Leistungshalbleiterindustrie in Japan

Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric prüfen Bündelung bei Leistungshalbleitern

Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric wollen laut Nikkei Gespräche über eine Zusammenlegung ihrer Leistungshalbleiter-Aktivitäten aufnehmen. Entstehen könnte der weltweit zweitgrößte Anbieter hinter Infineon.

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Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric prüfen laut Nikkei eine Bündelung ihrer Leistungshalbleiter Aktivitäten.
Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric prüfen laut Nikkei eine Bündelung ihrer Leistungshalbleiter Aktivitäten.

Die japanischen Unternehmen Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric wollen laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung Nikkei Gespräche über eine Bündelung ihrer Leistungshalbleiter-Geschäfte aufnehmen. Ziel wäre die Bildung des weltweit zweitgrößten Anbieters in diesem Segment hinter Infineon.

Eine Zusammenlegung könnte auch Auswirkungen auf die Pläne von Denso haben. Der Zulieferer der Toyota-Gruppe hatte Anfang März Interesse an Rohm signalisiert. Eine engere Zusammenarbeit mit Toshiba und Mitsubishi Electric würde die Ausgangslage für ein mögliches Übernahmeangebot verändern.

Wie Nikkei weiter berichtet, könnten die drei Unternehmen den Beginn der Gespräche zeitnah bekannt geben. Im Mittelpunkt steht demnach die Frage, wie sich die Kostenwettbewerbsfähigkeit im Leistungshalbleiter Markt verbessern lässt.

Von den beteiligten Unternehmen gab es zunächst keine einheitliche Bestätigung. Toshiba lehnte eine Stellungnahme ab. Rohm reagierte zunächst nicht auf Anfragen. Mitsubishi Electric erklärte in einer Pflichtmitteilung, verschiedene Optionen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Leistungshalbleiter Geschäfts zu prüfen. Eine neue Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden.

Hohe Nachfrage bei Leistungshalbleitern

Japan verfügt trotz seiner insgesamt rückläufigen Bedeutung in der globalen Halbleiterindustrie weiterhin über eine starke Position bei Leistungshalbleitern. Diese Bauteile sind unter anderem für Fahrzeuge, Industrieanlagen und elektronische Geräte von zentraler Bedeutung, da sie elektrische Energie effizient steuern.

Die Nachfrage nach Leistungshalbleitern ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gründe dafür sind unter anderem die Bemühungen der Automobilindustrie um stabilere Lieferketten nach den Engpässen während der Pandemie sowie zusätzliche Investitionen in Rechenzentren im Zuge des KI Booms.

Rohm hatte zudem in der vergangenen Woche mitgeteilt, einen Ausschuss aus externen Direktoren und weiteren Experten eingesetzt zu haben. Dieses Gremium soll den Vorschlag von Denso sowie andere Optionen zur Steigerung des Unternehmenswerts prüfen. Bereits im Mai hatten Rohm und Denso eine strategische Partnerschaft im Halbleiterbereich mit Fokus auf integrierte Schaltungen für Elektrofahrzeuge vereinbart.