Für interoperable Embedded- und Automotive-Systeme
Quintauris baut RISC-V-Ökosystem für Automotive und Industrie aus
Quintauris erweitert sein RISC-V-Ökosystem um Kooperationen für Prozessor-IP, Software und Entwicklungswerkzeuge. Im Fokus stehen interoperable Plattformen für Embedded-, Automotive-, Industrie- und IoT-Anwendungen.
Quintauris erweitert sein RISC-V-Ökosystem mit Elektrobit, Nuclei und Ashling für Embedded- und Automotive-Software, Prozessor-IP und Entwicklungstools.
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RISC-V entwickelt sich von einer offenen Befehlssatzarchitektur zunehmend zu einer Plattform für industrielle und eingebettete Systeme. Mit der Verbreitung in komplexeren Anwendungen steigen zugleich die Anforderungen an Prozessoren, Software-Plattformen, Entwicklungswerkzeuge und standardisierte Ausführungsumgebungen.
Quintauris hat deshalb sein Technologie-Ökosystem im ersten Halbjahr 2026 um Kooperationen mit Elektrobit, Nuclei System Technology und Ashling erweitert. Hinzu kommt die EM-Altair-Profile-Spezifikation für mikrocontrollerbasierte Embedded-Systeme. Damit deckt das Unternehmen weitere Teile des Technologie-Stacks von der Prozessor-IP über Software bis zu Entwicklungs- und Validierungswerkzeugen ab.
Elektrobit stärkt die Software-Ebene
Mit Elektrobit erweitert Quintauris vor allem die Software-Ebene seines RISC-V-Ökosystems. Die Zusammenarbeit bringt Automotive-Software-Kompetenz in die Entwicklung offener Plattformen ein.
Damit sollen unter anderem Fahrzeughersteller und Tier-1-Zulieferer RISC-V-basierte Architekturen einfacher in künftige Fahrzeuggenerationen integrieren können. Die Kooperation ist zugleich Teil eines breiteren Ansatzes, Hardware, Software und Entwicklungswerkzeuge über gemeinsame Schnittstellen und Standards miteinander zu verbinden.
Welche RISC-V-Prozessorkerne Nuclei beisteuert
Auf der Hardware-Ebene arbeitet Quintauris mit Nuclei System Technology zusammen. Das Unternehmen bringt RISC-V-Prozessorkerne für Echtzeit- und Automotive-Anwendungen in das Ökosystem ein.
Die Prozessorkerne sollen in die RT-Europa-Plattform von Quintauris integriert werden. Dadurch entstehen zusätzliche Möglichkeiten für standardisierte und interoperable Systemarchitekturen. Relevant ist dies insbesondere für Anwendungen, bei denen deterministisches Verhalten und Echtzeitfähigkeit erforderlich sind.
Ashling erweitert die Entwicklungsumgebung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklungsumgebung. Gemeinsam mit Ashling integriert Quintauris Debugging- und Entwicklungswerkzeuge in sein RISC-V-Ökosystem.
Die Werkzeuge sollen Entwickler über den gesamten Software-Lebenszyklus begleiten, von der Implementierung bis zur Systemvalidierung. Für industrielle und sicherheitskritische Embedded-Systeme ist eine durchgängige Werkzeugkette wichtig, weil Software, Hardware und Systemverhalten über mehrere Entwicklungsstufen hinweg geprüft werden müssen.
Was die EM-Altair-Profile-Spezifikation standardisiert
Parallel zu den Partnerschaften führt Quintauris die EM-Altair-Profile-Spezifikation ein. Sie beschreibt eine standardisierte RISC-V-Ausführungsumgebung für mikrocontrollerbasierte Embedded-Systeme.
Dazu definiert EM-Altair unter anderem ISA-Erweiterungen, Privilegierungsmodelle und grundlegende Systemannahmen. Ziel ist eine langfristige Binärkompatibilität zwischen unterschiedlichen RISC-V-Implementierungen. Software soll dadurch einfacher über verschiedene Plattformen hinweg eingesetzt werden können.
Die Spezifikation adressiert damit eine zentrale Herausforderung des RISC-V-Ökosystems. Die offene Architektur ermöglicht zahlreiche unterschiedliche Implementierungen. Gemeinsame Profile sollen verhindern, dass daraus inkompatible Plattformen und voneinander getrennte Software-Ökosysteme entstehen.
Interoperabilität als Grundlage für industrielle RISC-V-Plattformen
Mit den neuen Kooperationen verfolgt Quintauris einen Plattformansatz, der mehrere Ebenen des Entwicklungsprozesses verbindet. Prozessor-IP, Software, Toolchains sowie Simulations- und Validierungswerkzeuge sollen auf gemeinsamen technischen Grundlagen aufbauen.
Dieser Ansatz ist für verschiedene Einsatzfelder relevant. Dazu gehören Automotive-Systeme ebenso wie industrielle Steuerungen, IoT-Anwendungen und andere Embedded-Systeme. Entscheidend ist in allen Bereichen, Software und Entwicklungswerkzeuge möglichst unabhängig von einzelnen Prozessor-Implementierungen einsetzen zu können.
Quintauris wurde 2023 gegründet. Zu den Gründungsunternehmen gehören Bosch, Infineon, Nordic Semiconductor, NXP Semiconductors, Qualcomm und STMicroelectronics. Das Unternehmen entwickelt RISC-V-Profile, Referenzarchitekturen und Software-Komponenten für Anwendungen in Automotive, Industrie und IoT.
RISC-V-Wissen für Entwickler und Entscheider
Neben dem Ausbau des Technologie-Ökosystems arbeitet Quintauris mit der Universität Granada zusammen. Die Quintauris-UGR-Aula soll Grundlagen und Einsatzmöglichkeiten der RISC-V-Architektur vermitteln.
Zu den Angeboten gehört der Kurs „Introduction to RISC-V“. Er richtet sich an Entwickler und Technologie-Entscheider und behandelt unter anderem die Architektur, das RISC-V-Ökosystem und mögliche Anwendungen in industriellen Systemen.
„Der Erfolg von RISC-V entscheidet sich nicht allein auf der Ebene der Prozessorarchitektur“, erklärt Pedro Lopez, CEO von Quintauris. „Entscheidend ist, wie gut sich Hardware, Software und Entwicklungstools zu einer durchgängigen Plattform verbinden lassen. Genau daran arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern.“
„Interoperabilität entsteht nicht von selbst“, so Lopez. „Sie ist das Ergebnis gemeinsamer Standards, enger Zusammenarbeit und eines Ökosystems, in dem sich unterschiedliche Technologien sinnvoll ergänzen. Unser Ziel ist es, genau diese Grundlage für die industrielle Nutzung von RISC-V zu schaffen.“