Open-Source-Infrastruktur für Europas Mikroelektronik
Offener Designflow für photonisch-elektronische Systeme
Im Verbundprojekt Chops entwickeln das Fraunhofer-Institut IMS und Partner einen offenen Designprozess für photonisch-elektronische Chips. Durch die bessere Verzahnung von Entwicklung, Packaging und Fertigung können auch KMUs komplexe Systeme niederschwellig entwickeln.
Struktur der in Chops geplanten durchgängigen Systemrealisierung auf Basis von OS-DesignwerkzeugenFraunhofer IMS
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Hochintegrierte
photonisch-elektronische Systeme gelten als Schlüsseltechnologie für
Kommunikation, Sensorik und Quantentechnologien. Doch bislang fehlt
eine durchgängige Open-Source-Entwicklungskette (Designflow), die
die Entwicklung von photonisch integrierten Schaltungen (PICs),
spezialisierten integrierten Schaltungen (ASICs), Packaging und
Leiterplatten systematisch verbindet. Zugleich ist die Entwicklung
moderner Chips heute stark von proprietären Designumgebungen und
globalen Wertschöpfungsketten abhängig, was die technologische
Handlungsfähigkeit Europas zunehmend beeinflusst. Genau hier setzt
das Verbundprojekt Chops (Chances for Heterogeneous Integration using
Open-Source Tools for the Realization of Photonic-Electronic Systems)
an.
Offener
Designflow für heterointegrierte Systeme
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Im
Rahmen der Maßnahme „DE:Sign Challenge“ des Bundesministeriums
für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) entwickelt ein
interdisziplinäres Konsortium einen offenen, durchgängigen
Entwurfsprozess für heterointegrierte elektro-photonische Systeme,
um Lücken in Open-Source-Designwerkzeugen zu schließen und so die
Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit in der Chipentwicklung
nachhaltig zu stärken.
Inline-Analyse photonischer Wellenleiter: Das Fraunhofer IMS bringt Expertise in der Entwicklung und Verifikation von photonisch integrierten Schaltkreisen ein.Fraunhofer IMS
Das
Projekt läuft vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028 und wird
mit 2.187.518 Euro gefördert (Fördernummer 16ME1158). Die
Verbundkoordination liegt bei Swissbit Germany, weitere
Projektpartner sind das Fraunhofer IMS, Fraunhofer IZM, FiconTEC,
Systemscape, die TU Berlin, Vishay sowie die assoziierten Partner
Siemens EDA und Zuken.
Das
Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme
IMS entwickelt im Projekt Werkzeuge für die Planung und Prüfung von
Siliziumnitrid-Photonikchips. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass
diese Tools nahtlos mit Open-Source-Software für elektronische Chips
zusammenarbeiten, sodass sich elektrische und photonische Komponenten
gemeinsam entwerfen lassen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf,
fertigungsspezifische Regeln für optische und elektrische
Verbindungen direkt in den Entwurfsprozess einzubeziehen. So lassen
sich Probleme bereits in frühen Entwicklungsphasen erkennen, teure
Korrekturschleifen vermeiden und die Umsetzung komplexer Systeme
sicherstellen.
Eine
besondere strategische Bedeutung erhält das Projekt durch die
Anbindung an die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD)
und die APECS-Pilotline (Advanced Packaging for Electronic and
Photonic Convergent Systems) an den Fraunhofer-Instituten IMS und
IZM. Die im Projekt entwickelten Open-Source-Designwerkzeuge werden
dort unter realen Fertigungsbedingungen erprobt und damit der Weg vom
digitalen Design bis zur fertigen Hardware praxisnah demonstriert.
Durch
die enge Verzahnung von Design, Fertigung und Test leistet Chops
einen Beitrag zur technologischen Souveränität in der
Mikroelektronik Europas. Offene Schnittstellen und standardisierte
Datenformate ermöglichen es insbesondere kleinen und mittleren
Unternehmen (KMU) sowie Hochschulen, komplexe photonisch-elektronische
Systeme niederschwellig zu entwickeln und in industrielle
Fertigungsprozesse zu überführen.