadurch der Aufwand bei Integration und Validierung sinken.
Warum bringen Schaeffler und Sonatus KI auf Steuergeräte?
Softwaredefinierte Fahrzeuge benötigen eine enge Verbindung von Hardware, Software und Daten. Die Partner setzen deshalb auf Edge AI, also KI-Funktionen, die direkt im Fahrzeug ausgeführt werden. Dadurch lassen sich Fahrzeugfunktionen lokal analysieren, anpassen und über den Lebenszyklus hinweg weiterentwickeln.
Die Zusammenarbeit soll den Übergang zu zentralisierten elektrischen und elektronischen Architekturen unterstützen. Fahrzeugfunktionen wie Lenken, Bremsen oder Energiemanagement können auf Steuergeräten ausgeführt und später per Software aktualisiert werden. Änderungen an der Hardware sollen dafür nicht erforderlich sein. Jeff Chou, CEO und Mitgründer von Sonatus, beschreibt diesen Schritt als Erweiterung der reinen Hardware-Zentralisierung: „Die Zentralisierung von Hardware ist nur der erste Schritt. Das softwaredefinierte Fahrzeug entsteht, wenn KI direkt im Fahrzeug ausgeführt wird und die Hardware kontinuierlich lernt und sich weiterentwickelt.“
Welche Rolle übernimmt die Sonatus-Software?
„Sonatus Collector AI“ dient der Datenerfassung in Echtzeit. Damit lassen sich Fahrzeugdaten erfassen, ohne umfangreiche Datenlogs dauerhaft auswerten zu müssen. Das kann Fehleranalysen beschleunigen und Einblicke in die Fahrzeugperformance liefern.
„Sonatus AI Director“ übernimmt die Ausführung und Verwaltung von KI-Modellen im Fahrzeug. Damit wird die Grundlage geschaffen, KI-Funktionen nicht nur zentral zu entwickeln, sondern auch im Fahrzeugbetrieb zu nutzen und zu aktualisieren.
Was steuert Schaeffler zur Partnerschaft bei?
Schaeffler bringt Steuergeräte und Systemintegration in die Zusammenarbeit ein. Das Unternehmen adressiert damit zentrale und zonale Fahrzeugarchitekturen in Bereichen wie Antrieb, Energie, Fahrwerk und Karosserie. Die Unternehmen wollen die Steuergeräte mit einer vorintegrierten Software-Infrastruktur ausstatten. Dazu zählen auch Lösungen von Sonatus. Für Automobilhersteller kann das die Zentralisierung von Softwarearchitekturen vereinfachen und Entwicklungsprozesse verkürzen.
Welche Bedeutung hat die Partnerschaft für SDV?
Die Partnerschaft zeigt, dass softwaredefinierte Fahrzeuge nicht allein durch leistungsfähige Rechner entstehen. Entscheidend ist, wie Steuergeräte, eingebettete Software, Daten und KI-Funktionen zusammenarbeiten. Schaeffler und Sonatus adressieren mit ihrer Lösung einen zentralen Punkt der SDV-Entwicklung: Fahrzeugfunktionen sollen über Software steuerbar, aktualisierbar und auswertbar werden. Damit rückt das Steuergerät von einer statischen Hardwarekomponente stärker in die Rolle einer updatefähigen Softwareplattform.