Lederer Dieter Lederer Management Roboter

Der Mitarbeiter überwacht die Arbeit der Roboter, wenn diese allerdings selbstständig miteinander agieren, ändern sich die Rahmenbedingungen. (Bild: Heinrich Schwarze-Blanke)

Produktionsbereiche kennen das seit Langem: Der Automatisierungsgrad nimmt kontinuierlich weiter zu, immer mehr Aufgaben gehen an Roboter, und die Kollaboration mit ihnen wird zunehmend enger. Auch die in der Produktentwicklung eingesetzten Systeme werden immer intelligenter, ermöglichen höhere Wirksamkeit und Effizienz. In beiden Fällen ist klar, dass der Mensch auf der anderen Seite der Anwendung sitzt und sie kontrolliert sowie verifiziert.

Bei automatisierten Überwachungs- und Bestellsystemen, die mit automatisierten Dispositions- und Auftragssystemen kooperieren, ist das anders. Dort vereinbaren Algorithmen unter sich, wann gewartet und welche Materialien geordert werden. Doch was ist bei Fehlern? Dann werden die Gesichter womöglich lang, denn gesetzlich ist dieser Fall nicht geregelt. Noch kritischer ist die Situation bei Algorithmen in autonomen Fahrzeugen, die selbsttätig Entscheidungen über die Verletzung von Leib und Leben treffen müssen, wenn die Umweltbedingungen es erfordern. Auch hier hilft der Gesetzgeber nicht weiter, denn die Haftungsfrage ist bisher nicht geklärt.

Hinsehen und Vorausschauen

Was also können Unternehmen tun, die derartige Technologien entwickeln und verbreiten? Im Kern geht es dabei um Eigenverantwortung. Die folgenden Punkte sollen zur Reflexion anregen.

Fehlerfreiheit illusorisch: Fehlerfreie Systeme wären ein Ausweg, jedoch nur in der Theorie. Wir wissen und können statistisch belegen, dass er in der Praxis nicht existiert. Das mag Enthusiasten enttäuschen, ist jedoch nicht änderbar.

Rahmensetzung notwendig: Vorausschauend zu überlegen, welche Haftungsfragen auftreten können, und diese zu regeln, hilft weiter. Das ist sowohl sachlich als auch psychologisch von Nutzen, denn was entsprechend vorausgedacht ist, überrascht weniger.

Konsensbildung unumgänglich: Eine aufgeklärte Gesellschaft ist frei darin, zu entscheiden, welche Risiken für sie tragbar sind. Dazu braucht es eine breite Konsensbildung, bei der es um das Abwägen zwischen technischer Machbarkeit, ethischer Verantwortbarkeit und kommerzieller Sinnhaftigkeit geht.

Techniker weichen diesen Notwendigkeiten bisweilen aus, denn sie stellen ja „nur“ die Technik bereit. Doch das springt zu kurz. Es ist Zeit, genau hinzusehen, denn der technologische Fortschritt ist unaufhaltbar. Wir werden künftig viel häufiger als bisher mit Robotern per du sein.

Dr. Lederers Management Tipps

Dr. Dieter Lederer
Dr. Dieter Lederer (Bild: Dieter Lederer)

Management-Profi Dr. Dieter Lederer gibt in seiner Kolumne "Frisch vom Lederer" Einblicke in die Management-Welt deutscher und internationaler Unternehmen. Und Einblick hat der Unternehmensberater sicherlich: Coaching und Beratung von Führungskräften und Managern gehört zum Alltagsgeschäft.

Bisher gab es seine Kolumne nur in der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK, allerdings werden sie künftig auch hier auf all-electronics zu finden sein:

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