Elektromobilität auf der IAA Transportation 2020: ein ID Buzz als Nutzfahrzeug mit Kippvorrichtung

Diese Variante des brandneuen ID Buzz gehörte zu den Klein(st)fahrzeugen auf der IAA Transportation 2022. Dieser Beitrag zeigt das ganze Spektrum vom Lastenrad bis zur Fernverkehrs-Zugmaschine für den Auflieger – und zwar alles rein elektrisch angetrieben. Die Energie kommt aus der Batterie oder aus Wasserstoff, und beim hochautomatisierten Fahren gibt es auch viel Neues. (Bild: Alfred Vollmer)

Auf der IAA Transportation 2022 in Hannover war wirklich das ganze Spektrum der Elektromobilität vertreten – von Kleinstfahrzeugen (ab E-Lastenrad) über Kleintransporter, Verteiler-Lkws und Busse für den Nahverkehr bis zu Fernreisebussen und schweren Zugmaschinen für 40-Tonner. Auch wenn es sich im Vorfeld bereits angedeutet hatte, war etwas trotzdem beeindruckend: Das waren keine Insellösungen einzelner Hersteller, sondern teils bereits sehr seriennahe Prototypen von vielen verschiedenen Herstellern. Auch die Aussteller von Aufbauten haben sich im großen Stil auf die neue Energiequelle ausgerichtet und nutzen jetzt Elektromotoren zum Antrieb von Hydraulikpumpen, Kühlaggregaten etc.

Um ihnen einen Eindruck von der Bandbreite in den Bereichen E-Mobilität, Nutzfahrzeugen und weiteren Aspekten zu geben. Haben wir für jeden der Teilbereiche eine kleine Bildergalerie zusammengestellt. Über dieses Menü kommen sie schnell zu den einzelnen Punkten:

Kommentar: Für mich war die IAA 2022 ein Elektromobilitäts-Feuerwerk

Alfred Vollmer
(Bild: Hüthig)

Ich bin mit sehr großen Erwartungen auf die IAA Transportation 2022 gereist, aber was ich dort an Lösungen im Bereich Elektromobilität gesehen habe, hat meine kühnsten Vorstellungen bei weitem übertroffen – und das ist bei einem Elektroingenieur, der seit über 30 Jahren als Technikjournalist arbeitet, wirklich sehr schwer. Teilweise musste ich schon regelrecht nach den Fahrzeugen mit Verbrennerantrieb (in der Regel Diesel) suchen. Die Hersteller meinen es also wirklich ernst mit der Elektromobilität. Allerdings verlangt der Markt auch danach, denn nur wenn die Logistikkette CO2-neutral arbeitet, kann auch ein Produkt als CO2-neutral gelten.

Während ich vor vier Jahren noch regelrecht nach rein elektrisch angetriebenen Lösungen im Nutzfahrzeugbereich suchen musste, waren in diesem Jahr die Verbrennerfahrzeuge schon die Vorstufe von Exoten, denn fast alle Aussteller stellten ihre E-Fahrzeuge sehr prominent in den Vordergrund. Offensichtlich konnte sich es praktisch kein Aussteller mehr leisten, auf E-Mobilitätslösungen zu verzichten. Interessanterweise hatten in diesem Jahr einige Unternehmen große Stände mit E-Lösungen, die vor vier Jahren noch gar nicht auf meiner Besuchsliste standen.

Alfred Vollmer, Chefredakteur all-electronics.de

Batterie und Laden: Auch Megawatt-Ladestation light

Alle E-Fahrzeuge verfügen über Batterien, und diese müssen nicht nur eine (sehr) hohe Leistungsdichte aufweisen und den widrigen Umgebungsbedingen im Dauer-Straßenbetrieb trotzen, sondern auch regelmäßig geladen werden. Daher war es nur all zu logisch, dass diverse Hersteller von (DC-)Ladestationen ihre Produkte zeigten. Eine Ladestation hatte sogar eine große integrierte Batterie.

E-Mobility: Laden

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(Bild: AdobeStock_39293318)

Wo und wie lässt sich ein E-Auto aufladen? Welche Leistungselektronik steck in einer Ladesäule? Wie wird die Ladesäule intelligent? Halbleiter, Hochvolt-Komponenten, Stecker, Kabel, Wallboxen, Kommunikation, Infrastruktur, Standards, Services und mehr. Die Technologien dahinter finden Sie hier.

Zwar prägten die HPC-Lader (High Performance Charging, Hochleistungs-Laden) das Messebild, aber immerhin gab es ein Hochleistungs-DC-Ladesystem zu sehen, das über einen „dreieckigen“ Megawatt-Ladestecker verfügte. Aber nicht nur über klassische Steckverbinder sondern auch über Oberleitungen beziehungsweise über Pantographen zur Nutzung an Haltestellen kann die Energie in die Fahrzeuge kommen, wie entsprechende Exponate zeigten.

„Natürlich“ gab es auch bei den Batterien selbst interessante Lösungen, die vom Wiederausgraben bereits totgeglaubter Lösungen über hochdicht gepackte Module bis zu neuen Zelltechnologien reichen.

Wasserstoff für Nutzfahrzeuge: keine Randerscheinung sondern Zukunftsmarkt

Immer dann, wenn lange Betriebszeiten in Kombination mit besonders hohen Leistungen gefragt sind, kommen die Batterien an ihre Grenzen, so dass eine Brennstoffzelle (Fuel Cell), die als Range-Extender arbeitet durchaus attraktiv sein kann. Entsprechend zahlreich waren daher auch die Lösungen mit großen Wasserstofftanks. Allerdings gab es auch ein paar Verbrennungsmotoren zu sehen, die ausschließlich Wasserstoff als Treibstoff nutzen.

Allerdings gab es auch ein paar Verbrennungsmotoren zu sehen, die ausschließlich Wasserstoff als Treibstoff nutzen, und auch beim Wasserstofftank selbst tut sich etwas. Bosch-Geschäftsführer Dr.-Ing. Markus Heyn verkündete auf der IAA Transportation seine Erwartung, dass „bis 2025 voraussichtlich mehr als 40.000“ Wasserstoff-Lkws mit Bosch-Technik auf den Straßen unterwegs sein werden, und „Ende der Dekade soll der Betrieb eines Brennstoffzellen-Trucks nicht mehr kosten als ein Diesel“.

Wie sich China auf der IAA Transportation 2022 präsentierte

Diverse attraktive Exponate stammen von chinesischen Ausstellern, die teilweise mit ganz anderen Ansätzen an die Elektromobilität herangingen als die Europäer. Auf jeden Fall wurde durch die Präsenz und die Art des Auftritts der chinesischen Fahrzeughersteller klar, dass hier ein ernsthafter Wettbewerb mit den europäischen Herstellern entstehen wird.

IAA 2022 zeigt: Klein(st)-Nutzfahrzeuge sind im Kommen

Eine Fülle von Klein- und Kleinst-Nutzfahrzeugen konnten die Besucher auf der Messe bestaunen, wobei der Produktionsstart zahlreicher Modelle in diesem Kalenderjahr liegt.

Autonom fahrende Nutzfahrzeuge auf der IAA 2022

Der Mangel an Lkw- und Busfahrern prägt die Branche, so dass mehrere Firmen auf der IAA Transportation 2022 ihre autonom fahrenden Lösungen präsentierten. Der „Business Case“ für autonom fahrende Nutzfahrzeuge existiert, und auch wenn das Fahrzeug durch die Level-4-Funktion um einen fünfstelligen Betrag teurer wird, kann sich die Investition oft ziemlich schnell amortisieren.

Impressionen und Kurioses am Rande

Was der Redaktion sonst noch auf der IAA Transportation vor die Linse kam, das sehen Sie hier.

Der Autor: Alfred Vollmer

Alfred Vollmer
(Bild: Hüthig)

Alfred Vollmer interessiert sich nicht nur für Technik per se in vielen Facetten und Einzelheiten sondern auch dafür, wie sich diese Technik im wirtschaftlich-gesellschaftlichen Rahmen sinnvoll anwenden, umsetzen und nutzen lässt. Der Dipl.-Ing. hat bereits während des Studiums der Elektrotechnik sein Faible fürs Schreiben entdeckt und ist mit über 30 Jahren Branchenerfahrung ein bestens vernetztes Urgestein der europäischen (Automobil-)Elektronik-Fachpresse. Er fragt gerne detailliert nach und lässt dabei auch die ökologischen Aspekte nicht aus. Mit vielen seiner (Elektrotechnik-)Prognosen lag er richtig, aber manchmal sorgten auch sehr spezifische Marktmechanismen dafür, dass es ganz anders kam…

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