Francis Chow, Red Hat, bei seinem Vortrag "Open Source – a Proven, Viable and Sustainable Collaboration Model" auf dem 28. Automobil-Elektronik Kongress

Francis Chow, Red Hat, stellte die Vorteile von Open-Source-Software und offener Zusammenarbeit als bewährten und nachhaltigen Ansatz vor, um Innovationen voranzutreiben und die Komplexität im Automobilsektor zu bewältigen. (Bild: Redaktion all-electronics.de)

Auf dem 28. Automobil-Elektronik Kongress sprach Francis Chow, Vice President und General Manager für In-Vehicle Operating System und Edge bei Red Hat, über das Thema "Open Source als Schlüssel zur Innovation in der Automobilindustrie". Chow betonte, dass Open Source nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch ein wirtschaftlicher Vorteil für die Automobilindustrie darstellt. Er hob hervor, wie Open Source helfen kann, die Herausforderungen der Branche zu meistern und gleichzeitig Innovationen voranzutreiben. Hier die wichtigsten Punkte seines Vortrags.

Was sind die Hauptvorteile von Open Source in der Automobilindustrie?

„Open Source hilft uns, in dem, worin wir bereits gut sind, noch besser zu werden“, sagt Francis Chow. Durch die Nutzung und Weiterentwicklung bestehender Open-Source-Komponenten können Unternehmen schneller und kosteneffizienter innovative Lösungen entwickeln. Chow betont, dass es immer noch an Vertrauen in die Viabilität und Nachhaltigkeit von Open Source fehlt. Er fordert die Teilnehmer auf, sich persönlich zu engagieren und die Möglichkeiten von Open Source zu erkunden, um diese Zweifel auszuräumen. Mehr als 300 Millionen Beiträge wurden im letzten Jahr zu Open-Source-Projekten geleistet, was zeigt, wie weit verbreitet und akzeptiert diese Technologie bereits ist. Laut Chow nutzen 95 % der Unternehmen Open Source für geschäftskritische IT-Workloads, was die Relevanz und Zuverlässigkeit unterstreicht.

Wie hat sich Open Source in anderen Branchen bewährt?

Chow zieht Parallelen zur Telekommunikationsbranche, die vor 15 Jahren ebenfalls vor großen Herausforderungen stand. Damals wurden maßgeschneiderte Hardware- und Softwarelösungen genutzt, die jedoch durch kommerzielle Standardhardware und Virtualisierungstechnologien ersetzt wurden. Heute nutzen 2,5 Milliarden Mobilfunkteilnehmer Open-Source-Plattformen, was die Transformationskraft dieser Technologie beweist. Open Source hat sich in verschiedenen Sektoren bewährt, von der Gesundheitsversorgung über den Einzelhandel bis hin zu Finanzdienstleistungen und Telekommunikation. Dies zeigt, dass Open Source nicht nur in der IT, sondern auch in anderen Bereichen erfolgreich ist. Chow hebt hervor, dass Open Source die Standardisierung von APIs und Schichten sowie globale Talentquellen fördert und kontinuierliche Innovation ermöglicht.

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Francis Chow über die Transformation durch Open Source

Vor etwa 10 Jahren begann die Branche, Open Source mit OpenStack zu übernehmen.

Der Vortrag von Francis Chow, Red Hat, auf dem 28. Automobil-Elektronik Kongress im Video

Save the date: 29. Automobil-Elektronik Kongress

Am 24. und 25. Juni 2025 findet zum 29. Mal der Internationale Automobil-Elektronik Kongress (AEK) in Ludwigsburg statt. Dieser Netzwerkkongress ist bereits seit vielen Jahren der Treffpunkt für die Top-Entscheider der Elektro-/Elektronik-Branche und bringt nun zusätzlich die Automotive-Verantwortlichen und die relevanten High-Level-Manager der Tech-Industrie zusammen, um gemeinsam das ganzheitliche Kundenerlebnis zu ermöglichen, das für die Fahrzeuge der Zukunft benötigt wird. Trotz dieser stark zunehmenden Internationalisierung wird der Automobil-Elektronik Kongress von den Teilnehmern immer noch als eine Art "automobiles Familientreffen" bezeichnet.

Sichern Sie sich Ihr(e) Konferenzticket(s) für den 29. Automobil-Elektronik Kongress (AEK) im Jahr 2025! Folgen Sie außerdem dem LinkedIn-Kanal des AEK und #AEK_live.

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Herausforderungen bei der Implementierung von Open Source in der Automobilindustrie

Ein zentrales Thema ist die Unterstützung sicherheitskritischer Systeme. Chow erläutert, dass Red Hat und IBM gemeinsam an der Öffnung ihres Granite Language Models arbeiten, um die Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz und große Sprachmodelle zu fördern. Dabei wird großer Wert auf Sicherheit und Zuverlässigkeit gelegt. Die Automobilindustrie muss sich darauf einstellen, kontinuierliche Software-Updates und Verbesserungen während des gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs zu ermöglichen. „Software sollte niemals als abgeschlossen betrachtet werden“, betont Chow. Er fordert ein Umdenken in der Softwareentwicklung. Die Branche muss sich auf die Standardisierung von APIs und die Nutzung globaler Talente konzentrieren, um langfristige Erfolge zu gewährleisten.

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Francis Chow über die Verbreitung von Open Source

Im letzten Jahr wurden mehr als 300 Millionen Beiträge zu Open-Source-Projekten geleistet, die von mehr als 100 Millionen Entwicklern kamen.

Wie kann die Automobilindustrie von Open Source profitieren?

Eine Studie der Boston Consulting Group zeigt, dass Open Source die Entwicklungskosten um bis zu 30 % senken kann. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre Ressourcen effizienter zu nutzen und schneller auf Marktveränderungen zu reagieren. Chow betont, dass alles unterhalb der Anwendungsebene und oberhalb der Hardware Open Source sein kann und sollte. Dies würde eine standardisierte Basis schaffen, auf der Unternehmen aufbauen und sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Chow hebt hervor, dass Open Source die Standardisierung von APIs und Schichten sowie globale Talentquellen fördert und kontinuierliche Innovation ermöglicht. Durch die Nutzung und Weiterentwicklung bestehender Open-Source-Komponenten können Unternehmen schneller und kosteneffizienter innovative Lösungen entwickeln. Die Automobilindustrie muss sich darauf einstellen, kontinuierliche Software-Updates und Verbesserungen während des gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs zu ermöglichen.

Schlusswort

Francis Chow hat auf dem 28. Automobil-Elektronik Kongress eindrucksvoll aufgezeigt, wie Open Source die Automobilindustrie verändern kann. Mit klaren Beispielen und einer Vision für die Zukunft fordert er die Branche auf, den Weg der offenen Zusammenarbeit zu gehen und gemeinsam an einer innovativen und nachhaltigen Zukunft zu arbeiten. Open Source ist nicht nur eine technologische Lösung, sondern ein Fundament für eine neue Ära der Automobilindustrie.

Die wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Vortrag von Francis Chow

Ist Open Source wirklich sicher?

Ja, Open Source bietet robuste Sicherheitsmechanismen und hat sich in vielen kritischen Branchen bewährt.

Wie hilft Open Source, Kosten zu senken?

Durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen und die Vermeidung von Lizenzgebühren können die Entwicklungskosten erheblich gesenkt werden.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Implementierung von Open Source?

Eine der größten Herausforderungen ist die Sicherheitszertifizierung, an der jedoch intensiv gearbeitet wird.

Wie fördert Open Source Innovation?

Open Source ermöglicht kontinuierliche Updates und Verbesserungen, was besonders für softwaredefinierte Fahrzeuge von Bedeutung ist.

Wie können Unternehmen von Open Source profitieren?

Unternehmen können durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen und Standards flexibler und innovativer agieren.

Über Francis Chow

Francis Chow ist Vice President und General Manager für In-Vehicle Operating System and Edge bei Red Hat. Seit seinem Eintritt bei Red Hat Mitte 2021 leitet er die Organisation für Fahrzeugbetriebssysteme und hat seine Rolle auf das gesamte Edge-Geschäft ausgeweitet. Zuvor war er fünf Jahre bei VMware tätig und bekleidete die Position des Vice President für Operations, Business Development und Strategy der Telco and Edge Cloud Organisation. Vor seiner Zeit bei VMware verbrachte Francis etwa 20 Jahre in der Halbleiterindustrie und hatte Führungspositionen in den Bereichen Engineering, Corporate Development, Marketing und Vertrieb inne. Er war als VP/GM für einen Geschäftsbereich mit einem Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar verantwortlich, bevor er in die Softwarebranche wechselte. Francis besitzt einen MBA und einen Master of Science in Elektrotechnik von der University of California, Berkeley, sowie einen Bachelor of Science in Elektrotechnik vom Rensselaer Polytechnic Institute. Er hält sieben US-Patente.

 

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