Product Carbon Footprints in der Elektronikfertigung
So werden PCF-Daten zum Wettbewerbsvorteil für KMU
Impact Intelligence verwandelt vorhandene Fertigungsdaten in belastbare PCF-Kennzahlen und macht Elektronik-KMU fit für Digital Product Passport
Marten StockMartenStock
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Nachhaltigkeit ist in der Elektronikfertigung längst kein Randthema
mehr. Auch mittelständische Unternehmen stehen unter wachsendem Druck,
belastbare Nachhaltigkeitskennzahlen bereitzustellen. Sei es für Kundenanfragen
oder Anforderungen aus der Lieferkette, sei es für die eigene Positionierung im
Markt oder die Vorbereitung auf kommende Verpflichtungen, wie den Digital
Product Passport.
Obwohl ESG-Reporting (Environmental, Social and Governance Report =
Nachhaltigkeitsbericht) für KMUs nicht verpflichtend ist, überträgt sich die
Pflicht großer Unternehmen teilweise auf kleinere Betriebe. Vor allem OEMs und
größere Industrieunternehmen erwarten zunehmend belastbare Angaben, um eigene
Klimabilanzen zu vervollständigen, Lieferanten zu bewerten und damit die eigene
Klimawirkung zu verringern. Denn Treiber sind zudem eigene Klimaziele großer Unternehmen
sowie Berichtspflichten und Offenlegungen zu Klimadaten.
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PCF-Anforderungen in der Elektronik-Lieferkette wachsen
Kennzahlen auf Unternehmensebene lassen sich in vielen Fällen mit
vertretbarem Aufwand zusammenführen. Energieverbräuche, Standortdaten,
Abfallmengen oder beschaffungsbezogene Annäherungen sind meist vorhanden oder
können pragmatisch ermittelt werden. Das ist aufwendig, aber grundsätzlich
beherrschbar. Deutlich anspruchsvoller wird es, wenn konkrete klimarelevante
Wirkungen für einzelne Produkte, Baugruppen oder Produktgruppen ermittelt
werden müssen.
Product Carbon Footprints, kurz PCF, entwickeln sich in vielen
Branchen zu einer festen Größe in der Lieferantenkommunikation. Bei KMUs liegt
dann häufig der Engpass vor, belastbare Emissionsdaten auf Produktebene
systematisch und nachvollziehbar bereitzustellen.
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Warum Product Carbon Footprints so anspruchsvoll sind
Gerade in der Fertigung von Elektronikgeräten ist das anspruchsvoll.
Abgesehen von energieintensiven Fertigungen, zum Beispiel die Herstellung von
Komponenten wie Mikrochips und unbestückten Leiterplatten, liegt die
Hauptquelle von indirekter Klimawirkung bei den eingekauften Komponenten. Denn
Produkte bestehen aus einer Vielzahl von Materialien, Komponenten und
Vorprodukten. Leiterplatten, Mikrochips, Metalle, Kunststoffe und Baugruppen
stammen häufig aus komplexen, international verzweigten Lieferketten.
Genau hier liegt in vielen Fällen der größte Emissionsanteil und
zugleich die größte Herausforderung bei der Datenerhebung. Häufig fehlen
Primärdaten, standardisierte Prozesse oder eine einheitliche methodische Basis.
Das führt dazu, dass Unternehmen Kundenanfragen nach PCF-Werten nicht
kurzfristig oder nur mit erheblichem manuellem Aufwand beantworten können.
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CO₂-Daten als neue Kernkompetenz für Elektronik-KMU
Für mittelständische Elektronikfertiger geht es um Anschlussfähigkeit
im B2B-Geschäft. Wenn Kunden produktbezogene Emissionsdaten anfordern, wird
Auskunftsfähigkeit zum Wettbewerbsfaktor. Unternehmen müssen dann nicht nur
qualitativ und zuverlässig liefern, sondern auch belegen können, wie die
Kennzahlen berechnet worden sind. Besonders relevant wird das dort, wo
Kundenanforderungen nicht einmalig auftreten, sondern systematisch in
Ausschreibungen oder Lieferantenbewertungen einfließen und damit flächendeckend
für alle verkauften Produkte eines KMU verfügbar sein müssen. Spätestens dann
reicht es nicht, einzelne Werte mit hohem manuellem Aufwand zu erzeugen.
Gefragt ist eine operative Kernfähigkeit, CO₂-Daten wiederholt, konsistent und
methodisch nachvollziehbar für Produkte, Varianten und Produktgruppen
bereitzustellen. Der Aufbau dieser Fähigkeit beginnt nicht bei null. Viele der
benötigten Informationen liegen bereits im Unternehmen vor, etwa in
Stücklisten, Material-, Einkaufs-, Energie- oder Logistikdaten. Die Herausforderung besteht darin, diese
Daten in eine belastbare Logik für CO₂-Berechnungen zu verbinden und für
wiederkehrende Anfragen nutzbar zu machen.
Wie zuverlässige Product Carbon Footprints (PCF) Effizienz steigern: Geringere Prozesskosten, bessere Datenqualität und Wettbewerbsvorteile in der ElektronikfertigungIPOINT
Genau an dieser Stelle setzt der Ansatz der „Impact Intelligence“ von
Ipoint an. In der Elektronikfertigung geht es dabei nicht nur darum, einzelne
CO₂-Werte zu berechnen, sondern vorhandene Produkt-, Material-, Lieferanten-
und Prozessdaten so zu verknüpfen, dass daraus eine belastbare und
wiederholbare Steuerungslogik entsteht. Stücklisten aus ERP- und PLM-Systemen,
Stoffdaten aus IMDS oder Lieferantenportalen sowie Energie-, Logistik- und
Materialinformationen werden zusammengeführt, automatisiert ausgewertet und für
Product Carbon Footprints, Compliance-Anforderungen oder künftige
Nachweispflichten wie den Digital Product Passport nutzbar gemacht. Für
Elektronikfertiger heißt das ganz praktisch: PCF-Daten lassen sich konsistenter
erzeugen, Kundenanfragen schneller beantworten und Dekarbonisierungs- oder
Substitutionspotenziale auf Produktebene gezielter erkennen. Aus einer reinen
Berichtspflicht wird damit eine operative Fähigkeit, die Nachhaltigkeit messbar
und im Fertigungsalltag anschlussfähig macht.
Wie KMUs vorhandene Daten in belastbare PCF-Prozesse überführen
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Hier sind pragmatische Lösungen gefragt. Mittelständische Unternehmen
benötigen keine theoretischen Großprojekte, sondern Werkzeuge und Prozesse, die
bestehende Datenquellen zusammenführen. Fehlende Daten, wie etwa primäre
Emissionsdaten von eingekauften Komponenten, müssen konsistent durch generische
Werte automatisiert zugeordnet werden. Zwar sind hier methodisches Wissen zum
Carbon Footprinting nach ISO 14067 und auch IT-Datenfluss-Know-how notwendig, die
benötigten Fähigkeiten sind aber häufig vorhanden und müssen lediglich aktiviert
werden. Entscheidend ist, dass
Ergebnisse transparent dokumentiert und reproduzierbar bereitgestellt werden
können.
PCF-Daten stärken Marktposition und Zukunftssicherheit
Wer Nachhaltigkeit ausschließlich als Berichtsthema versteht, greift
zu kurz. Zunehmend zählt, ob sich CO₂-Daten auch auf Produktebene belastbar
ausweisen lassen.
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Für mittelständische Elektronikfertiger wird damit aus einem Nachhaltigkeitsthema
eine ganz praktische Zukunftsaufgabe. Sie müssen ihre Daten so aufbauen, dass
sie nicht nur für Berichte genügen, sondern auch im Markt anschlussfähig sind.
Denn in der Lieferkette zählt zunehmend, was sich für einzelne Produkte konkret
und nachvollziehbar belegen lässt.
Autor:
Marten Stock, Sustainability Services Team
Electronics IPOINT