Petra Gottwald

Petra Gottwald, lebt die E-Mobilität ohne eigene Wallbox zuhause. (Bild: Petra Gottwald)

Seit 2016 durch und durch elektrifiziert, ein bisschen verrückt, aber mit einer großen Portion Pioniergeist und E-Leidenschaft ausgestattet, berichtet unsere productronic-Chefredakteurin Petra Gottwald über ihren Ladealltag in und außerhalb Deutschlands. Sie zeigt sehr anschaulich auf, was sich beim externen Laden ihrer Meinung nach in den letzten Jahren getan hat und was es noch zu verbessern gibt.

Blogeintrag vom 26.4.2022: Ladeerlebnisse einer E-Mobilistin

Wie kann man ein E-Auto 30.000-40.000 Kilometer im Jahr fahren, ohne zuhause laden zu können? Sie denken jetzt wohl: die ist völlig verrückt oder vielleicht sind Sie auch neugierig geworden, wie ich das mache.

Klar, 2016, als ich mein erstes Elektroauto gekauft habe, war externes Laden in Deutschland noch ein Abenteuer, aber in 6 Jahren hat sich in punkto Ladeinfrastruktur schon einiges getan. Tja, und ich fahre auch nicht die bekannte USA-Marke mit dem futuristischem „T“ im Logo, denn dann wäre externes Laden 2016 ja einfach gewesen, zumindest entlang der Autobahnen, denn der amerikanische E-Autopionier Tesla hatte schon 2012 in Europa begonnen, eine eigene Ladeinfrastruktur aufzubauen.

Wenn ich ehrlich bin, so richtig geflasht hat mich ein Elektroauto, kurz auch BEV (Battery Electric Vehicle) genannt, vor 6 Jahren noch nicht so richtig. Die Fahrzeugmarken, die es damals auf dem Markt gab, konnte man mit zwei Händen abzählen (BMW i3, Golf E, Tesla Model S, Kia Soul EV, Streetscooter, Renault Zoe, Nissan Leaf, Mitsubishi i-MiEV). Das Manager-Magazin schrieb deswegen am 16.01.2017: „Der deutsche Markt für Elektroautos bleibt trotz Kaufprämie eine Nische.“ Kein Wunder, denn nur 11.410 Elektroautos wurden laut Kraftfahrtbundesamt 2016 in Deutschland neu zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von nur 0,3 Prozent. Laut Statista gab es in diesem Jahr 6895 öffentliche und halb-öffentliche Ladestationen. Naja: auf eine Ladestation kamen damals zwei Autos, wenn man es positiv sieht.

Ziemlich überschaubar, würde ich sagen, hinzu kam, dass diese wenigen Modelle noch dazu mit ganz unterschiedlichen Steckertypen geladen werden mussten (Typ 1, Typ 2, CHAdeMO, CCS). Das machte die Suche nach passenden Ladestationen nicht gerade einfach. Irgendwie oder auch durch die Überzeugungsarbeit meiner besseren Hälfte, dass das schon klappen wird und wir ja sozusagen ums Eck unseres Hauses eine damals noch kostenlose AC-Säule der Stadt haben, habe ich dann einen Kia Soul EV mit einer Akkuleistung von 27 kWh gekauft. Dieser hatte damals noch einen CHAdeMO-Anschluss, aber ich konnte natürlich AC laden und sage und schreibe davon gab es sogar 4 Ladepunkte in meiner 70.000 Einwohner-Stadt im Rhein-Main-Gebiet. Hurra!

Arten von Steckern für Elektrofahrzeuge. Elektro- und Hybridauto-Ladestecker mit Namensnennung. Vektor-Illustration von Ladebuchsen für phev
Die verschiedenen Steckertypen für Elektrofahrzeuge (Bild: svetolk – Adobe Stock)

Warum mir meine erste Fahrt mit dem E-Auto Angst gemacht hat

An meine erste längere Fahrt kann ich mich noch gut erinnern. So richtig Spaß hat es mir nicht gemacht, weil mich der Blick auf die Batterieanzeige und die immer kleiner werdende Reichweite extrem gestresst hat. Und wenn man dann noch einen Beifahrer hat, der ständig seine Witze reißt, dass ich gleich schieben muss…da könnte man schon ausrasten und den geliebten Beifahrer zu Fuß nachhause laufen lassen. Sie wissen schon, was ich meine.

Petra Gottwald spricht in der Tagesschau über die Mangelware Ladestationen

Jedoch ist es wie mit jeder technischen Neuerung: die Lernkurve geht steil nach oben, wenn der Spaßfaktor einmal geweckt ist. Was mich bis heute am E-Autofahren so begeistert, ist das leise Fahren und die direkte, lineare Beschleunigung dank hohem Drehmoment. Einfach total cool. Ich liebe diese Momente, wenn ich spät abends nachhause komme und ich an der Ampel auf meist jüngere Fahrer treffe, die in Autos der Oberklasse oder in Sportwagen sitzen. Die Fahrer schauen dann recht lässig zu mir rüber, während sie mit ihrem Gaspedal spielen, um mir zu zeigen, dass ich gegen einen V8-Motor nichts zu melden hätte. Ich lächle dann nur und frage mich, ob ich im Eco- oder im Sport-Modus fahren soll, wenn die Ampel auf grün springt. Meist reicht der Eco-Modus und ich sage Ihnen eins: der Blick in den Rückspiegel ist dann nach ein paar Metern einfach herrlich.

Wieso erzähle ich Ihnen das alles? In unserem neuen Themenkanal E-Mobility auf www.all-electronics.de liefern wir Ihnen unter Federführung meiner Kollegin Dr.-Ing. Nicole Ahner ein breites und profundes Fachwissen über die aktuellen technischen Entwicklungen in diesem Bereich. Dieser Blog soll jedoch die Brücke zum realen Alltag beim Thema „Laden von E-Autos“ schlagen.

Ich berichte regelmäßig, warum ich und meine E-Auto-Community keine Reichweitenangst beim vollelektrischen Fahren haben. Dabei geht es in meinem Blog nicht nur um meine eigenen Erfahrungen mit Ladesäulen, Ladekarten und-Apps, mit Ladeorten und allerlei Kuriosem beim Laden, sondern ich befrage auch regelmäßig mein „E-Netzwerk“, was sie nervt oder was besonders toll ist und vor allem was sich Neu-E-Mobilisten beim externen Laden wünschen würden.

Haben Sie auch coole Ladegeschichten mit ihrem Elektroauto erlebt? Dann teilen Sie mir doch Ihre Erfahrungen mit.

In diesem Sinne: Immer gut Strom im Akku!

Ihre Lade-Petra

Die Autorin: Dipl. Ing. Dipl. Wirt. Ing (FH) Petra Gottwald

Petra Gottwald Begeisterte E-Autofahrerin und nebenbei Chefredakteurin productronic Verlag Hüthig GmbH
(Bild: Petra Gottwald)

Petra Gottwald ist durch und durch elektrifiziert und das bereits seit 2016. Momentan sind drei E-Fahrzeuge auf sie zugelassen und das Besondere daran: sie kann zuhause nicht laden, hat also auch keine Wallbox. Wie sie all die Jahre damit zurechtkommt und was sie auf ihren vielen Ladestopps quer durch Deutschland in den letzten sechs Jahren erlebt hat, das erzählt sie in diesem Blog.

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