Auswahl der richtigen Stromsensoren für die Motorsteuerung
Stromsensoren sind die Messbasis der BEV-Motorsteuerung: DC-Link stabilisieren, Phasenströme regeln, Rotorerregung präzise ansteuern. Miniaturisierung, Powermodul-Integration und kernlose Designs verschieben dabei die technischen Spielregeln.
Charles Flatot-Le BohecCharlesFlatot-Le Bohec
3 min
Welche Stromsensoren passen zur BEV-Motorsteuerung für DC-Link, Phasenmessung und Rotorerregung?xiaoliangge - stock.adobe.com
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Die Zahl batteriebetriebener Elektrofahrzeuge (BEV) auf
den Straßen steigt rasant, insbesondere da ihre Anschaffungskosten immer
erschwinglicher werden und ihre Reichweite deutlich zunimmt.
Die BEV-Hersteller verbessern ihre Fahrzeuge
kontinuierlich und fördern so deren weitere Verbreitung. Dennoch gibt es
Herausforderungen, denen sich die Entwickler weiterhin stellen müssen, um vor
allem die Reichweite zu optimieren. Dazu gehören unter anderem die Reduzierung
von Größe, Gewicht und Kosten der BEV-Systeme und -Komponenten bei
gleichzeitiger Steigerung der Leistungsfähigkeit und Sicherheit. Hier leisten Komponenten
wie Stromsensoren einen wichtigen Beitrag. Sie sind in den
Batteriemanagementsystemen (BMS) und Bordladegeräten (OBC; On-Board-Charger)
von BEV zu finden, wo sie die in diese Systeme ein- und ausfließenden Ströme
überwachen und messen. Auch Leckströme werden aus Sicherheitsgründen erkannt
und gemessen, um die Gefahr von Stromschlägen oder Bränden zu verhindern.
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Stromsensoren in der BEV-Motorsteuerung
In
der Motorsteuerung (Bild 1) überwachen und messen Stromsensoren den Stromfluss
durch den Antriebsmotor und gewährleisten so dessen ordnungsgemäßen und
sicheren Betrieb. Stromsensoren kommen in drei wichtigen Stufen zum Einsatz: im
DC-Zwischenkreis, bei der Phasenmessung und der Rotoranregung.
Bild 1: In der Motorsteuerung verwendete Sensoren.Virginie
Ein
DC-Link/-Zwischenkreis ist praktisch die Verbindung zwischen dem Gleichrichter
(der AC in den für den Batteriebetrieb erforderlichen DC umwandelt) und dem
Wechselrichter (der DC in AC für den Motorantrieb umwandelt). Der DC-Link
besteht aus Kondensatoren.
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Um
die Gleichspannung des Akkus jederzeit stabil zu halten, überwacht und steuert
der Zwischenkreis den Strom mit Stromsensoren. Dies ist eine wichtige Stufe der
Motorsteuerung, die jedoch aufgrund von Integrationstrends zunehmend durch das
BMS oder die Batterietrennvorrichtung (BDU; Battery Disconnect Unit) ersetzt
wird.
In
BEV können die Antriebsmotoren eine Leistung von 50 kW oder mehr haben und
verwenden 3-Phasen-Wechselrichter. In Hochleistungsfahrzeugen sind es sogar 6-Phasen-Wechselrichter.
Der Ausgangsstrom des Wechselrichters treibt jede Phase des Motors an, um ein
Magnetfeld zu erzeugen, das die Drehung des Motors ermöglicht. Jede Phase
verfügt über einen eigenen, unabhängigen Stromsensor am Ausgang des
Wechselrichters, um den Strom zu überwachen. Zwei Stromsensoren können hier für
einen sicheren Betrieb ausreichend sein, wobei der Strom in der dritten Phase
aus der Summe der beiden anderen Phasen abgeleitet wird. Für
maximale Sicherheit und Zuverlässigkeit verwenden Entwickler jedoch
üblicherweise drei Stromsensoren.
Der Wechselrichter
steuert über den Strom das Drehmoment und die Drehzahl des Motors, indem er die
Frequenz und Amplitude des an jede Phase gelieferten Stroms regelt. Dies wird durch
die Stromsensoren ermöglicht. Um sicherzustellen, dass der Wechselrichter die
richtige Strommenge an den Motor liefert, wird das Ausgangssignal der
Stromsensoren in einen Regelkreis eingespeist.
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Stromsensoren spielen auch bei der Rotorerregung eine
zentrale Rolle. Hier dient die DC-Messung zur präzisen Ansteuerung der Rotorwicklung.
Miniaturisierung und Integration von Sensoren
Für alle Messaufgaben der Motorsteuerung in BEVs spielt die
Miniaturisierung weiterhin eine wichtige Rolle. Neuerungen im Halbleiterbereich
ermöglichen hier bessere, intelligentere und kostengünstigere Sensoren. Um den
Platzbedarf zu minimieren und die Kosten zu senken, setzen viele
Sensorhersteller, darunter auch LEM, auf mechanische Integration der Sensoren
im oder am Powermodul.
Die Integration erhöht die Leistungsdichte und sorgt für eine optimale und
konstante Performance über Lebensdauer, da Sensor und Powermodul nach
End-of-Line-Kalibrierung eine Plug-and-Play implementierbare Einheit bilden. Hinzu
kommen optimale mechanische und elektrische Kopplung, hohe Genauigkeit durch
magnetischen Konzentration und gute Übersprechunterdrückung durch den Magnetkern.
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Derzeit sind kernlose Designs eine wichtige Innovation in der Branche, da
sie den Platzbedarf und die Kosten reduzieren und das Design vereinfachen (Bild
2).
Ein echtes kernloses Design entfernt den Magnetkern aus dem
Stromsensormodul und ist die beste Option, um die Gesamtgröße seines Gehäuses zu reduzieren. Es erfordert jedoch
neue Konstruktionsansätzeund die Lösung einiger technischer Herausforderungen:
Höhere Genauigkeit verlangt eine bessere Kopplung, Techniken zur Verminderung von
Übersprechen und zur Sicherstellung von Linearität über einen sehr großen
Strombereich. Dies wiederum erfordert bessere Halbleiter, verbesserte
mechanische Konzepte, eine engere Zusammenarbeit mit OEMsbei der Entwicklung.
Bild 2: Entwicklung bei Stromsensoren: Miniaturisierung und geringere Kosten.Virginie
Herausforderungen der Branche bewältigen
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Mit über 50 Jahren Erfahrung und Anwendungswissen hat LEM umfassendes
Know-how in der Entwicklung von Stromsensoren erlangt. Dazu gehören mechanische
Konzepte, Sensortechnologien und Kalibrierung, Integrationsansätze, Chipdesigns
und Softwareentwicklung, aber auch die Einhaltung verschiedener Normen und
Vorschriften für unterschiedliche Regionen.
LEM hat seit den 1990er Jahren sein Fachwissen im Bereich der
Motorsteuerung ausgebaut und sein Angebot im Einklang mit dem Markt verändert
und angepasst. Durch kontinuierliche Marktforschung und enge Zusammenarbeit mit
seinen Kunden konnte das Unternehmen Marktbedürfnisse erkennen, lange bevor
sich Trends durchgesetzt haben. So antizipiert LEM weiterhin die
Kundenbedürfnisse in jeder Phase der BEV-Entwicklung, wobei
Motorsteuerungssysteme einen großen Teil davon ausmachen – der DC-Link, die Phasensteuerung
und die Rotorerregung. LEM bietet eine umfassendes Angebot an Stromsensoren für
diese Anwendungen und entwickelt seine Standard- und kundenspezifischen
Lösungen kontinuierlich weiter.
Bild 3: Anwendungsfälle für Stromsensoren im Elektrofahrzeug.LEM
Stromsensoren für viele Automotive-Anwendungen
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Für den DC-Link bietet LEM verschiedene Arten von Stromsensoren, die als
Standardprodukte (OTS) oder kundenspezifisch erhältlich sind. Dazu gehören die 1-Phasen-Sensoren
HSNDR, HSTDR, HAM und HAH1, die in unterschiedlichen Bauformen erhältlich sind. Für die Phasenüberwachung in der Motorsteuerung bietet LEM ein breites Angebot
an Stromsensoren, darunter den HAH2 für 2-Phasen- und den HAH3 für 3-Phasen-Anwendungen.
Hinzu kommen kundenspezifische Stromsensoren. Für die Rotorerregung und die hier zu überwachenden Ströme bieten die HMSR-,
GO- und fortschrittlichen ICS-Sensoren (die dieses Jahr eingeführt werden) die optimale
Lösung.
LEM arbeitet auch direkt mit OEMs und Tier-1-Zulieferern zusammen, um
gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die alle Herausforderungen bei der Entwicklung
des erforderlichen Fahrzeugsteuerungssystems bewältigen. Durch den innovativen Ansatz
der mechanischen Integration und einen effizienten Fertigungsprozess bietet LEM
eine genauere Kalibrierung der Stromsensoren an. Die enge Zusammenarbeit mit
den F&E-Teams von OEMs und Tier-1-Zulieferern von Anfang an trägt dazu bei,
die Strommessfunktion von Projektbeginn an optimal in das System zu
integrieren.
Bild 4: Stromsensoren für die Anwendung beim bidirektionalen Laden zu Hause.LEM
Die richtigen Partner zu finden – solche, die Kundenbedürfnisse frühzeitig
erkennen und durchdachte, leistungsstarke Lösungen bieten – hilft Unternehmen,
ihre Entwicklungszeit zu verkürzen und die Markteinführung zu beschleunigen. (na)
Autor:
Charles Flatot-Le Bohec, Global Product Manager
e-mobility, LEM