Auf dem Mobility Innovation Campus Ottobrunn findet am 14. und 15. April 2026 die Mobility + AI Conference statt, sie wird in Kooperation mit der Technischen Universität München (TUM) durchgeführt. Die zweitägige Konferenz bringt Experten aus Industrie, Regulierung, technischen Diensten, Versicherungen sowie der Forschung zusammen und adressiert eine der zentralen Herausforderungen intelligenter Mobilität: Wie lassen sich KI-getriebene Systeme verantwortungsvoll entwickeln, validieren, genehmigen und im großen Maßstab einsetzen?
Im Fokus stehen unter anderem automatisierte Fahrfunktionen der Stufen L2+ bis L4, Robotaxis, Logistiksysteme, Validierung, Cybersicherheit, regulatorische und haftungsrechtliche Rahmenbedingungen, HMI-Entwicklungen sowie Software-definierte Fahrzeuge.
Alle Key Facts zur Mobility + AI Conference 2026
Was?
Fachkonferenz zu KI-getriebener Mobilität mit Fokus auf automatisiertes Fahren,
Künstliche Intelligenz, Sicherheit, Regulierung und SDVs.
Wann?
14.–15. April 2026.
Wo?
Mobility Innovation Campus Ottobrunn bei München.
Wer?
Experten aus Industrie, Regulierung, technischen Diensten, Versicherungen und
Forschung – in Kooperation mit der TUM.
Für wen?
Entscheider und Fachkräfte aus der Automotive-Branche, OEMs, Zulieferindustrie,
Behörden, Zertifizierung, Recht und Forschung.
Warum?
Die Konferenz zeigt, wie KI-basierte Mobilität verantwortungsvoll entwickelt,
validiert, genehmigt und im Realbetrieb skaliert werden kann.
Themen: L2+ bis L4, Robotaxis, autonome Logistik, Validierung & Testing,
funktionale Sicherheit, Cybersicherheit, Regulierung, HMI, SDVs.
Autonome Mobilität im Realbetrieb
Die Mobility + AI 2026 strukturiert ihr Programm entlang der zunehmenden Erkenntnis, dass Autonomie nicht mehr allein durch technische Leistungsfähigkeit definiert ist. Automatisierte Fahrfunktionen von L2+ bis L4 bleiben eine zentrale Säule, doch der Fokus verschiebt sich klar in Richtung realer Einsatzbedingungen: Wie verhält sich KI unter Unsicherheit, wie werden Redundanzkonzepte umgesetzt, wie fließen Daten aus im Feld eingesetzten Fahrzeugen zurück in Entwicklung und Validierung?
Robotaxis und autonome Mobilität stellen eine komplexe Ausprägung dieser Herausforderungen dar, steht hinter jedem Fahrzeug ja ein unsichtbares Netz aus Menschen, Prozessen und Entscheidungen. Während Pilotprojekte ihre grundsätzliche Machbarkeit gezeigt haben, hängt die Skalierbarkeit von Betriebsmodellen, Infrastrukturreife und regulatorischer Abstimmung ab. Auch hier gilt: KI treibt die Automotive-Branche an und um, sie kann bereits heute einen Mehrwert liefern – insbesondere in kontrollierten oder teilkontrollierten Umgebungen.
Validierung, Testing und digitale Zwillinge bilden das Rückgrat vertrauenswürdiger KI-Systeme. Szenarienbasiertes Überprüfen, Simulieren und reproduzierbare Nachweise werden gemeinsam mit funktionaler Sicherheit und Cybersecurity diskutiert. Damit wird deutlich, dass Safe-by-Design- und Security-by-Design-Prinzipien zunehmend verpflichtend werden. Regulierung, Genehmigung und Haftung schaffen den institutionellen Rahmen für den Einsatz.
Expertise von der Bundesregierung und dem TÜV
Richard Damm, Präsident des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und Vorsitzender der UNECE-Arbeitsgruppe GRVA für automatisierte, autonome und vernetzte Fahrzeuge, skizziert neue regulatorische Anforderungen für automatisierte Fahrzeuge und Fahrerassistenzsysteme. Sein Beitrag verdeutlicht die Spannung zwischen globalen Märkten und regional geprägten Regulierungskulturen.
Ergänzt wird diese Perspektive durch Thomas Quernheim, Senior Vice President Engineering & Homologation Automotive bei der TÜV Rheinland Group. Auf Basis umfangreicher Genehmigungserfahrung analysiert er, wie KI-Absicherung, strukturierte Validierung und auditfähige Nachweise zu Voraussetzungen für Robotaxis in Europa werden.
Eine weitere Ebene bringen Risiko- und Versicherungsperspektiven ein. Dr. Christian Sahr, Geschäftsführer des Allianz Zentrum für Technik (AZT), erläutert, wie Vertrauen, Risiko und Versicherungsmodelle den Übergang von der L4-Vision zur operativen Realität beeinflussen – und damit sowohl Einsatzstrategien als auch Systemdesign prägen.
Wie kommt Europa zum einem Wettbewerbsvorteil?
Aus Sicht von Anbietern autonomer Mobilität beschreibt Dr. René S. Hosse, Head of Regulatory, Safety and Security bei Volkswagen Autonomous Mobility GmbH / Moia, das Zusammenspiel von Sicherheit und Künstlicher Intelligenz in Shared-Mobility-Diensten. Sein Fokus liegt auf der Skalierung von Vertrauen über Flotten, Nutzer und Städte hinweg.
Jeremy McClain, Global Vice President und Head of Systems & Software Business for Autonomous Mobility bei Aumovio, ordnet diese Fragestellungen in einen breiteren industriellen Kontext ein. Er betont, dass Autonomie im großen Maßstab nur durch die Ausrichtung von Sicherheit, Regulierung und tragfähigen Geschäftsmodellen möglich wird.
Eine ergänzende Perspektive liefert Alexander Kraus, CEO der AVL Deutschland GmbH. Er betrachtet software-definierte Mobilität durch die Brille von Genehmigung und Zertifizierung und argumentiert, dass Europas komplexe Typgenehmigungslandschaft zu einem Wettbewerbsvorteil werden kann – wenn Softwarearchitekturen, Validierungsstrategien und regulatorische Anforderungen von Beginn an gemeinsam gedacht werden.
Validierung als Schlüssel zu Vertrauen
Validierung zieht sich als wiederkehrendes Thema durch das gesamte Veranstaltungsprogramm. Szenarienbasiertes Testing, Simulationsframeworks und digitale Zwillinge werden als essenzielle Werkzeuge zur Beherrschung der Komplexität KI-getriebener Systeme diskutiert. Wolfgang Jansen, Senior Vice President und Head of Division Tests & Analyses bei der IABG, verankert diese Diskussion in realen Testumgebungen und verknüpft Testinfrastruktur, induktives Laden und Safe-AI-Konzepte.
Eine designorientierte Perspektive ergänzt Avinash Nehemiah, Head of Product Management and Marketing – Design Automation bei MathWorks. Er zeigt, wie Vertrauen in KI-basierte technische Systeme durch Designautomatisierung und integrierte Toolchains aufgebaut werden kann – und unterstreicht damit, dass Vertrauen von Anfang an mitgedacht und -entwickelt werden muss.
Urbane autonome Mobilität auf der Überholspur
Dr. Stephane Dreher, Senior Manager Innovation & Deployment CCAM bei Ertico ITS Europe, untersucht, wie Robotaxis und autonome Mobilität in skalierbare urbane Lösungen überführt werden können – mit Fokus auf Ökosystemkoordination und Infrastrukturreife. Athanassios Lagospiris, Vice President of Engineering bei Vay, thematisiert Remote Operation. Er verknüpft Remote Driving, KI und globale Einsatzstrategien als Enabler für operative Robustheit.
Automatisiertes Valet-Parken entwickelt sich zur kurzfristig realisierbaren Anwendung. Joachim Mathes, Chief Technology Officer der Brain Division von Valeo, spricht über den Roll-out von Level-4-Parkfunktionen, während Jingfang Jiang, President von iMotion Automotive Technology Suzhou, den Weg von Automated Valet Parking vom Konzept zum Produkt nachzeichnet.
Auch der Themenkomplex Autonome Logistik ist Teil der Debatte. Dr. Frederick Zohm, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus SE, positioniert die Lkw-Automatisierung als einen der schnellsten Wege zur Skalierung. Alexander Domahidi, Co-Founder und CTO von Embotech, erweitert diesen Blick auf Fabriken, Häfen und Flughäfen, in denen KI-getriebene Systeme bereits heute Materialflüsse und Sicherheit optimieren.
Menschlicher Drang und rechtliche Hürden
Vertrauen hängt letztlich (auch) von menschlichen Faktoren ab. Dr. Michael Oehl, Leiter der HMI-Forschungsgruppe am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), beleuchtet HMI-Herausforderungen im Kontext von Remote Operation und sicheren Übergabeprozessen. Aus industriepolitischer Perspektive erläutert Ernst Stoeckl-Pukall, Leiter des Referats Digitalisierung und Industrie 4.0 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wie IPCEI-KI-Initiativen und offene Ökosysteme die Wettbewerbsposition Europas stärken können.
Rechtliche Entwicklungen analysieren Oliver Belitz und Dr. Nils Lölfing, IT-Rechtsanwälte bei Bird & Bird. Sie beleuchten die Auswirkungen des AI Acts auf die Automobilindustrie sowie die wachsende Rolle der Agentic AI. Die Bedeutung von Ökosystem-Zusammenarbeit vertieft Michael Plagge, Vice President Ecosystem Development bei der Eclipse Foundation. Er zeigt auf, wie Open-Source-Ansätze nachhaltige Software-Ökosysteme im Automotive-Bereich unterstützen können.
Ergänzt werden die Fachvorträge durch Panels, Q&A-Sessions und Live-Demonstrationen, die den Austausch zwischen Industrie, Regulierung und Forschung fördern und zentrale Fragestellungen anhand konkreter Anwendungen vertiefen.