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Bei genauem Überlegen ist die Entscheidung für den Standort Magdeburg für Intels Silicon Junction offensichtlicher, als zuerst gedacht. (Bild: AdobeStock 310933671, JHVEPhoto)

Ich bin begeistert. 17 Milliarden US-Dollar Investment von Intel gehen nach Deutschland. Gleich zwei Fabs entstehen in Magdeburg im Industriegebiet Eulenberg. Hier sollte sich übrigens vor vielen Jahren BMW ansiedeln, doch der Autobauer entschied sich dann doch für Leipzig.

Natürlich liegt Dresden erstmal auf der Hand, wenn ich an Halbleiter und Deutschland denke. Ich komme selbst aus der Halbleiterei; auch bei meinen ehemaligen Arbeitgebern in Chemnitz, der Technischen Universität und dem Fraunhofer ENAS, laufen seit langem viele Forschungsaktivitäten für die Halbleiterfertigung. Trotzdem, wenn ich ausländischen Kollegen gegenüber von Halbleitern und Deutschland erzählte, kam immer: Ach ja, Dresden. Und plötzlich kam vor einiger Zeit wie aus dem Nichts die Sprache auf Magdeburg, und ich dachte mir erst: warum denn ausgerechnet da?

Standort Magdeburg – offensichtlicher, als zuerst gedacht

Jetzt liegen die Vorzüge aber auf der Hand: Die beiden neuen Werke sollen so groß wie zwei Fußballfelder werden, und rundherum wird natürlich auch ein Ökosystem aus Zulieferern entstehen – also braucht man Fläche, Fläche, Fläche. Die Autobahnanbindung an A14 und A2 ist da, der Flughafen Leipzig/Halle (der einzige Flughafen Deutschlands ohne Nachtflugverbot), an dem DHL und Amazon riesige Verteilzentren betreiben, ist auch nicht allzu weit weg. Auch Berlin, Wolfsburg und Hannover liegen in akzeptabler Distanz. Was noch dazu kommt: Wohnen im Magdeburger Raum ist wirklich erschwinglich. Das dürfte auch einen Anreiz geben, denn immerhin sollen in den beiden Werken in Magdeburg einmal 3000 Leute arbeiten – und die müssen auch irgendwo wohnen. Nun muss die Stadt Magdeburg aber in die Vollen gehen, denn nicht nur die zwei Fabs werden hochbezahlte High-Tech-Jobs anziehen. Es werden Zulieferer, Forschung und Dienstleister nachziehen, mehrere Zehntausend Menschen aus aller Welt könnte es in die Region ziehen, und die brauchen auch mehrsprachige Schulen und Kindergärten.

Apropos Wohnen – es wird persönlich

Wenn ich mir den Standort des Industriegebiets Eulenberg anschaue, wird mir ganz warm ums Herz, denn – und hier schließt sich für mich der persönliche Kreis – das Areal liegt direkt an der Autobahnausfahrt Magdeburg Sudenburg und damit genau dort, wo ich als Kind sehr viel Zeit verbracht habe. Denn meine Mutter stammt aus Groß Ottersleben, jetzt Stadtteil von Magdeburg, früher aber ein kleines Dorf am Rande der Stadt und heute direkt angrenzend an das Industriegebiet. Die Hälfte meiner Verwandtschaft wohnt in der Gegend, und wenn ich auf dem Weg zu einem meiner Urlaube an der Ostsee bin, fahre ich nur der Nostalgie halber dort mal ab, um eine Runde durch die Gegend zu drehen. Ende April wird das wieder der Fall sein, und da werde ich das Gelände mal im „Vor-dem-Bau-Status“ fotografieren. Hoffentlich dann ab Ende nächsten Jahres schon in deutlichem Baufortschritt.

Europa ist in der Forschung ganz weit vorne

Mich freut es jedenfalls riesig, dass die europäische Halbleiter-Forschungsgemeinschaft vom Intel-CEO heute in so hohen Tönen gelobt wurde, denn das ist nicht übertrieben. Was bei Fraunhofer, Imec und Leti in dieser Hinsicht geleistet wird und in der Vergangenheit wurde, ist gewaltig. Daher ist es mehr als nur befriedigend, wenn die Ergebnisse der Vorausforschung nun auch vermehrt in Europa bleiben und nicht überwiegend in die Fabs in Asien oder den USA abwandern. Mindestens genauso freut mich, dass in Italien eine große Back-End-Fertigung entstehen soll. Dann schicken wir demnächst die Chips zum Packaging nicht mehr rund um den Globus nach Asien, sondern das geschieht ebenfalls in Europa – gut so!

Dr.-Ing. Nicole Ahner

Redakteurin bei all-electronics.de

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