Technik im Nanobereich

Halbleiterfertigung: Wo Technik am teuersten ist

Die Fertigung moderner Halbleiter erfordert ein Zusammenspiel hochpräziser Maschinen, spezialisierter Materialien und kontrollierter Umgebungen. Dieser Überblick zeigt, welche Technologien den Takt in der Chipproduktion vorgeben – vom Kristall bis zum Bauteil.

Diese Schnittzeichnung zeigt das Innere einer modernen EUV‑Belichtungsmaschine. Das 13,5‑nm‑Licht wird in einem Laser‑induzierten Zinnplasma erzeugt und durch eine Kette aus multilagenbeschichteten Spiegeln in ultrahohem Vakuum geführt. Die violett markierten Strahlwege verdeutlichen die komplexe Optik, die das Licht präzise auf den Wafer projiziert. Der EUV-Scanner ist eines der aufwendigsten Systeme der Halbleiterfertigung – und doch nur eines von vielen entscheidenden Gliedern in einer hochkomplexen Prozesskette.

Die Herstellung von Halbleitern ist eine der technologisch anspruchsvollsten Aufgaben der heutigen Industrie. Im Zentrum dieser Fertigung stehen hochspezialisierte Maschinen und Materialien, die in orchestrierten Prozessketten zusammenwirken. Ziel dieses Textes ist es, die zentralen Maschinen, Geräte und Materialien nicht als Randnotiz im Prozess, sondern als Hauptakteure zu beschreiben – mit Fokus auf deren technische Funktion, Aufgabenprofil und Bedeutung im Gesamtsystem der Halbleiterproduktion.

Kernaussagen zur Halbleiterfertigung

Hochpräzise Prozesskette: Die Halbleiterfertigung vereint Kristallzucht, Lithografie, Schichtabscheidung, Dotierung, Ätzen und Reinigung in exakt gesteuerten Prozessschritten unter Reinraumbedingungen.

Schlüsselmaschinen und Materialien: EUV-Scanner, CVD-/ALD-Anlagen, Ionenimplantatoren und CMP-Systeme bestimmen Strukturtreue und Ausbeute; Materialien wie Si, SiC und GaN definieren Leistungsfähigkeit und Effizienz.

Kosten- und Technologietreiber: Die Lithografie – insbesondere EUV-Technologie – ist der teuerste und kritischste Faktor in der Chipproduktion, da sie die Strukturgröße und damit die Innovationsgrenze vorgibt.

Was machen Kristallzucht- und Waferbearbeitungsanlagen?

Der Schnitt durch einen Czochralski‑Ofen zeigt den beheizten Tiegel mit geschmolzenem Silizium, umgeben von Graphit‑Isolationsschichten. Eine rotierende Ziehstange mit Keimkristall taucht in die Schmelze ein und zieht langsam einen Einkristall heraus, während die Temperatur millikelgenau geregelt und der Inertgasfluss kontrolliert wird. Diese Apparatur liefert monokristalline Ingots mit Durchmessern von bis zu 300 mm.

Die Grundlage jeder Halbleiterfertigung ist der monokristalline Siliziumwafer. Hierfür wird hochreines Silizium in Czochralski-Kristallziehanlagen verarbeitet. Diese Maschinen bestehen aus einem Quarzschmelztiegel, in dem das Silizium unter Vakuum oder Schutzgasatmosphäre geschmolzen wird. Ein rotierender Impfkristall zieht dabei langsam einen Einkristallstab (Ingot) aus der Schmelze. Die Temperaturregelung dieser Anlagen ist hochpräzise, Abweichungen im Sub-Kelvin-Bereich führen bereits zu Kristallfehlern. Die gezielte Steuerung der Rotationsgeschwindigkeit und der Ziehgeschwindigkeit ermöglicht eine präzise Kontrolle der Kristallorientierung und -qualität. Ein entscheidender Parameter ist der Sauerstoffgehalt, der im Kristall durch den Kontakt mit dem Quarztiegel eingebracht wird – ein Faktor, der gezielt gesteuert werden muss, da Sauerstoffausfällungen später zu Ausfällen führen können.

Anschließend wird der Ingot mit CNC-gesteuerten Drahtsägen in Scheiben geschnitten. Diamantbesetzte Drähte garantieren eine gleichmäßige Schnittqualität bei minimalem Materialverlust. Die Schnittparameter – etwa Drahtvorschub, Geschwindigkeit, Kühlmitteldurchfluss – werden exakt geregelt. Eine typische Drahtsäge erreicht Schnittgeschwindigkeiten bis zu 2 m/min bei Submikrometer-Toleranz. Für die abschließende Planarisierung sorgen chemisch-mechanische Poliermaschinen (CMP), die mit Slurrys aus abrasiven Partikeln (z. B. Siliziumdioxid) und Chemikalien (z. B. KOH) arbeiten. Die Kombination aus mechanischem Abtrag und chemischer Reaktion entfernt mikroskopische Unebenheiten und erzeugt eine spiegelglatte Oberfläche mit einer Rauheit von weniger als 1 nm RMS.

Welche Rolle spielt die Lithografie bei Strukturierung?

Die optische Strukturierung erfolgt durch Belichtungssysteme – sogenannte Stepper oder Scanner. Diese Geräte projizieren das Maskenlayout mithilfe von hochentwickelten Linsensystemen auf den Fotolack. Die gängigsten Systeme arbeiten mit tief-ultraviolettem Licht (DUV), in der Spitzentechnologie kommen Extreme Ultraviolet (EUV) Scanner mit 13,5-nm-Laserlicht zum Einsatz. EUV-Scanner benötigen Vakuumkammern und vollständig reflektive Masken, da EUV-Licht in der Atmosphäre vollständig absorbiert würde. Die Masken selbst bestehen aus Multilayer-Spiegeln mit Molybdän- und Siliziumschichten, die konstruktive Interferenz erzeugen.

Die Ausrichtung des Musters erfolgt mit Hilfe von Alignment-Systemen, die mit Interferometrie und aktiver Fokusregelung arbeiten. EUV-Scanner, wie sie von ASML gebaut werden, arbeiten mit Spiegeloptiken im Gigahertzbereich für Scanbewegungen und erreichen eine Overlay-Präzision im einstelligen Nanometerbereich. Um die thermischen Ausdehnungen der Masken zu kompensieren, kommen In-situ-Temperatursensoren und Echtzeit-Korrektur-Algorithmen zum Einsatz.

Zur Vorbereitung des Lacks wird der Wafer zuvor in Spin-Coatern beschichtet, deren Rotation mit bis zu 5000 U/min eine homogene Lackdicke im Bereich von 50–150 nm sicherstellt. Die anschließende Entwicklung des Lacks erfolgt in Track-Systemen, die Präzision in Belichtung, Backbake und Entwicklerprozess vereinen. Hierbei werden Temperatur, Trocknungszeit, Entwicklerkonzentration und Diffusionseigenschaften exakt gesteuert, um gleichmäßige Kantenprofile und hohe Auflösung zu erzielen. Optische Defekterkennung in diesen Anlagen erkennt Pinholes, Bridging oder Unterentwicklung sofort inline.

CVD, PVD und ALD: Abscheidung funktionaler Schichten

CVD-Anlagen (Chemical Vapor Deposition) sind für die gasphasenbasierte Abscheidung isolierender oder halbleitender Schichten zuständig. Sie arbeiten mit Temperaturbereichen zwischen 400 °C und 1100 °C, wobei Precursor-Gase wie Silan (SiH4), Ammoniak (NH3), TEOS oder Dichlorsilan (SiH2Cl2) an der Waferoberfläche reagieren und Oxide, Nitride oder Siliziumschichten bilden. Die Plasma-unterstützte Variante (PECVD) ermöglicht niedrigere Prozesstemperaturen bei gleichmäßiger Abscheidung auf strukturierten Oberflächen. Prozesskammern enthalten RF-Generatoren, Temperaturplatten mit PID-Regelung sowie Gasflusssteuerungen im Sub-sccm-Bereich für homogene Schichtbildung.

PVD-Anlagen (Physical Vapor Deposition), insbesondere Magnetron-Sputter-Systeme, ermöglichen die Abscheidung metallischer Schichten unter Hochvakuum. Hierbei wird das Targetmaterial (z. B. Kupfer, Tantal) durch Argonionen abgetragen und auf den Substratflächen abgeschieden. Der Prozess ist anisotrop und ermöglicht präzise Kontrolle der Schichtdicke. Schichtuniformität, Partikelarmut und Haftfestigkeit sind entscheidende Parameter. Inline-Optiken oder Massenspektrometer überprüfen die Ablagerung während des Prozesses. Substratrotation und Targetkühlung verhindern lokale Überhitzung.

Atomic Layer Deposition (ALD) – Die Serie aus vier Bildern beschreibt einen vollständigen ALD‑Zyklus. Ausgangspunkt ist eine Oberfläche mit OH‑Gruppen. In Schritt 1 adsorbiert Trimethylaluminium (TMA) auf diese Stellen, Schritt 2 spült überschüssige Moleküle ab. Schritt 3 führt Wasser ein, das mit den verbliebenen Al‑Vorläuferresten zu Al₂O₃ reagiert; Schritt 4 spült erneut. Durch die selbstlimitierenden Reaktionen wird in jedem Zyklus eine atomar dünne Schicht aufgebaut.

ALD-Anlagen (Atomic Layer Deposition) sind modular aufgebaute Reaktoren, in denen alternierend Precursor- und Reaktionsgase eingebracht werden. Die selbstlimitierenden Reaktionen gewährleisten eine Schichtdickenkontrolle im Bereich von 0,1 nm pro Zyklus. Typische Anwendungen umfassen Gate-Dielektrika, Barriere- und Kapselungsschichten sowie Kondensatorisolierungen. ALD-Anlagen verfügen über Gas-Sequenzer, Spülphasen, Lecktests und meist über in-situ QCM-Messsysteme (Quartz Crystal Microbalance), um die Massezunahme pro Zyklus zu kontrollieren.

Dotierung mit Ionenimplantation und Diffusion

Zur gezielten Beeinflussung der Halbleitereigenschaften wird Dotierung eingesetzt. Ionenimplantatoren bestehen aus mehreren Funktionseinheiten: einer Plasma-Ionenquelle zur Erzeugung der gewünschten Ionenspezies, einem Massenselektor, der nur die gewünschten Teilchen durchlässt, sowie einer Hochspannungs-Beschleunigungsstrecke, die die Ionen mit exakt definierter Energie in den Wafer einschießt. Durch elektrostatische Linsen und Magnetfelder wird der Strahl fokussiert und rasterförmig über den Wafer geführt. Aktuelle Systeme erreichen eine Präzision im Bereich von ±1 % bei der Dosisverteilung und Tiefenauflösung von wenigen Nanometern. Dabei entstehen jedoch Gitterdefekte, die durch einen anschließenden Temperprozess (Rapid Thermal Annealing, RTA) bei über 1000 °C in wenigen Sekunden repariert werden müssen.

Magnetron‑Sputtersystem – Diese mehrkammerige Sputteranlage nutzt Magnetron‑Kathoden, um per Argon‑Plasma Atome aus Metall‑Targets (z. B. Kupfer, Tantal) herauszuschlagen. Die abgetragenen Atome kondensieren als dünner Film auf rotierenden Wafern. Jede Kammer ist für einen anderen Werkstoff ausgelegt, die Prozesse laufen bei Hochvakuum mit in‑situ‑Überwachung der Schichtdicke.

Diffusionsöfen – meist als Horizontal- oder Vertikalanlage ausgeführt – ermöglichen die gleichmäßige Dotierung ganzer Waferstapel durch die Diffusion gasförmiger Precursoren wie Phosphordichlorid (POCl3) oder Diboran (B2H6). Die Prozessführung erfordert präzise Regelung der Temperaturzonen, kontrollierte Gasflüsse, Laminarströmung und minimalste Kontamination. Die Reproduzierbarkeit der Dotierungsprofile hängt direkt von der thermischen Gleichmäßigkeit ab – Abweichungen von wenigen Grad können die elektrischen Eigenschaften drastisch beeinflussen.

Diese Aufnahme zeigt mehrere Spin‑Coating‑Stationen unter gelber Reinraumbeleuchtung, um den Fotolack vor vorzeitiger Belichtung zu schützen. In diesen Maschinen wird flüssiger Photoresist auf dem Wafer verteilt und bei 3000 - 6000 U/min zu einem gleichmäßigen Film von typischerweise 50–200 nm Dicke ausgezogen. Das präzise Rezept aus Drehzahl, Beschleunigung und Lösungsmittel bestimmt die später erreichbare Linienbreite und gleichmäßige Dicke des Lacks.

Wie funktioniert Ätzen auf Nanometerebene?

RIE-Anlagen (Reactive Ion Etching) sind hochkomplexe Systeme, die chemisch-reaktive Gase (z. B. CF4, SF6, Cl2) in einem Plasma aktivieren. Durch die Überlagerung mit einem elektrischen Feld werden die erzeugten Ionen auf den Wafer beschleunigt. Dies erlaubt es, selektiv und anisotrop Material zu entfernen. Entscheidend ist die Kontrolle von Prozessparametern wie Gasflussraten, Kammerdruck, Plasmadichte und RF-Leistung. Je nach Zielmaterial (z. B. SiO2, Si, Metall) werden unterschiedliche Gasgemische eingesetzt. Endpoint Detection mittels optischer Emissionsspektroskopie erlaubt den exakten Stopp des Ätzvorgangs, wenn eine bestimmte Tiefe oder Schicht erreicht ist.

Für isotrope Prozesse oder die Entfernung größerer Flächen kommen klassische Nassätzbäder zum Einsatz. Diese bestehen meist aus Teflon- oder Quarzbehältern mit beheizten chemischen Ätzlösungen, z. B. Flusssäure, Salpetersäure oder Mischungen wie Piranha-Etch. Prozesskontrolle erfolgt über Zeit, Temperatur und Konzentration; die Homogenität wird durch Diffusion und Rühren beeinflusst. Rückstände werden durch Spülstationen entfernt, die mit ultrapurem Wasser (UPW) arbeiten.

Reinigungsanlagen für Prozesssicherheit

Die Partikelreduktion und Entfernung chemischer Rückstände ist zentral für die Ausbeute. Reinigungsanlagen bestehen aus Sequenzmodulen für chemische Bäder, Spülkammern, Trocknungseinheiten und Prozesssteuerung. Die Megasonic-Reinigung nutzt hochfrequente Schallwellen, um Kavitationsblasen zu erzeugen, die mikroskopische Partikel abheben. Die Schwinger werden typischerweise mit 1–2 MHz betrieben und exakt positioniert, um gleichmäßige Feldverteilungen zu erzeugen.

Chemische Reinigung (z. B. RCA-Prozesse) basiert auf exakt abgestimmten Säure-Basen-Mischungen: SC-1 (NH4OH:H2O2:H2O) entfernt organische Stoffe, SC-2 (HCl:H2O2:H2O) Metallionen. HF-Dips dienen zur Entfernung von nativen Oxiden. Die abschließende Trocknung erfolgt kontaktlos durch Isopropanol-Verdampfung oder Marangoni-Technik, bei der Oberflächenspannung zum Trocknen genutzt wird. Eine typische Reinigungssequenz dauert 10–30 Minuten und umfasst bis zu zehn Prozessschritte.

Wie läuft die Vereinzelung und Gehäusetechnik ab?

Der hier gezeigte GCA Autostep 200 ist ein Step‑and‑Repeat‑Belichtungsgerät für die 365‑nm‑„i‑Line“-Photolithografie. Über ein Linsensystem projiziert er das Maskenmuster feldweise auf den Fotolack, wobei der Wafer nach jedem Schritt präzise weiterbewegt wird.

Nach der Frontend-Verarbeitung beginnt die Backend-Stufe. Dicing-Sägen mit Diamanttrennscheiben oder gepulsten Lasern zerschneiden die Wafer in einzelne Chips. Die Anlagen sind mit Laseralignmentsystemen ausgestattet, die Position und Orientierung erkennen und exakte Trennlinien vorgeben. Lasersägen ermöglichen kleinere Verlustzonen (Kerf Width < 30 µm) und vermeiden mechanische Spannungen.

Die Chips werden mit Die-Bondern auf Trägerstrukturen (Leadframes, Substrate) platziert. Die Platzierung erfolgt unter Reinraumbedingungen mit Genauigkeiten von ±3 µm. Für die elektrische Verbindung sorgen Drahtbonding-Maschinen (Ultraschall-, Thermosonic- oder Thermokompressionsverfahren) mit automatischer Drahtführung und Inline-Pull-Tests zur Qualitätsprüfung. Flip-Chip-Bonder nutzen Lötbumps und Reflow-Öfen zur direkten Verbindung von Chip- und Substratpads.

Die Verpackung erfolgt durch Moldmaschinen, die das Bauteil in Kunststoff, Keramik oder Metall einschließen. Testhandler, Burn-in-Öfen und elektrische Testsysteme (ATE – Automated Test Equipment) prüfen Funktion, Geschwindigkeit, Stromaufnahme und Robustheit unter Lastbedingungen. Nur geprüfte Bauteile gelangen in den Markt.

Welche Materialien definieren die Qualität eines Chips?

Neben den Maschinen spielen die Materialien eine entscheidende Rolle. Silizium ist der Standard, doch für Leistungselektronik und Hochfrequenztechnik gewinnen SiC und GaN an Bedeutung – beide Materialien haben höhere Bandlücken, erlauben höhere Temperaturen und Spannungen.

Fotolacke bestehen aus Polymermatrizen mit empfindlichen Photoinitiatoren und Lösungsmitteln. Ihre Auswahl bestimmt Auflösung, Belichtungsschwelle, Entwicklungsrate und Trockenfilmstärke. Prozessgase wie Silan, TEOS, WF6, NF3, Ar, N2, O2 und HCl werden in Reinheitsgraden von >99,9999 % eingesetzt – schon ppb-Verunreinigungen können zu Ausschuss führen.

Metallisierungsmaterialien umfassen Kupfer (gute Leitfähigkeit), Aluminium (bessere Elektromigration), Tantal, Kobalt, Titan, Wolfram für Barriere- und Seed-Layers. Dielektrika reichen von SiO2 über Si3N4 bis hin zu organisch modifizierten Low-k-Materialien wie SiCOH.

Für Packaging werden Epoxidharze, Lötlegierungen (SnAgCu), Underfills und Moldcompounds verwendet – abhängig von thermischen und elektrischen Anforderungen.

FAQ: Maschinen in der Halbleiterfertigung

Was ist die teuerste Maschine in der Halbleiterfertigung? 

EUV-Lithografiescanner von ASML mit bis zu 350 Mio. USD – entscheidend für Nodes ab 7 nm.

Was unterscheidet CVD, PVD und ALD? 

CVD nutzt chemische Gasreaktionen, PVD physikalisches Sputtern, ALD sequenzielle Reaktionen für atomgenaue Schichten.

Wie wird ein Siliziumwafer hergestellt? 

Durch Czochralski-Kristallzucht, Sägen und chemisch-mechanisches Polieren zu spiegelglatten Substraten.

Warum ist Reinraumtechnik so wichtig? 

Schon einzelne Partikel können Mikrochips zerstören – daher Luftfiltration, UPW und automatisierte Transporte.

Welche Materialien ersetzen Silizium? 

Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) für Hochleistung und Hochfrequenz, wegen höherer Bandlücken und Temperaturfestigkeit.

Schlüsseltechnologien: Was ist am teuersten – und warum?

Unter allen Geräten und Systemen der Halbleiterfertigung sticht ein Komplex besonders hervor: die Lithografie – und hier insbesondere die Extreme Ultraviolet (EUV)-Technologie. EUV-Scanner, wie sie derzeit ausschließlich von ASML gebaut werden, gelten als das teuerste Einzelgerät in einer Fab. Pro Anlage werden Kosten zwischen 200 und 350 Millionen US-Dollar veranschlagt. Der technologische Aufwand ist immens: Die Systeme projizieren mit 13,5-nm-Strahlung Strukturmuster auf den Wafer, wobei das Licht aus einem Laser-induzierten Zinnplasma im Hochvakuum erzeugt wird. Der gesamte Strahlengang erfolgt über hochpräzise Spiegeloptiken mit atomarer Glätte – klassische Linsen funktionieren bei diesen Wellenlängen nicht mehr. Bereits kleinste Vibrationen oder Temperaturschwankungen machen eine Belichtung unmöglich, weshalb das gesamte System aktiv stabilisiert ist. EUV ist nicht nur teuer, sondern auch der Engpassfaktor für fortschrittliche Nodes ab 7 nm abwärts.

Auch DUV-Scanner (Deep Ultraviolet), insbesondere Immersionsscanner mit ArF-Laser, kosten im zweistelligen Millionenbereich und sind elementar für Nodes zwischen 28 nm und 5 nm. Zusätzlich zu den Belichtungsgeräten sind die zugehörigen Masken extrem aufwendig: Ein kompletter EUV-Maskensatz kann je nach Layerzahl mehrere Millionen Dollar kosten – und muss mit höchster Präzision gefertigt, inspiziert und justiert werden.

Zu den weiteren teuren Maschinengruppen zählen Ionenimplantatoren (10–30 Mio. USD), ALD-/CVD-Systeme (je nach Cluster 5–15 Mio. USD), CD-SEMs (mehrere Millionen) und High-End-Inspektionssysteme (AOI, Scatterometrie). Generell gilt: Je näher ein Gerät am eigentlichen Strukturierungsprozess arbeitet, desto teurer und kritischer wird es. Maschinen, die Ausbeute (Yield), Strukturtreue oder Overlay-Genauigkeit direkt beeinflussen, sind systemrelevant.

Maschine / System Funktion Kosten (ca.)
EUV-Lithografiescanner (ASML Twinscan NXE) EUV-Belichtung feinster Strukturen (<7 nm) 200–350 Mio. USD
DUV-Immersionsscanner (ArF, z. B. ASML TWINSCAN NXT) DUV-Belichtung (28–5 nm), Multi-Patterning 70–120 Mio. USD
Ionenimplantator (z. B. Axcelis, Applied Materials) Einbringen von Dotieratomen mit hoher Präzision 10–30 Mio. USD
ALD-/CVD-Systeme (z. B. Lam, Applied Materials) Abscheidung atomar dünner funktionaler Schichten 5–15 Mio. USD
CD-SEM / Scatterometrie / AOI-Systeme Strukturmessung, Defekterkennung, Qualitätskontrolle 2–10 Mio. USD
Maskensätze für EUV (komplett) Strukturvorlage je Layer, hochpräzise Fertigung notwendig 1–5 Mio. USD
CMP-Systeme (Chemical Mechanical Polishing) Planarisierung nach Abscheidung oder Ätzen 2–5 Mio. USD
Wafer-Handling- und AMHS-Systeme Wafertransport & Automatisierung in der Fab 1–3 Mio. USD
Rapid Thermal Annealing (RTA) Systeme Aktivierung von Dotieratomen nach Implantation 1–3 Mio. USD

  • Welche Infrastruktur macht eine Fab erst möglich?

Diese Centrotherm‑Anlage enthält mehrere vertikale Quarzrohre, in denen Waferstapel auf 800–1100 °C erhitzt werden. Über definierte Gasflüsse (z. B. POCl₃, B₂H₆, O₂) diffundieren Dotierstoffe in das Silizium oder es wächst ein thermisches Oxid. Die Steuerung regelt Temperaturzonen und Gaswechsel für einheitliche Dotierungsprofile; Waferkassetten werden automatisiert eingefahren und entladen.

Alle Prozesse finden unter streng kontrollierten Bedingungen statt. Reinräume der ISO-Klasse 1–5 garantieren partikelarme Umgebung durch mehrstufige Luftfiltration (ULPA-Filter) und 500–1000 Luftwechsel pro Stunde. Temperaturen werden auf ±0,1 °C, Luftfeuchte auf ±1 % geregelt.

Ultrapures Wasser (UPW) wird durch mehrstufige Reinstwasseranlagen (Ionenaustausch, Umkehrosmose, UV-Oxidation, Filtration) erzeugt – mit Leitfähigkeiten unter 0,055 µS/cm. Chemikalienhandling erfolgt vollautomatisch in geschlossenen Versorgungssystemen. Gase werden zentral über Gasracks und -panels bereitgestellt, Leckagesensorik und Sicherheitsventile verhindern Unfälle.

Abgasreinigungssysteme wie Nasswäscher, thermische Oxidatoren oder Plasma-Scrubber entfernen toxische Komponenten. Die Waferbewegung innerhalb der Fab erfolgt mit AMHS-Systemen, die Transportkassetten autonom zu den jeweiligen Prozessstationen bringen – getaktet, rückverfolgbar und kontaminationsfrei.