Electronica 2022

Corona und kaltem Wetter zum Trotz: Der Besucherandrang am ersten Messetag war groß. (Bild: Alfred Vollmer / Redaktion all-electronics.de)

Update, 23.11.2022: Erfolgreiche Electronica, aber noch nicht auf Pre-Corona-Niveau

Abschlussbericht der Messe München: Insgesamt zeigten 2144 Aussteller aus 48 Ländern ihre Produkte und Lösungen auf der Electronica 2022. 2018 waren es noch 3124 Aussteller aus 53 Ländern. Etwa 64 Prozent davon kamen aus dem Ausland (2018: 70 Prozent). Rund 70.000 Besucher aus ca. 100 Ländern und Regionen (2018: 81.471 | 101) kamen auf die Elektronik-Fachmesse, der Auslandsanteil lag bei rund 54 Prozent (2018: 50 Prozent). Die Top-10-Besucherländer waren nach Deutschland (in dieser Reihenfolge): Italien, Österreich, Frankreich, Großbritannien und Nordirland, Schweiz, USA, Israel, Spanien, Türkei und Schweden..

Nachdem die Electronica 2020 rein digital stattfinden musste, konnten sich Elektronik-Entwickler und Technik-Begeisterte auf der Electronica 2022 nach vier Jahren jetzt wieder in Präsenz treffen und sich ein Bild von Branche machen.

Zum Auftakt begrüßten Herr Dr. Reinhard Pfeiffer, Geschäftsführer der Messe München, und Dr. Gunther Kegel, Präsident des ZVEI, die Besucher, Aussteller und Journalisten. Beim Pressegespräch stellte Pfeiffer die Schwerpunkte sowie das Programm vor. Neben der Ausstellung selbst finden über die vier Tage und auf verschiedene Hallen verteilt Konferenzen sowie Vorträge und Foren statt. Thematisch liegen vor allem die Themen Automotive, Industrial Electronics, Sensors und Smart Energie im Fokus. Vorab rechnet der Veranstalter Messe München mit 2100 Ausstellern aus 49 Ländern und 65.000 Besuchern, von denen rund die Hälfte aus dem Ausland kommt. Damit würde die Electronica 2022 hinter den Zahlen von 2018 liegen (rund 81.000 Besucher und 3.124 Aussteller). Angesichts der geänderten Reisebestimmungen durch Corona ist der Rückgang wenig überraschend.

Electronica 2022 ZVEI Messe München Dr. Gunther Kegel Dr. Reinhard Pfeiffer
Dr. Gunther Kegel, ZVEI, und Dr. Reinhard Pfeiffer, Messe München, eröffneten die Messe und erklärten die Schwerpunkte der Messe sowie die aktuelle Lage am Halbleiter- und Mikroelektronik-Markt. (Bild: Martin Probst / Redaktion all-electronics.de)

ZVEI: Lage am Halbleiter-Markt noch schwierig

Im Anschluss sprach Dr. Gunther Kegel vom ZVEI über die nach wie vor schwierige Lage am Halbleiter- bzw. Mikroelektronikmarkt. Bedingt durch Corona, Probleme mit Lieferketten, die Chip-Krise sowie den Ukraine-Krieg befindet sich die Branche weiterhin in teilweise ungewissen Zeiten. Generell sei es so, dass sämtliche Branchen vom Halbleitermangel betroffen sind, so Kegel weiter. Zudem wies er darauf hin, dass für eine All-Electric-Society nicht nur ein Ausbau der erneuerbaren Energien, sondern auch eine Erhöhung der Effizienz notwendig sei.

Europa stark bei Leistungshalbleitern

Eines der größten Potenziale sieht Kegel in den Leistungshalbleitern, die für die Energiewende sowie die Elektromobilität notwendig sind. Bis 2030 erwartet der ZVEI, dass sich der Leistungshalbleitermarkt versechsfacht. Für Europa sieht Kegel darin eine Chance, da bereits heute rund 30 Prozent aller Leistungshalbleiter aus Europa kommen und Know-how vorhanden ist. Er wies aber auch darauf hin, dass weiter Investitionen wie IPCEI II nötig sind, wenn der Anteil Europas am Halbleitermarkt auf 20 Prozent ansteigen soll.

Schwerpunktthema: E-Mobility

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(Bild: Adobe Stock, Hüthig)

In diesem Themenschwerpunkt „E-Mobility“ dreht sich alles um die Technologien in Elektrofahrzeugen, Hybriden und Ladesäulen: Von Halbleitern über Leistungselektronik bis E-Achse, von Batterie über Sicherheit bis Materialien und Leichtbau sowie Test und Infrastruktur. Hier erfahren Sie mehr.

CEO-Roundtable auf der Electronica mit NXP, Infineon, ST Microelectronics und Wolfspeed

Bereits am Vorabend der Electronica-Eröffnung fand der CEO-Roundtable mit einigen hochkarätigen Teilnehmern aus der Halbleiterindustrie statt. Mit dabei waren Jean-Marc Chery, President & CEO ST Microelectronics, Jochen Hanebeck, President & CEO Infineon, Gregg Lowe, President & CEO Wolfspeed sowie Kurt Sievers, President & CEO NXP Semiconductors.

Electronica 2022 CEO-Roundtable
Diskutierten über wichtige Themen der Halbleiter-Welt: Jean-Marc Chery, President & CEO ST Microelectronics, Jochen Hanebeck, President & CEO Infineon, Gregg Lowe, President & CEO Wolfspeed sowie Kurt Sievers, President & CEO NXP Semiconductors (v. l. n. r.) (Bild: Alfred Vollmer / Redaktion all-electronics.de)

Das letzte Statement der Podiumsdiskussion hallt der Redaktion noch lange nach; es ist ein Wunsch des Infineon-CEOs Jochen Hanebeck: „Es liegt im Interesse der Menschheit, dass Chinas Wirtschaft grün wird.“

Electronica 2022 Infineon Flugtaxi
Virtueller Flug von der Allianz Arena ins Olympiastadion auf dem Stand von Infineon. Was für ein prima Messeauftakt! (Bild: Alfred Vollmer / Redaktion all-electronics.de)

Der Autor: Martin Probst

Martin Probst
(Bild: Hüthig)

Zunächst mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann in eine ganz andere Richtung gestartet, fand Martin Probst aber doch noch zum Fachjournalismus. Aus dem Motto „Irgendwas mit Medien“ entwickelte sich nach ein wenigen Praxiserfahrungen während des Medienmanagement-Studiums schnell das Ziel in den Journalismus einzusteigen. Gepaart mit einer Affinität zu Internet und Internetkultur sowie einem Faible für Technik und Elektronik war der Schritt in den Fachjournalismus – sowohl Online als auch Print – ein leichter. Neben der Elektronik auch an Wirtschafts- und Finanzthemen sowie dem Zusammenspiel derer interessiert – manche Sachen wird man glücklicherweise nicht so einfach los. Ansonsten ist an ihn noch ein kleiner Geek verloren gegangen, denn alles was irgendwie mit Gaming, PCs, eSports, Comics, (Science)-Fiction etc. zu tun hat, ist bei ihm gut aufgehoben.

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